Kohl, Helmut
Die politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien nach 1945 — Heidelberg, 1958

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Gemeinden Bubach, Hoof, Uiederkirchen-Ostertal, Marth,
Osterbrücken und Saal im Kreis Kusel und der Gemeinde
Kirrberg im Kreis Zweibrükknn betroffen. 1949 wurden auf
Anordnung der französischen Besatzungsmacht 680 ha.
Mandatswald im Kreis Bergzabern dem Elsass zugeschla-
gen. Insgesamt verlor die Pfalz 5527 ha. mit 4720 Ein-
1)
wohnern an das Saargebiet und 680 ha# an Frankreich.
Oberregierungspräsident Hanns Hoffmann war am 5» Ok-
tober 1945 wegen seiner gegensätzlichen Auffassungen
von der französischen Militärregierung entlassen worden.
Bie Amtsenthebung Hoffmanns dürfte vor allem auf
seinen Widerstand gegen die französischen Requisitionen
zurückzuführen sein. An seiner Stelle wurde der bishe-
rige Pressereferent des Oberregierungspräsidiums, Br. Otto
Eichenlaub, mit dem Amt des Oberregierungspräsidenten be-
traut. Oberregierungsvizepräsident wurde der im Elsass
geborene Kunsthistoriker Carl Felix Koch; weiter gehörten der
neuen "Regierung” die Präsidialdirektoren Zimmermann (für
innere Verwaltung), Kroneberger (Kultus, Unterricht,
Kunst und Wissenschaft), Regierungsdirektor Br. Bärmann
(Justiz), Br. Mayer (Gesundheits- und Veterinärwesen),
Pieper (Wirtschaft, Handel und Verkehr), Br. Bieroth
(Finanzen und Forstwesen), Biplom-Landwirt Zapf (Er-
nährung und Landwirtschaft) und BÖkenkrüger (Arbeit
und soziale Angelegenheiten) an.
Bie Bedeutung der Gründung der Provinz Mittelrhein-Saar

Bie politische Bedeutung der praktisch in den Tagen
der Kapitulation des deutschen Reiches entstandenen
neuen Provinz Mittelrhein-Saar ist - trotz ihrer kurzen
Lebensdauer von weniger als drei Monaten - sehr hoch
einzuschätzen. Zu einem Zeitpunkt, als in vielen Teilen

1) Aufstellung in Archiv Wolff

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