Kromayer, Johannes [Editor]; Veith, Georg [Editor]
Antike Schlachtfelder: Bausteine zu einer antiken Kriegsgeschichte (Band 4): Schlachtfelder aus den Perserkriegen, aus der späteren griechischen Geschichte und den Feldzügen Alexanders und aus der römischen Geschichte bis Augustus — Berlin, 1931

Page: 391
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kromayer1931bd4/0404
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
2. Drei Diadochenschlachten.

Orientierende Vorbemerkung.

Von den Schlachten und Belagerungen der hellenistischen Zeit
ist ein Teil schon in den früheren Bänden zur Behandlung ge-
kommen: so die in Griechenland ausgefochtenen von Sellasia und
Mantinea (Bd. I 199 ff, 277 ff. und 287 ff, Schlachtenatlas griech.
Abt. Blatt 8) und sämtliche Schlachten gegen die Diadochenreiche,
an denen die Römer beteiligt waren (Makedonische Kriege und
Syrischer Krieg Bd. II 3 ff., 127 ff., 231 ff., Atlas röm. Abt. Blatt
9 und 10). Bei anderen war durch die modernen Forschungen oder
durch die Bestimmtheit der Überlieferung die Sachlage so klar, daß
die Berichte darüber ohne neue eingehende Untersuchungen in den
Schlachtenatlas aufgenommen werden konnten; so bei den Kämpfen
um Lissos (Atlas röm. Abt. Blatt 10), bei der Belagerung von Rhodos
und der Schlacht von Raphia (griech. Abt. Blatt 10. Karte 6 und
Blatt 8, Karte 6). Bei einer dritten Gruppe endlich, der größten
von allen, ist die Überlieferung so mangelhaft, daß von topo-
graphischer Fixierung und sachlicher Rekonstruktion überhaupt
abgesehen werden mußte.

Die hier behandelten drei Schlachten sind daher die einzigen
der Diadochenzeit, über die noch zu berichten war, da wir über
sie genaue, teilweise sehr genaue „ordres de bataille" haben.
Wir verdanken sie, was besonders ins Gewicht fällt, ausnahmslos
der bei Diodor zugrundeliegenden ausgezeichneten Darstellung des
Hieronymos von Kardia, der sogar Augenzeuge bei den zwei Aus-
einandersetzungen zwischen Eumenes und Antigonos gewesen ist
(Reuß: Hieronymos von Kardia, 1876). — Es ist ferner ein gün-
stiger Umstand, daß in allen drei Fällen das Schlachtfeld eine Ebene
ist, sodaß sich ein der Wirklichkeit nahekommendes Bild gewinnen
läßt, auch ohne daß man die Örtlichkeiten genau bestimmen kann,
was ja bei den vorliegenden Schlachten leider nicht möglich ist. —

26*
loading ...