Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 49.1898-1899

Page: 130
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Unsere Bilder.

^82. Adressendecke von F. X. Weinzierl, München.
(Ungefähr 1/s der wirkl. Größe.)

(Unsere (Kikder.

eber die zahlreichen Rieth'schen Arbeiten,
welche wir auf Tafel ^ und in den
Abbildungen (3(—(65 bringen, der-
gleichen über die Tiffanyschen Glasbilder
((66—(69) enthält der begleitende Text
alles Nöthige. lieber die aus den kunstgewerb-
lichen Ausstellungen in Wien stammenden Abbil-
dungen (70—(80 liegen uns keine näheren Angaben
vor; einen Theil derselben ((73—(80) verdanken wir
dem Direktor des k. k. österr. Museums, pofrath
v. Scala, dem wir für fein Entgegenkommen aus-
drücklich unseren Dank aussprechen. —

Die Stühle von !v. Bertsch ((8() sind aus
Birnbaum- bezw. Mahagoniholz ausgeführt; der
größere besitzt auf seiner hellblauen Polsterung ein
aufgenähtes, mit grüner Seide eingefaßtes Ornament
aus Hirschleder, während den kleineren eine zierliche
Stickerei (Nadelarbeit) schmückt. — Die beiden Leder-
einbände ((82 u. (83) gehen in ihrer Entstehung
auf den (897 er internationalen Geologen-Kongreß in
St. Petersburg zurück. Die Geologen erfreuten sich
damals einer ungewöhnlich gastlichen Aufnahme und be-

kamen Gelegenheit, unter Leitung von Spezialforschern
einzelne besonders interessante Gebiete des weiten russi-
schen Reiches zu besuchen; den Theilnehmern an diesen
Exkursionen war es Bedürfniß, ihren Führern durch
Darbringung von Erinnerungszeichen in Form
künstlerisch gestalteter Adressen und Alben ihre Dank-
barkeit auszusprechen. Dieselben (im Ganzen drei)
wurden in München ausgeführt, wobei dem bekannten
Lederplastiker F. Weinzierl (in Neu-Pasing bei
München) ein großer Theil der künstlerischen Arbeit
zufiel; von ihm rühren u. A. die beiden hier abge-
bildeten Decken her. Die erste weist durch ihre
Hauptschmuckstücke — einen Mammuthschädel und
einen Ammoniten — darauf hin, daß es Geologen
sind, welche die inliegende (von Maler H. Platz
mit Ansichten aus dem Kaukasus, der Krim, von
der Wolga, aus dem Ural, aus Esthland und Fin-
land geschmückte, von Weinzierl geschriebene)
Adresse dem russischen Staatsrath Krapinsky wid-
meten. — Die Theilnehmer an dem Ausflug
zum Ararat und zum Kaukasus überreichten ihrem
Führer, Prof. Br. Löwinsohn -Lessing, ein Album
mit ihren Photographien; die plastisch und farbig
reich ausgestattete Einbanddecke trägt oben den
russischen Doppeladler, unten, von persischem Orna-
ment umgeben, die Ansicht des Klosters Etschmiadsin
mit dem Ararat im Hintergrund. —

(Vom (Küchermarßk.

VYAte». Der Kunstverlag von Gerlach sc Schenk
in Wien hat soeben den dritten Band seiner
auf (0 Bände berechneten Publikation der „Hand-
zeichnungen alter Meister aus der Albertina
und anderen Sammlungen" herausgegeben. Wir
können jeden Kunstfreund und Liebhaber auf diese
in technischer Beziehung bisher unerreichten „facsimi-
lirten Handschriften" unserer alten Meister (vornehm-
lich Dürer und die beiden Holbein) nachdrücklichst
Hinweisen. Sie sind mustergültig.

Eine zweite Publikation, deren Erscheinen durch
die Opferwilligkeit desselben Berlages in erster Linie
ermöglicht wurde („Ver Sacrum"), schließt mit dem
(2. Heft (Fernand Khnopff) ihren ersten Jahrgang
ab. Die Zeitschrift geht fortan in den Selbstverlag
der „Vereinigung bildender Künstler Oesterreichs"
über. W. Sch.

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