Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 49.1898-1899

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Ehrsnik des Bayer. Kunftgetperbereretns.

337. Gestickte Fahne (.Vorderseite). Zeichnung von Alois Müller, Pasing (Neu-Pafing),
Ausführung von Marie An er, München.

meiden. Line reiche Sammlung verschiedener als 36yleftvpom
behandelter exotischer thölzer, mit und ohne Beizung, ließ die
Vielseitigkeit dieses Verfahrens erkennen und den Wunsch des
Redners begreiflich erscheinen, daß endlich in München ein
Runstgewerbemuseum inoderner Art entstehe, in welcheni techno-
logische Sammlungen dieser Art untergebracht werden könnten. —
Den gleichen Gedanken verfolgte auch Ingenieur Große, der
etwa 500—600 Proben aus seiner reichhaltigen Sammlung von
hölzern aller Art vorführte uitb erläuterte, — inländische und
ausländische, nordische und tropische — Proben aus der Braun-
kohlenzeit und von pölzern, die vielleicht jahrhundertelang INI
Moorboden gelegen hatten. Der rege Sammeleifer, den das
Vorgeführte bekundete, bewährte sich auch in den Schlußworten

des Redners, wonach er die Absicht habe, seine ganze sehr reich-
haltige, fast durchweg botanisch bestimmte kfölzersammlung
seinerzeit einem geeigneten, in München zu gründenden Museum
zu vermachen. — Zuletzt führte Friede. Zitzmann aus Wies-
baden vor den Augen der Versammelten — unter den nöthigen
Erläuterungen über sein verfahre», besonders auch über seine
künstlichen Färbungen der Gläser — einige seiner feinen Zier-
gläser ans, die später verlost wurden. Der schon seit einem
Vierteljahrhundert thätige Glaskünstler, dessen Erzeugnisse feit
Jahren im Münchener Aunstgewerbehause bekannt sind, hatte
in der zweiten Februarhälfte ebendaselbst eine Werkstätte auf-
geschlagen, die stets Besucher an sich lockte. Auch am Vereinsabend
erntete er ungetheilte Bewunderung und einstimmigen Beifall.

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