Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — N.F. 4.1893

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Denkmäler. — Sammlungen und Ausstellungen.

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reich. Allgemeine Bildhauerschule (Professor Hellmer): eine
goldene Fügermedaille Adolph Simatschek aus Wien, eine
silberne Fügermedaille Julius Plaschkes aus Wien, beiden
für die besten Lösungen der Aufgabe: „Arbeiter, beim Baue
der Pyramiden beschäftigt" (für Relief zu komponiren); ein
Gundelpreis für die besten Gesamtstudien Georg Winkler
aus Fladnitz in Steiermark; der Neulingpreis für eine nach der
Natur modellirte Büste Hanns Müller aus Wien. Spezialschule
für Historienmalerei (Professor Eisenmenger): ein Spezial-
schulpreis Franz Kupka aus Opocno in Böhmen. Spezial-
schule für Historienmalerei (Professor Trenkwald): ein
Spezialschulpreis Joseph Köpf aus Wien; der Rosenbaum-
preis für die beste Lösung der Aufgabe: „Reigen" Ferdinand
Schmutzer aus Wien. Spezialschule für Landschaftsmalerei
(Professor v. Lichtenfels): eine goldene Fügermedaille für
die beste Lösung der Aufgabe „Kain erschlägt den Abel",
Ferdinand Brunner aus Wien; ein Spezialschulpreis Fer-
dinand Brunner aus Wien. Spezialschule für höhere Bild-
hauerei (Professor Kundmann): ein Spezialschulpreis Joseph
Grünhut aus Wien. Spezialschule für höhere Bildhauerei
(Professor v. Zumbusch): ein Spezialschul preis Eduard
Teltsch aus Baja in Ungarn. Spezialschule für Kupferstecherei
(Professor v. Sonnenleiter): ein Spezialschulpreis Leopold
v. Stubenrauch aus Baden in Niederösterreich. Spezialschule
für Graveur- und Medailleurkunst (Professor Tautenhayn):
ein Gundelpreis für die besten Gesamtstudien Rudolph
Marschall aus Wien. Spezialschule für Architektur (Pro-
fessor Freiherr v. Hasenauer): eine goldene Fügermedaille
Viktor Lamich aus Wien für die beste Lösung der Aufgabe
„Entwurf eines Stiegenhauses für ein großes öffentliches Ge-
bäude oder für einen fürstlichen Palast in reicher Ausstat-
tung" (nach gegebenem Programme); ein Gundelpreis für
die besten Gesamtstudien Joseph Hoffmann aus Pirnitz in
Mähren; der Peinpreis Leopold Bauer aus Jägerndorf in
Schlesien; ein Spezialschulpreis Karl Maschek aus Brünn;
der Hansenpreis für eine Studie nach der Antike Heinrich
Nawrath aus Wien; ein Staatsreisestipendium Joseph 01-
brich aus Troppau. Spezialschule für Architektur (Professor
Luntz): eine silberne Fügermedaille August Rehak aus Wien
für die nächstbeste Lösung der Aufgabe „Entwurf eines
Stiegenhauses für ein großes öffentliches Gebäude oder für
einen fürstlichen Palast in reicher Ausstattung (nach ge-
gebenem Programme); der Haggenmüllorpreis Camill Hilbert
aus Laun in Böhmen; ein Spezialschulpreis Robert Dam-
mer aus Lemberg; der Friedrich-Schmidt-Preis Wilhelm
Knepper aus Wien.

— nn. Düsseldorf. Für das große historische Gemälde:
„Die Schlacht bei Worringen" ist Herrn Professor Peter
Janssen die große goldene Medaille von der Jury der Ber-
liner Ausstellung verliehen worden.

DENKMÄLER.

*„.* Für das Denkmal Kaiser Wilhelm's I. in Stuttgart
ist, wie der Staatsanzeiger für Württemberg meldet, ein
neues Preisausschreiben an eine beschränkte Anzahl deutscher
und deutsch-österreichischer Bildhauer versandt worden. Da-
nach ist als Platz für die Aufstellung des Denkmals der
Karlsplatz von dem König von Württemberg zur Verfügung
gestellt worden. Das Denkmal ist als überlebensgroßes
Reiterstandbild in Bronze gedacht. Die Gesamtkosten für
das Monument (Modell, Guss, Sockel, Aufstellung etc.) dürfen
die Summe von 150000 Mark nicht übersteigen. Das Preis-
gericht für die eingehenden Entwürfe besteht unter dem
Vorsitz des Geheimen Kommerzienrats Siegle aus den Herren:

Professor S. Eberle in München, Architekt Eisenlohr in Stutt-
gart, Professor Hundrieser in Charlottenburg, Professor Jos.
Kopf in Rom. Die Preise für die prämiirten Entwürfe hat
der König auf seine Privatkasse übernommen. Mit der Prä-
miirung ist das Recht der Ausführung nicht unbedingt ver-
bunden. Die prämiirten Entwürfe gehen gegen Auszahlung
der Preise in das unbeschränkte Eigentum des Komitees über.
In Berlin hat diese Denkmalsangelegenheit den Anlass zu
dem unerquicklichen Streit zwischen den Bildhauern Hund-
rieser und Toberentz gegeben. Aus der obigen Mitteilung
geht hervor, dass Hundrieser jetzt nicht zu den Konkurrenten,
sondern zu den Preisrichtern gehört.

*** Eine neue Organisation der Dcnhnälerpflage in den
Itheinlanden ist, wie die „Köln. Ztg." mitteilt, seit einigen
Wochen in Kraft getreten. Es galt, die bisher lose neben-
einander wirkenden Bestrebungen der Kommunen, der histo-
rischen Vereine und Gesellschaften sowie der Privatleute
zusammenzufassen und sie der bisherigen Zersplitterung und
Zufälligkeit zu entheben. Zu diesem Zweck ist zunächst
eine Provinzialkommission zur Erforschung und zum Schutze
der Denkmäler der Rheinprovinz eingesetzt worden, der ein
Provinzialkonservator als sachverständiger Beirat und als
staatlicher Delegirter des Konservators der Kunstdenkmäler
der preußischen Monarchie in Berlin zur Seite tritt. Die
Provinzialkommission wird durch den Provinzialausschuss
gebildet, der durch neun geeignete Sachverständige verstärkt
ist; insgesamt zählt sie 24 Mitglieder, die in allen Teilen
der Provinz zerstreut wohnen. Den Mitgliedern der genannten
Kommission liegt im allgemeinen die Aufgabe ob, für die
Bedeutung und den kulturellen Wert der Denkmäler in allen
Kreisen Verständnis zu erwecken, die behördlichen Maß-
nahmen zu unterstützen und die Pläne für größere Unter-
nehmungen aufzustellen. Zum Konservator der Kunstdenk-
mäler der Rheinprovinz ist der seit drei Jahren im Auftrage
des Provinzialverbandes mit der Herausgabe der „Kunst-
denkmäler der Rheinprovinz" beschäftigte Dr. Paul Giemen
in Bonn ernannt worden. Die Thätigkeit des Provinzial-
konservators soll vor allem in der dauernden Überwachung
des Zustandes aller unbeweglichen Denkmäler der Provinz,
namentlich der Baudenkmäler, dem ununterbrochenen Augen-
merk auf Zustand und Verbleib der Vereins- und Privat-
sammlungen sowie im innigen Kontakt mit allen Geschichts-
und Altertumsvereinen sowie Privatliebhabern und Sammlern
bestehen. Die Erforschung der prähistorischen, römischen
und fränkischen Altertümer bleibt nach wie vor den Direk-
toren der Provinzialmuseen Professor Dr. Klein in Bonn und
Professor Dr. Hettner in Trier übertragen. Der Charakter
der Freiwilligkeit soll der Denkmalspflege auch in der neuen
Form gewahrt bleiben.

= tt. Vor kurzem wurde in Lahr in Baden ein Bis-
marckdenkmal aufgestellt und feierlich enthüllt. Über einem
Postamente von Granit aus den Brüchen vom Felsberg im
hessischen Odenwalde erhebt sich eine in doppelter Lebens-
größe von Professor Dondorf in Stuttgart modellirte und in
Carraramarmor ausgeführte Büste des Altreichskanzlers.

SAMMLUNGEN UND AUSSTELLUNGEN.

x. Im Sobranjegebäiulc xu Sofia ist eine Ausstellung von
Kopieen und Originalgemälden eines bulgarischen Künstlers
D. Dobrovics eröffnet. Der „Pester Lloyd" vom 27. Juli berichtet
darüber u. a.: Die Originalgemälde des Künstlers sind in der
Minderheit, haben aber, was Auffassung und Kolorit an-
langt, viel Originelles aufzuweisen. Das italienische Volks-
leben ist besonders bevorzugt. Auffallend durch Beleuch-
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