Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 32.1989

Page: 4
DOI issue: DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/mdav1989/0006
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
— Soeben wurden zwei Umfragen zur Situation des Latein- und Griechischunterrichts
an Universitäten, theologischen Fakultäten und kirchlichen Hochschulen durchge-
führt. Zusammen mit dem Fragebogen Latein wurde die in Anm. 1 genannte Über-
sicht ,,Geforderte Lateinkenntnisse" versandt mit der Bitte, die einzelnen Angaben
zu überprüfen und zu korrigieren. Es ist beabsichtigt, die korrigierte Fassung dieser
handlichen Übersicht, ebenso wie die Ergebnisse der beiden Umfragen, in diesem
Blatt zu veröffentlichen, da sie die Grundlage für viele wichtige Überlegungen wei-
terer Art bilden. Mit der Umfrage Griechisch verbindet die Kommission eine beson-
dere Erwartung: die Antwort auf die Frage, ob sie das Projekt eines eigenen Grie-
chisch-Lehrbuches für Hochschulkurse (dazu gibt es einen alten Auftrag des Vor-
standes des DAV) weiter verfolgen soll.

2. In Arbeit sind folgende Projekte:
— Schaffung eines spezifischen Lehrbuches für Lateinkurse an Hochschulen. Diese
Aufgabe hat aufgrund einer Ausschreibung des DAV Herr AkDir. Dr. Gebhard Kurz/
Mainz übernommen. Das Buch ist bereits weit gediehen. Es wird in absehbarer Zeit
in Büchners Verlag erscheinen.
— Erarbeitung einer Handreichung ,,Latein / Latinum in Schule und Universität".
Deren Hauptziele:
a) Sie soll ein handliches Repertorium wichtiger Aufgaben und Leistungen des
Lateinunterrichts sein, wie sie sich verstreut und in verschiedener Ausrichtung
in den von den Landesverbänden herausgegebenen Informationsblättern fin-
den. Die grundsätzliche Frage ,,Wozu Latein?" wird unter den Aspekt ihrer
Bedeutung für das Latinum, die Abschlußqualifikation, gestellt.
b) Die Handreichung will einen knappen Überblick über die Bedeutung des La-
teins für bestimmte Studienfächer geben; dies nicht so, daß gefragt wird ,,Für
welche Fächer sind Lateinkenntnisse juristische Voraussetzung?", sondern
,,Inwiefern ist es für dieses und jenes Fach sinnvoll, Latein zu lernen?"^.
c) Die wichtigsten Rahmenbedingungen der Lateinunterrichtsgänge (s.o. unter
1,1. Spiegelstrich) sollen für die einzelnen Bundesländer dokumentiert wer-
den.
d) Die Handreichung soll eine Synopse ,,Inhaltliche Anforderungen der Latein-
unterrichtsgänge" enthalten. Es hat sich herausgestellt, daß es notwendig ist,
nicht nur die formalen Merkmale, die Rahmenbedingungen, zusammenzu-
stellen, sondern auch die von den Curricula der einzelnen Länder genannten
Lernziele und Autoren zu vergleichen.

3. In Planung oder in Überlegung:
— Die mit den Latinums- und Graecumskursen an den Hochschulen zusammen-
hängenden Fragen sind so vielfältig, daß die Kommission sie nicht, vor allem
nicht längerfristig lösen kann. Geplant ist daher die Initiierung eines ständigen
^Arbeitskreises von Dozenten für Latein- und Griechischkursen an den Hoch-
schulen", der sich der Ergebnisse der beiden Umfragen zu Griechisch und La-
tein bedienen kann. Die ersten Schritte sind schon getan.

4
loading ...