Deutscher Altphilologenverband [Editor]
Mitteilungsblatt des Deutschen Altphilologenverbandes — 32.1989

Page: 26
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Buchbesprechungen

K7aus ßarfe/s, Eu7en aus /Athen. 5tre7f/lc7iter aus der Ant77<e. Echöningh Ver7ag, Paderborn 7 988.
208 5., DM39,80
Für die zahlreichen Leser der Sonntagsausgabe der NEUE ZÜRCHER ZEITUNG würde es natür-
lich bedeuten, Eulen nach Athen zu tragen, wollte man sie auf Klaus Bartels' vermischte Meldun-
gen aus der Antike aufmerksam machen, die vor kurzem unter dem Titel „Eulen aus Athen" er-
schienen sind. Was der Verfasser bis 1981 alle zwei Wochen in dem eher flüchtigen Medium Zei-
tung veröffentlicht hat (Titel: Streiflichter aus der Antike), ist nun teilweise übernommen und,
durch neue Texte ergänzt, zu einem Band zusammengefaßt worden: Vera et ficta, die K. Barteis
bei lateinisch und griechisch schreibenden Autoren (Herodot, Plutarch, Cicero u.v.a.) gefunden
hat, faßt er zusammen zu vielen kleinen, im Durchschnitt drei S. umfassenden Geschichten, er-
gänzt und erläutert sie durch knappe, die Aktualität betonende Kommentare.
Themenbereiche sind u.a. Athleten, Helden und andere Supermänner, dazwischen zwei edle
Musterfrauen; Beispiele von Freundschaft, Liebe, Toleranz und Ratschläge für Wahlkämpfer; In-
formationen zum römischen Kalender, zu Unterhaltung und Lebensgenuß und Betrachtungen
über das memento mori. Der Band schließt mit den Lebensdaten der zitierten Autoren und Stel-
lennachweisen.
Über das Anliegen der Texte könnte man sagen: informierende, unterhaltende und nachdenklich
stimmende Seiten für ein paar ruhige Minuten, z.B. am Wochenende: Et prodesse volunt et de-
lectare legentes. Quod faciunt.
HELGA SiRÖHLEiN, Fichtenweg 1,3400 Göttingen

Enrico Pucc7are7/7 (Hrsg.), 7 cnsdani e 77 servizfo m 777tare. Testimonianze de7 pr7m7 tre seco77, Nardi-
n7 Editore, E7orenz 7 987, 348 5. f= 67b77oteca pafdstlca)
Mit diesem Band ist in der Reihe Biblioteca patristica ein Buch erschienen, das mehr noch als für
die Fachwissenschaft für die Praxis des Unterrichts in den alten Sprachen von Interesse ist. Es be-
handelt die Haltung der frühen Christen zum paganen römischen Staat und zum Dienst im römi-
schen Herr, um die allmähliche Ablehnung beider Einrichtungen nachzuzeichnen. Mit dieser
Zielsetzung hat der Herausgeber mit Kenntnisreichtum die wesentlichen, teils schwer zugängli-
chen Textzeugen zu diesem Problemkreis aus dem 1. bis 3. Jahrhundert gesammelt, auf die ent-
scheidenden Passagen reduziert und mit einer italienischen Übersetzung versehen: 1. Ad Dio-
gnetum, 2. Clemens von Rom, 3. Justin, 4. Irenäus von Lyon, 5. Athenagoras, 6. Tatian, 7. Cle-
mens von Alexandra, 8. Origines, 9. Minucius Felix, 10. Tertuliian, 11. Hippolytus, 12. Caprian,
13. Arnobius, 14. Laktanz, 15. Eusebius von Caesarea, 16. Acta Maximilian'!, 17. PassioMarcelli
centurionis, 18. Passio 5. Theagenis.
Der Textauswahl ist jeweils eine knappe Einführung vorangestellt, die Autor und Werk zeitlich
und inhaltlich erläutert. Einen größeren Umfang nimmt die überwiegend theologisch orientierte
Einleitung in die Thematik ein, die die Lektüre der Texte geschickt vorbereitet; sie umreißt viel-
leicht ein wenig kurz die pagane Einstellung zu Krieg und Frieden, indem sie den Krieg als einen
selbstverständlichen Bestandteil der antiken Lebensordnung erklärt und den Militärdienst als
Dienst für die Gemeinschaft begreift, wodurch dieser seine Rechtfertigung erfahre. Auch im Al-
ten Testament weist der Verf. den Krieg als natürlichen Teil des Zusammenlebens der Völker
nach, bei dem er zu Recht das Talionsprinzip als den Versuch deutet, eine unkontrollierte Eskala-
tion der Gewalt zu vermeiden.^.

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