Oechelhäuser, Adolf von
Die Miniaturen der Universitäts-Bibliothek zu Heidelberg (Band 2) — Heidelberg, 1895

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XXII. Evangelistar

(Sal. VII, 112)

von 151 Blättern (210 X 295 mm). Ausser den flotten üblichen Zierbuchstaben in zwei
Farben, mit oft recht wüsten Schnörkeln, kommen auf fol. llb, 13a, 75a, 83b, 85a, 104a,
108a, 124a und 125b grosse bunte Initialen vor, bei denen der Buchstabenkörper durchweg
golden ist, während schwerfälliges Ranken- und Blattwerk die Innenräume füllt. Eine
viereckige, in den meisten Fällen tiefblaue Umrahmung umschliesst das Ganze. Die Aus-
führung verräth eine schwerfällige, wenig geübte Hand; der Maasstab ist viel zu gross
gewählt. Die Hauptzier der Handschrift bildet das grosse Pracht-Initial 3 auf fol. 7a hinter
dem Kalender zu Beginn des Textes. Es erstreckt sich die ganze Höhe des Blattes entlang
und zeigt innerhalb der den eigentlichen Buchstabenkörper bildenden silbernen Umrahmung
die vier Evangelistensymbole in Banken-Umrahmung abwechselnd auf blauem und rosigem
Hintergrunde. Zeichnung und Farbenauftrag auch hier unbeholfen und reizlos. Bemerkens-
werth sind die messingenen Beschläge des Ledereinbandes (XVII. Jahrhundert), die, mit
flotten Gravirungen versehen, von älteren Deckeln übertragen zu sein scheinen. Folgt

XXIII. Cod. Sal. IX, 23

eine Miscellan-Handschrift von 168 Blättern (170 X 240 mm), die mit der Encyelopädie
des Solinus Polyhistor beginnt und hier gleich zu Anfang auf fol. 2b und 3b je einen der
gewöhnlichen bunten Zierbuchstaben aufweist. Eigentümlich sind hier nur bei dem ersten
die grüne Umrahmung mit dunkelrothen Schnörkeln darauf, beim zweiten ein kaffeebrauner
Grundton, der uns bisher nur im Cod. Sal. X, 19 (s. oben S. 21) begegnet ist. Im Uebrigen
ist nur noch zu Beginn der Miracula Mariae auf fol. 92b ein reicheres Initial zu erwähnen
mit abermals (s. Sal X, H) missglücktem Versuche von Goldauftrag. In derselben
dürftigen Weise ausgestattet ferner

XXIV. Cod. Sal. IX, 14

ein kleiner Quartband (128 X 183 mm) mit nur zwei rohen bunten Zierbuchstaben auf
fol. 2a und 3a, bei deren ersterem lediglich die Verwendung von Silber neben Gold bemerkens-
werth ist.

Schliesslich sei noch erwähnt das kleine

XXV. Breviarium

(Trübn. 48),

welches auf fol. la, 48b, 85a, 152b und 196b mehrfarbige grosse Initialen von sorgfältiger
Zeichnung und eigenthümlicher, grün-gelber Farbenzusammenstellung enthält, während der
Sammelband
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