Rosenberg, Marc
Der Goldschmiede Merkzeichen (Band 4): Ausland und Byzanz — Frankfurt a.M., 1928

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SPANIEN 559

SPANIEN

Eine Ubersicht über spanische Goldschmiedekunst bieten u. a. J. F. Riano,
The industrial Arts in Spain (South Kensington Museum Art Handbooks), London
1879 S. 1-57. — Ch. Davillier, Recherches sur l'orfevrerie en Espagne au moyen
äge et ä la renaissance. Paris 1879. — N. Sentenach, Bosquejo histörico sobre la
orfevreria espanola, in Revista de archivos, bibliotecas y museos, 3. Ser. XII 1908
(nicht eingesehen). — P.M. de Artihano in der Einleitung des Catalogo guia de
la Exposiciön de Orfevreria civil espanola, Madrid 1923.

9091 Der berühmte Goldschmied Juan de Arphe y Villafane bringt in
seinem Qiälatador de ovo, plata y piedras, 2. Bearbeitung von 1598, Buch VII
(S. 314ff des Drucks von 1(378), Auszüge aus königlichen Verordnungen, wonach
in allen Ländern der Monarchie nur Silber zu 11 dineros 4 granos (ca. 930 °/00)
verarbeitet werden darf, und jeder Silberschmied eine kenntliche Marke haben
muß, die unter das vom städtischen marcador aufgeschlagene Stadtzeichen
gesetzt wird. Jeder von auswärts kommende Silberarbeiter, der sich am
betreffenden Ort betätigen will, muß alsbald dem Ratsschreiber angeben,
welches Zeichen er für seine dort gefertigten Arbeiten zu verwenden beab-
sichtigt. Seit 1488 gibt es einen vom König ernannten marcador major de
Casülla (Arphe S. 190/91).

Arphe klagt S. 316/19 über die zahlreichen lokalen Privilegien. Solche
bestanden noch z.T. bis ans Ende des 19. Jh. (s.Handwörterb. der Staats-
wissenschaften, 2. Aufl. III 1900 S. 828). Eine Reihe königlicher Gesetze seit
1730 (vgl. Duband, Les Ouvrages d'or et d'argent 1909 S. 453) bringt Reformen.
Seit 1785 lassen sich verschiedentlich Jahreszahlen bei den Stadtstempeln
nachweisen.

Erst seit 1881 besteht eine obligatorische Emheitsstempelung durch den
Staat, der sie bis 1926 an größeren Plätzen durch lokale Agenten versehen
ließ. Für Gold und Silber wurden nur zwei Feingehaltsstufen unterschieden.

I

9092

9093 „9D"

gekrönt

1. Feingehalt (primera ley
dineros = 916 °/,

für Silber von mindestens 11

oo*

2. Feingehalt (segunda ley) für Silber von mindestens 9 dineros
750°/O0.

Näheres über die neueste Gesetzgebung von 1926 bringt die Deutsche
Goldschmiede-Zeitung 29. Jahrg. 1926 S. 305, eingehender. T. A. Baur, Die
Feingehalts- u. Punzierungs-Vorschriften der wichtigsten Staaten der Erde,
Leipzig (1927) S. 135-141, wo eine unmittelbar bevorstehende Änderung der
Punzierungszeichen angekündigt wird. Die neuen Stempel finden sich bereits
im Gesetz von 1926 Art. 8, bei Baur S. 137.
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