Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 27.1902

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BYZANTINISCHE INSCHRIFTEN
AUS WESTMAKEDONIEN.

Mein Besuch der alten westmakedonischen Metropolen Achri-
cla (Ochrid), Korytza (Gorca) und Kastoria (Kesrie) hatte zum
Endziel in erster Linie die Wiederauffindung des Codex (ge-
nauer der zwei Codices) des heiligen Klemens von Ochrid und
die Kollationierung der Urkunden, welche die Codices der
Metropolen Korytza und Kastoria enthalten, worüber ich ande-
ren Ortes gehandelt habe. Daneben habe ich aber auch eine
Reihe der in diesen Städten und in der Umgegend befindlichen
byzantinischen Inschriften kopiert. Dieselben sind zum grossen
Teil bereits bekannt gemacht, aber der Mehrzahl nach in so
ungenügender Weise, dass mir eine Publikation meiner ohne
Absicht der Veröffentlichung lediglich für mich persönlich ge-
machten Abschriften keineswegs überflüssig erscheint.
In der Unterstadt von Ochrid befindet sich die der himm-
lischen Weisheit geweihte ehemalige Kathedrale, welche nach
dem griechischen Verzeichnis der Erzbischöfe von Achrida-
Ochricl durch Leon, den ersten griechischen Erzbischof (71056),
erbaut worden ist1. Dieselbe wurde nach der Eroberung durch
die Türken in eine Moschee verwandelt, ist aber gegenwärtig
ausser Gebrauch gesetzt. Während sonst überall an den Wän-
den und in den Marmormosaiken des Fussboclens die Türken
die Kreuze ausgemeisselt haben, zeigen die prachtvollen ehe-
maligen Chorschranken, welche heute als Treppengeländer
des Minbar, der türkischen Kanzel, verwendet sind, und das
gleichfalls aus christlichen Materialien zusammengesetzte Kan-
zelschalldach die Kreuze überall unverletzt.
An der westlichen Aussenseite der Kirche zieht sich eine in

1 Λέων πρώτος έκ 'Ρωμαίων, χαρτοφύλαξ τής μεγάλης εκκλησίας, ό κτίσας
την κάτω εκκλησίαν έπ’ όνόματι τής αγίας τοΰ Θεοΰ Σοφίας. Abhandlungen
der Sächsischen Ges. der Wissensch. phil.-hist. Kl. XX Nr. V (1902) S. 6 h.
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