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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0017

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Funöschau

7

wie Herr Dr. Dauber, Tübingen-Heidelberg, bestätigte, durchweg die mesolithische Art. Die
Hauptmasse der Funde lag in der 2X2 in großen Feuerstelle, deren Schicht 45 ein dick
war; außen herum wurden die Fundstücke spärlicher. Hier war zum ersten Male zwischen
schnurkeramischen und mesolithischen Funden eine schichtenmäßige Trennung möglich (vgl.
K. Hormuth, Bad. Fber. I, 1928, 385 fs.) (Gember).
Konstanz. 1. Fürstenberg. Beim Kasernenbau, nördlich vom Flugplatz (Bad. Fber.
Ill, 1936, 350), Streufunde mesolithischen Charakters. — 2. Paradies (vgl. H. Reinerth,
Bachrichtenblatt für deutsche Borzeit 7, 1931, 44. Br. 58) westlich der Altstadt, wo die
Siedlung zu suchen sein wird, neue Funde. — 3. Streufunde am Friedhof, beim alten
Wasserwerk, an der neuen Post, am Gebharösbrunnen (Weg nach dem Horn), ferner am
Münster, am Stephansplatz, in der Beugasfe (Geißmeier), am Eichhorn. — 4. Am See-
ufer (Kat. 1899 u) im Grundstück von Graf Douglas 8 Feuersteine, darunter 1 neolithische
Pfeilspitze (A. Beck).
Mengen (A.Freiburg). 1., 2., 3. Gelände der Ausgrabung, Acker Beiß, Acker Frl.
Schulz, Acker Sehringer. 4. Wieselacker, Acker Reiß (Finder: Fritz Meier).
Munzingen (A.Freiburg)—Ochsenbühl. Pfeilspitze (A. Wangart).
Murg (A.Säckingen)—Totenbühl. (Wehrle; Gersbach).
Aiedereggenen (A.Müllheim)—Spitz (Wi. Lindemann).
Öflingen (A.Säckingen)—Wühler (E. Gersbach).
Reichenau (A.Konstanz) bei der Heilanstalt, seit 1930 gegen 200 Feuersteine (A. Beck).
Riedern a. S. (A.Waldshut). G. Bernhard und F. G. Häring, Dettighofen, meldeten
eine reiche Fundstelle von Feuersteinsplittern.
Rietheim (A.Konstanz). Auf Zug Rötle-Mühlacker oberhalb Rietheim (A. Funk).
Säckingen (Obersäckingen). 1. Gewann Reben (E. Gersbach); 2. Gärtnerei Schlageter
(gefunden von Gärtner Birkenmaher).
Singen a. H. (A.Konstanz). Auf einem Acker am Hohentwiel zirka 200 m nord-
westlich vom Eselsbrunnen fand A. Wangart-Freiburg einen Schaber aus Hornstein
(Garscha).
Tannenkirch (A.Lörrach). 1. „Hohle Loch". 2. „Enken" (sw. Gupf) (E. Kromer).
Wehr (A.Säckingen) (Landesgeologe Dr. Erb).
Wollmatingen (A.Konstanz). 1. Gewann Eichbühl (vgl. Schumacherfestschrift 1930,
S. 93, Br. 37) ergab weitere Funde. Dieser Wohnplatz liegt südwestlich von Wollmatingen
oder östlich dec Station Reichenau; die Angabe bei L. Erb (Geolog. Spezialkarte von Ba-
den, Erläuterungen zu Blatt Äberlingen (148) und Reichenau (161) 1934, S. 94) unter
Wollmatingen-Hegne ist dahingehend zu berichtigen. Ein Gewann gleichen Namens gibt
es südöstlich von Hegne. — 2. Gewann Reuthe (vgl. Reinerth, Schumacherfestschrift
1930, S. 93, Br. 51) bisher 5 dichtbelegte Plätze mit insgesamt 140 Fundstücken (A. Beck).

Jungsteinzeit.
Die Rössener Kultur ist au der Neckarmündung durch Ilvesheim, Ladenburg,
Wallstadt vertreten, aus dem Breisgau durch den Schönberg bei Ebringen, eine
Höhensiedlung wie den Hagschutz bei Niedereggenen (Bad. Fber. !!, 1929, 45sf.;
III, 1936. 353) und den Bürglebuck bei Riedböhringen (Bad. Fber. I, 1926, 167 ff.).
Innerhalb der westeurvpäifchen Kultur ist die Michelsberger Gruppe am leich-
testen zu erkennen, fv in den Funden von Ebringen-Schönberg, Herbolzheim, Ober-
grombach; doch stößt die Zuweisung im einzelnen auf Schwierigkeiten, da die Irden-
ware des westeuropäischen Kreises nicht oder nur wenig kennzeichnend verziert ist,
und bei Ebringen und Herbolzheim es nur der Backteller ist, der einen Anhalt zur
Bestimmung bildet. Sicherlich gibt es aber in dieser sehr inhaltsreichen Kultur noch
mehr Untergruppen und zeitliche Entwicklungsstufen, z. B. möchte man Herbolzheim
in die Nähe der Frühbronzezeit datieren. Anter diesen Amständen ist es vorderhand
noch unmöglich, Iungsteinzeit und Frühbronzezeit immer zu trennen.
 
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