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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0026

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16

Fundschau

des Hauses

Fundamentaushub

Abb. 8. Singen a.H. 1/5.

Ilbesheim (A-Mannhcim), Gewann Altwasser. 23. 10. 36: Beim Graben eines Rü-
benloches kam ein Skelett einer jungen Frau zutage, Ost-West liegend, Kopf nach Borden
blickend; auf der Brust lag eine zierliche Mittellatcnefibel, 2 ein lag, aus einem Stück
Dronzedraht gefertigt, der am Bügel geperlt war; ein zweites Skelett war bereits gestört.
Beim weiteren Abtasten der umliegenden Äcker kam auf der Bord-Seite des anstoßen-
den Feldwegs ein Brandgrab heraus: Scherben einer Schale mit bauchigem Knick aus
schwarzem poliertem Ton, 1 schlanke Mittellatenefibel aus Bronze, 8 cm lang, und Glieder
aus flachen: Eifcnband einer zierlichen Kette mit 2 Eisenringen. Außerdem fanden sich
noch römische Ziegelstücke und Gefäßscherben, 1 Sigillatastück und 1 großer Amphoren-
henkel. Bollständige Klärung, wo die zugehörige Siedlung gelegen hat, konnte nicht erlangt
werden. Ob das Brandgrab schon suebisch-germanisch, ist nicht sicher. Auffallend bleibt die
Lage der Fundstellen in der Beckarniederung (Gropengießer).
Istein (A.Müllheim)—Klotz. Randstück einer Schüssel (R. Halter).
Mengen, s. 0. unter „Llrnenfelderzeit".
Munzingen (A.Freiburg)—Kurzacker. Bei Anlegung einer Auffahrt
schnitt Landwirt E. Lang eine Wohngrube der Latcnezeit an, die von
I. Eckerle bemerkt und eingemessen wurde. Auf mindestens 4 m Länge
liegt in 2,20 m Tiefe unter der heutigen Oberfläche eine ebene Gruben-
sohle mit 2—3 cm rotbraun gebrannter Schicht; Einfüllung stark mit
Holzkohle durchsetzt (Eckerle).
Säckingen. Zwischen Portal und Bordecke des Schlosses wurde bei
Erneuerung der Wasserleitung in 1,5 m Tiefe eine Brandschicht ange-
schnitten, worauf Bürgermeister Dr. Llttentaler unter Aufsicht von Pfle-
ger E. Gersbach den Graben verbreitern und einen Suchfchlih anlegen
ließ. Die Brandschicht lag an der Parkmauer, maß 1 m Durchmesser und
war fast kreisrund, „der Boden war völlig rot gebrannt und viel Holz-
kohlen lagen herum. In dieser Brandschicht lagen viele Kupferschlacken
und Bronzereste". Gleich zu Anfang wurde ein großer Behälter aus rot
gebranntem, sandigem Material zerstört; 3 cm Wandstärke, innen glatt
gestrichen, außen uneben, kein Randstück erhalten; er wird dem Schmelz-
vorgang gedient haben. Ferner fanden sich wenige Stückchen kalzinierter
Knochen und kleine Scherben, die dem Äbergang von der Hallstattzeit zur
Latenezeit angehören dürften, ein Stückchen Gagat (ungeformt), ein
durchbohrter Gegenstand aus weichem weißen Metall (Silber? Blei?).
Die Fundstellen wurden vom Stadtbauamt eingemesfen.
Singen a. H. (A-Konstanz). Im
Kleiststr. 2 fand sich ein
mehrfach zusammengebo-
genes Schwert mit gu¬
ter Brandpatina. Das
Schwert soll bei einer
Lage von Hohentwiel¬
steinen (Phonolith) ge¬
fundenworden sein. Dem¬
nach dürfte es sich wohl
um ein Brandgrab ge¬
handelt haben.
Das Schwer t(Abb. 8):
Länge der Klinge etwa
66 cm; Rest der Griff¬
angel noch3cm; Schwert¬
breite am Oberende der
Klinge 4 5 cm, nach un¬
ten spitz zulaufend. Die
Klinge hat flachrhombi¬
schen Querschnitt. Bon
 
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