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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0027

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Fundschau

17

der eisernen Schwertscheide sind aus der Klinge nur Reste erhalten; das meiste scheint bei
der Ausfindung verlorengegangen zu sein. Gut erhalten ist nur die Scheidenspitze mit dem
durchbrochenen Ortband. Aach der Form des Ortbandes zu schließen handelt es sich
um einen Fund aus der Mittel-Latenezeit (Funk-Garscha).
Singens. H. (A.Konstanz). Beim Abträgen von Gelände zur Anlage des Weges in
der Verlängerung der Adolf-Hitler-Straße zwischen Realgymnasium und Amtsgericht wur-
den Slelettstücle gemeldet. Diese waren bei der Besichtigung größtenteils ausgegraben, nur-
einige Schädel- u. Wirbelknochen und Rippen waren noch in ursprünglicher Lage im
Boden: danach lag das Skelett in 2 in Diese gestreckt, Kopf SW, Füße NO; in der Hals-
gegend ein natürlich gelochter eiförmiger Kalkstein, in der Durchlochung am verdickten
Ende ein Silberdrahtring von 3 cm Durchmesser, rundem Querschnitt (2 inm), Enden
verjüngt. Auf gleicher Höhe, etwa 50 m westlich, in der östlichen Böschung der Hindenburg-
straße wurde vor Jahren eine keltische Goldmünze bei einem Skelett gefunden, die von mir
eingesehen, aber nicht erworben werden konnte (A. Funk).
„Tarvdunum" (Burg A.Freiburg-Rainhof), s. u. „Beiträge".
Germanen der Spät-LaLsne- und römischen Zeit.
Heddesheim (A.Weinheim). Kiesgrube „Nm Galgen" (neben der Landenburger Kies-
grube an der Straße nach Wallstadt). 20. 5. 36. Suebisches Brandgrab: ein henkelloses
Töpfchen aus rötlichem Ton mit breitem gerilltem Rand, 14 cm hoch, nur mit Erde gefüllt:
daneben verbrannte Knochen und verbrannte Scherben von 2—3 Gefäßen, unter denen auch
ein kleiner Sigillatakumpf war; dabei 1 Dronzefibel mit Sehnenhaken, wie im Kastell Hof-
heim i.T. Alles lag in einer ungefähr 60 cm breiten Grube. Das Grab gehört in die Mitte
des 1. Jahrh. n. Ehr. (Gropengießer).
Ilvesheim (A.Mannheim). Kiesgrube Wolff. 3 runde Gruben und 1 unregelmäßige
mit germanischer Bauernware der Spätlatanezeit, darunter auch 1 Eisenmesser mit abge-
brochenem Griffdorn, gebogenem Rücken und gerader Schneide (Gropengießer).
Dorrömische Fundstellen.
Dittelbrunn (A.Donaueschingen). In der Gnirshöhle fand Bezirkspfleger O. Dreher
im Mai 1936 eine größere Anzahl vorgeschichtlicher (Jungsteinzeit—Latenezeit) und mittel-
alterlicher Scherben (Garscha).
Dreifach-Hochstetler Feld, Kiesgrube Karl Jchterz. Scherben.
Dillendorf (A.Waldshut). In der Tuffsandgrube ist die Kulturschicht wieder ange-
schnitten.
Ilvesheim (A.Mannheim). Kiesgrube Back. Bei der Abdeckung konnte aus dem Ab-
raum ein großer einfacher radförmiger Spinnwirtel von 6 cm Durchmesser geborgen wer-
den. Der grobe gemagerte Ton könnte ihn in die Steinzeit weisen (Gember).
Liedolsheim (A.Karlsruhe). Beim Graben einer Müllgrube im Arbeitslager rechts
der Straße Liedolsheim—Rußheim wurden Ende August 1936 vorgeschichtliche Scherben und
Tierknochen, darunter Teile eines Hirschgeweihes gefunden (Garscha).
Mengen (A.Freiburg)—Löchleacker (G. Boll).
Ofteringen (A.Waldshut). Landwirt Jul. Stoll bemerkte beim Baumsetzen im Ehren-
tal „sehr alte" Scherben und übergab sie Hauptlehrer Schneider, Degernau. Einige „vor-
römisch", andere Wohl römisch.
Opfingen (A.Freiburg)—In den langen Wangen. Feuerstcingeräte und „vorrömische"
Schcrbchen, also Wohl neolithische Siedlung (A. Wangart).
Sasbach (A.Emmendingen)—Limburg, großer Steinbruch (s. auch „Römisch" und „ge-
ostete Skelette"). Aber dem Fels liegt Löß, darüber rund 80 cm braunes löhigcs Material
(verschwemmter Löß?), und der Ackerboden. In dem braunen lößigen Boden vereinzelte
vorrömische Scherben und ein Bruchstück einer Feuersteinpfeilspitze, gesunden im Abraum
rund 30 in nordwestlich des Doppelgrabs (s. u.).
 
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