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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0028

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Funöschau

Dilchband (A.Tauberbischofsheim). Eine Reihe neuer Fundstellen wurde in den Öst-
lichen Gemarkungen des Amtes Tauberbischofsheim von Landwirt Lutz-Bilchband festge--
stellt (Wahle).
Welschingen—Neuhausen (A.Konstanz). Streuscherbcn fO. Dreher).
Römische Zeit.
Besondere Fundstücke sind die Inschrift von Wutöschingen und der Merkur von
Offenburg, das eine ein Zufallsfund, das andere eine Frucht planmäßiger lang-
jähriger Geländebeobachtung des Offenburger Museums. Gutshöfe sind neu fest-
gestellt in Auerbach, Biengen und Murg, wobei sich in Biengen bei einer einfachen
Rotgrabung wesentliche Aufschlüsse über die Baugeschichte gewinnen ließen. Neben
diesen stattlichen Anlagen verdienen die einfacheren und einfachsten nicht weniger
Beachtung, bilden sie doch Vorposten des eigentlichen Siedlungsgebiets und wer-
den häufig die einheimische, gallo-germanische Bevölkerung beherbergt haben, so
Tarodunum, Pforzheim-Hagenschieß, ferner wohl auch manche Stelle, wo vorder-
hand nur Leistenziegel gemeldet werden können. Der Brunnen von Sasbach wird
an der Römerstrahe am Rordfuh des Kaiserstuhls gelegen haben. Ein einfaches
Brandgrab stammt von Langenbrücken, monumentale Grabdenkmäler und Plastik
beschränken sich, wie bisher, auf das Anterland (Eutingen, Leimen, Sinsheim). Die
Kultur schicht von Säckingen sichert im Zusammenhang mit den früheren Funden
(Siedlung - II, 238 Thermalquelle, Friedhof) eine bedeutende römische Besied-
lung des Platzes, wenngleich ansehnlichere Bauten oder Kleinfunde noch ausstehen;
von größter Wichtigkeit wäre es hier, die Weiterbesiedlung über die Völkerwan-
derungszeit ins frühe Mittelalter kennenzulernen.
Einen bedeutenden Schritt in der Erforschung der römischen Periode bringt
das Werk von H. Mylius über die römischen Heilthermen von Badenweiler; im
nächsten Iahresheft wird darüber P. Revellio eingehend berichten. Hier sei noch
auf die historische Einleitung von E. Fabricius hingewiesen und die Revision der
Münzfunde von H. Schleiermacher.
Was die römischen Straßen anbelangt, so muhte man bislang die Karte von
E. Wagner mit Vorbehalt ansehen, weil keine Unterlagen bekannt waren; F.Garscha
hat nunmehr einen eingehenden Aktenbericht von C. Miller aus den Iahren 1889, 90
vorgefunden, der nicht nur über Begehungen berichtet, sondern auch über Profil-
schnitte, u. a. einen ganz ähnlich dem von Wolfenweiler, Hl, 1936, 377 Abb. 167.
Auf Grund dieser Befunde hat Miller die Karte gezeichnet, die von E. Wagner
übernommen wurde.
Auerbach (A.Karlsruhe; bisher Ettlingen). Beim Abtragen einer erhöhten Stelle
eines Feldweges, der von der Landstraße aus durch das Gewann „Bern Halden" nach
dem Wald führt, stieß inan auf römisches Mauerwerk und Kleinfunde. Es handelt sich um
zwei parallellaufende Mauerzüge mit einer dazwischenliegenden Türschwelle mit Anschlag.
In etwa 4 m Abstand südlich davon zieht eine dritte Mauer, die nach Westen auf den
Parallelzug zuläuft. Der Brandschutt zwischen den parallelen Mauern enthielt Scherben
und Eisenfunde von einem Kesselgehänge. Anter den wenigen Sigillaten ist auch ein Bo-
dcnstück mit dem Stempel des VlbMmckIIVI8 zu finden (Garscha).
Badenweiler. Bei Erweitcrungsarbciten am Markgrafenbad wurde eine Mauer fest-
gestellt und Scherben und Ziegelstücke geborgen. „Die Mauersteine waren z. T. von Feuer
geschwärzt, Aschenreste durchsetzen das Erdreich, so daß inan an eine Brandkatastrophe
denken muh" (Scheffelt).
Diengen (A.Freiburg i. Br..), s. u. unter „Beiträge".
Brennet (A.Säckingen). Ziegel (Gersbach).
 
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