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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0122

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G. Kraft und R. Halter

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durch eine Mulde getrennt sind. In diesem Winter wollte Zeihet besonders tief
pflügen, um die im Boden befindlichen großen Wacken herauszuschaffen. Sie fanden
sich auf den Rücken in großer Zahl und sind hier offenbar angeschwemmt. Am so
mehr fiel ihm auf, daß auch in der Mulde, die sonst steinfreien Lehmboden hat, und
zwar genau in der Mittelachse, Steine angetroffen wurden. Durch Hauptlehrer
Meßmer erhielten wir Nachricht.
Die Antersuchung fand am 14./15. XII. 1936 durch R. Halter statt. Zwei
Schnitte in 20 m Abstand konnten den Befund zwar nicht restlos klären, aber die
Richtung der Straße und die Hauptzüge des Aufbaus festlegen. Der oberste Teil
besteht aus bis zu kopfgrohen Wacken; die Oberfläche ist durch den Ackerbau größ-
tenteils herausgerissen. Der untere Teil der Steinsetzung ist breiter, besteht aus
faustgroßen Gerollen und liegt in grauem, nicht gewachsenem Lehm. Die Straße
läuft geradewegs auf die oben beschriebenen römischen Gebäude zu, die 500 m
westlich liegen und ist daher mit größter Wahrscheinlichkeit als römisch anzusprechen;
dahingestellt sei, ob der Anterbau einen älteren, vielleicht sogar keltischen Weg
darstellt (Halter). Bon Bedeutung ist, daß die Straße vom römischen Gebäude nach
Osten, also in den Schwarzwald hineinführt; ihre Richtung zielt nicht auf das Tor
im Heidengraben, das sie Wohl nach einem Knick erreicht haben wird^.
II. Einzelfunde.
Don L. Hahl, Freiburg i.Dr.
Die Stücke befinden sich in den Städtischen Sammlungen, Freiburg, Inv.--
Rr. k> 35/16 a-44r.
L. Keramik.
Terra Sigsllata.
1. Bruchstücke von Schüsseln der Form Dragendorff 37 (s. Schleiermacher, Bad. Fber. Hl
1935 S. 215 Abb. 96 Rr- 1).
a) Zwei unverzierte Rundstücke von zwei verschiedenen Gefäßen (29 b; ü).
b) Scherbchen mit Traubenblatt, darunter Rest eines „Stabes" (29 e).
c) Scherbchen mit kleinem. Blättchen und „Fächer" mit herauswachsenöer Blüte (29ck).
ä) Stark verriebenes Scherbchen mit dem unteren Teil eines nach rechts hin laufenden
Mannes (26§).
2. Randstück einer Schüssel mit Barbotineblättern der Form Ludowici SMb (27 e).
3. Zwei Randstücke von zwei Tellern der Form Drgdf. 31 (27 n; 29 m). Doöenstück, viel-
leicht von einem Teller Drgdf. 31/18 (29 c).
4. Zwei Randstücke und ein Bodenstück von mindestens zwei Tellern der Form Drgdf. 32
(28 29 a, b) (Bad. Fber. III 1935 S- 215 Abb. 96 Rr. 4).
5. Bierter Teil eines Schälchens der Form Drgdf. 40, ohne Randlippe (23 H.
6. Randstück und zwei Scherben einer Reibschüssel der Form Ludowici RSa (17 b; 29 k, 1).
Sonstiges Tongeschirr.
7. Gefäße aus feingeschlämmten Ton mit Firnis bezw. Farbüberzug.
a) Halber Becher aus rötlichem Ton mit rotbraunem, stumpfem Äberzug (16 na), zur
Form vgl. Bad. Fber. III 1935 S. 215 Abb. 96 Rr. 7.
b) Randstück eines Bechers aus rötlichem Ton mit braunem, stumpfem Äberzug, ent-
spricht etwa der Form Ludowici Bd, nur mit glatter Lippe (29 g).
c) Scherben aus gelbrotem Ton mit braunem Äberzug, mit Kerbbändern und recht-
winklig sich schneidendem Gitterwerk verziert (17 r, 18 t, 20 c, 20 ck, 26 p, 28 p).
ck) Scherbe aus braunem Ton mit schwarzem, glänzendem Äberzug (17 c).
e) Boöenftück (eines großen Bechers?) mit braunschwarzem Äberzug (23 k).
Sie geht etwa perallel mit einem alten, noch teilweise erhaltenen Weg 360 in
weiter südlich.
 
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