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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0124

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114

G. Kraft und R. Halter

b) Drei Bruchstücke von drei verschiedenen Reibschüsseln rätischer Form, aus gelblich-
rötlichem Ton mit braunem und rotem Äberzug auf Kragen und Kehle (61, 7i,
21 i, 23 h, 27 ü).
12. Fußlose Teller (Bad. Fber. III 1935 S. 215 Abb. 96 Rr. 12).
a) Bitt flachem Boden und mehr oder weniger stark eingezogenem Rand (s. Form Ludo-
wici TI u. T2), aus gelbrotem Ton mit z. T. schwarz verbranntem Kern, öfters mit
Äberzug von roter bis bräunlicher Farbe (6 m, o- 7b, 13 i, 16 k, 17 ü, I; 18 e, k, m;
20 ü, 21/, 24 u, t).
b) Bruchstücke von zwei Tellern der Form Ludowici T14 mit flachem Boden und ein-
fach gerilltem Horizontalrand aus gelblichem Ton mit braunem Farbüberzug
(24 x, 7 a).
13. Krüge und Amphoren aus rotgelbem Ton.
a) Henkel von Krügen, glatt, zwei- und dreigeteilt (7§, 18 x; 7k, 62, 17 b, 18 v, 23 a).
b) Ranöstücke von Krughälsen mit waagrechter Lippe (6xv, 16 n, 20 k, 22 c, ci, 28 x,/).
Randstück eines Krughalses mit waagrechter- gekehlter Lippe (7 c).
c) Halber Amphorenhals mit nach außen leicht abgeschrägter Lippe (7 b). — Ferner sei
hier das Randstück eines großen Fasses aus grobem, ziegelartigem, rötlichem Ton
erwähnt mit 6 cm breitem, nach außen überstehendem Horizontalrand. Wandstärke
rd. 3,5 cm (41 k).
Auf der Außenseite von Scherben aus rotgelbem Ton sind eingeriht:
a) Sl^ (71).
b) L oder die Hälfte eines O (13 k).
c) O oder V (14 a). — Die Buchstaben bei a sind größer als bei b und c.
8. Metall.
(Jnv.-Rr. a-5 ck, 29 u—31 a.)
1. Zahlreiche eiserne Rägel in den verschiedensten Größen, und Beschlagstücke.
2. Hakenschlüssel.
3. Münzähnlicher, flacher eiserner Gegenstand.
4. Hufeisen (2 t), ohne gewellten Rand. L-, 12,5 cm, Br. 10,6 cm.
5. Halbkugeliger, durchbohrter Bleiknopf (44 ch.
7. Kupfermünze, Oberfläche stark oxydiert; nicht bestimmbar.
O. Stein.
Sieben Randstücke von Mahlsteinen (31 b—31 b). Bei 31 c auf der konkaven Innen-
seite rechteckige Einarbeitung, auf der Rückseite eingeritztes kreuzförmiges Zeichen. 31 §
und b haben einen 2,5 cm breiten erhöhten Rand.

v. Verschiedenes.
1. Wandverputz mit grüner Oberfläche (42g).
2. Lierknochen.
Die sehr dürftige, und meist nur fragmentarisch erhaltene Keramik wird wohl in
der Hauptsache dem zweiten Jahrhundert angehören. Dafür sprechen die zahlreichen
Profile mit glattem, einfach oder mehrfach geteiltem horizontalem (Nr. 9 b, e, ci)
und die vielen Scherben von Töpfen mit nach außen gebogenem Rand (Nr. 9 a).
Auch das Zurücktreten der innen gekehlten Topfränder (vgl. Oelmann, Nieder-
bieber Typus 89), die erst vom Ende des zweiten Jahrhunderts an in Germanien
in größerer Menge auftreten, während sie in Rätien fast ganz fehlen, kann man
hierfür anführen (vgl. Barthel, ORLB. Nr. 59 Cannstatt S. 66 unter 8). Bemerkens-
wert sind die unter Nr. 9Z beschriebenen Profile, für die ich keine Parallelen finden
kann. Stratigraphisch ergibt sich kein Anhaltspunkt für eine andere Datierung als
die Hauptmasse der übrigen Keramik. - Zum Hufeisen vgl. den Text S. 106.
 
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