Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 30
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wesen, clnto aber unter eineu Herrn
gehören) möge succurriert werden? Denn
laut JnkorporationSinstrument sind besagte
reclitus et provsntus iu feuere pro
inürmis ue pnuperibus nlenclis et boven-
clis anzusehen .... Die nach diesen
Worte» beigcsetzte Formalia: »et pro
pereArinis illuc coutbuentibus« deute»
tlärlich an, daß auch exteri dieses Snc-
curseS kraft Stiftung fähig seien. Es sei
— fährt der Gutachter fort -— dasselbe
Rechtsverhältnis, wie bei einem „für Arme
luciistiucte ausgeworfeueu Legat, wo es
in des executoris Willkür stehe, das ver-
machte Geld unter die Armen cujuscunczne
sortis et §eueris anszuteilcn". Uebcrein-
stimnieud mit dieser NechtSanschauuug sind
denn auch einige Fälle vorgekommen, wo
Einwohner der Herrschaften Antendorf
und des Amts Ebeuweiler vom Spital
mit Uuterstützungsbeiträgeu bedacht wurden.
Später kam indes in der Verwaltung eine
gegenteilige Praxis zur Geltung, iusoserue
ein Erlaß des Grafen Franz löaver v. K.
6. cl. 30. März 1809, wenigstens mit
Bezug auf Ebenweiler sich dahin anö-
spricht, daß das dortige Amt ans den
Spital keinen Anspruch habe, da derselbe
lediglich für die Landschaft errichtet wor-
den sei.
Das Vermögen des Spitals bestand
— nach der Oberamtsbeschreibnng von
Sanlgau(S. 233) — seit der Mediatisierung
in Lehenhöfen und Nebgütern, in Groß-
zehnten zu K., Ober- und Unterweiler,
Stephansrente und auf einem Teile der
Riedhanser Markung, sowie in Kapitalien.
Seit Ablösung der Gefälle und Zehnten
bestehen die Einkünfte ausschließlich nur
noch in Aktivkapitalzinsen; die Verwaltung
wird vom gräfl. Rentamt zu K. geführt.
Ein Spitalgebäude ist — eigentümlicher-
weise — heutzutage nicht mehr vorhanden;
die Lokalitäten des früheren Spitalhvfguts,
welche einst zur Beherbergung und Ver-
pflegung von Pilgern und Armen dienten,
wurden 1869 verkauft.
A n m erkungen:
0 Nebenbei bemerkt, giebt es auch im Groß-
herzogtum Baden, Bezirks Schopfyeini, iu der
ehemaligen Landgrnfschafl Scinsenberg einen Orl
Tegernau.
2) Ein Dorf Äsen, Aasen, Aasenheim existiert
noch in der früheren Landgrasschaft Baar: cs
giebt aber auch einen abgegangenen, in der alten

Kleineren) Folcholtsbaar, dein nachmaligen Ergan
(Erich-, Eritgan, Herkowe) gelegenen Ort Asin-
heiin bei llnlingen, welcher mit vielen! anderen!
Besitz nach Neugarts cocl. äipl. Nr. 115 i. I.
805 von Graf Wago dein Kloster St. Gallen
geschenkt wurde.
Wo dieses A s fe l t ta g gelegen war? Zum
Psarrdorf Baltmertshofen, OA. Neresheim, wird
in der wnrttbgsch. Landesbeschrcibnng (III, S. 580)
eine abgcgangenc „Affalterinnhle; Eggeninnhle,
einst dei» Kloster St.Gevrgen gehörig (11B. II., 10)"
vermerkt; 2>/s Jahrhunderte später besaß der
i. I. 1620 zu Konstanz -s Domherr Ulrich
Baron v. K. das „Amt Affeltrach", das wohl
das an der Mindel gelegene Psarrdorf Apfeltrach
gewesen sein wird.
U Es ist derselbe Eberhard v. K., welcher
„die Pfrnnd zu Ravensburg ini Spital" stiftete.
Winrrkigo Zur Grschichte des Land-
Unpicolü Merexlheim.
1. Bericht des Dekans Michael
B n r ch ard an dasBis ch öfli ch e O r-
dinariat in Augsburg über die
Pfarreien des Kerdts selbes vom
Jahre 1663.
(Aus dein bischöflichen Archiv zu Augsburg.)
Auf Eurer Hochw. und gnädigen Be-
fehl, daß alle Pfarreien, welche dem
Hochlöbl. Kloster und Gotteshaus NereS-
heim zugehören und von den Herrn Re-
ligiösen meistenthcils versehen werden,
jetziger Beschaffenheit allernnterthänigst
deutsch wie ichs in Helatione visitntionis
überschrieben, cinschicken solle, habe solches
gehorsamst auf dies Papier verfassen wollen
wie folgt:
Die Pfarr und Städtle Neres-
heim versieht Ich Bernhard Weinhardt,
Großkeller, ließt schier täglich hernntcn
Meß, an Sonntagen hält er die Kinder-
lehr und hernach die Vesper, an Sams-
tagen und Feierabenden sind gar selten
Vespern. Viele der Bürger hätten gern
eine eigene Pfarrei im Städtle. Schul
hält man durchs ganze Jahr, die Kirche
ist wohlgedeckt, sauber und mit Paramen-
ten und was zum Gottesdienst gehörig
wohl versehen, wie auch das Pfarrhaus
ziemlich wohl versichert und zngericht ist.
Tauföl und Venerabilo sind sauber und
wohlversorgt. DaS Kapital des Heiligen,
welche ist n. l. Frau, erstreckt sich schier
auf 400 fl., die Rechnung geschieht jähr-
lich im Kloster; außer der Stadt ist auch
eine schöne Kirche oder n. l. Frau Ka-
pelle, zwischen der Sakristei und dem Thurm
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