Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 77
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Aegidius Verhelft in Gips geformt, stack
Georg Christin» Kilian in Kupfer.
lstrmii der Wappen der.Minnesliuier
ans Schwaden.
Beitrag zur Geschichte der christlichen Mystik in
Schwaben und Alainannien.
Von F. Monc.
lFvrtsctznng.)
XXVI.
Zn den 25 Abschnitten, in welchen
die Wappen mehrerer Minnesinger ans
Schwaben, ans der Schwei; nnd vom
Obcrrhcine besprochen wurden, muß ich
Nachträge nnd Berichtigungen geben.
Während der Jahre 1892—1896, in
welchem Zeiträume ich an der Kritik der
Wappen der Minnesinger arbeitete, war
ich bemüht, weitere heraldische Werke,
welche der Zeit nach bis nahezu an die
Züricher Wappenrolle von 1336—40
hinaufreichen, für jene Aufsätze soviel als
möglich auSznbenten. Diese sind: 1) das
Donanescbinger Wappenbnch von 1448
bis 1470 mit Nr. 496 in der Fürsten-
bergischen Bibliothek zu Donaueschingen
nnd 2) Grabdenkmäler in Salzburg von
1235—1600, heransgegebe» von Professor
vr. Michael Walz und Karl von Frey.
Beide Werke hat Zangemeister, welcher
die Wappen des Manesse-Codex mit un-
verkennbarer Unkenntnis der Heraldik 1891
heransgab, nicht gekannt. Die zuerst er-
wähnte Handschrift ist von Konservator
Emil Wagner in Donaueschingen mit
großer Sorgfalt nnd meisterhafter Ge-
schicklichkeit kopiert worden. Die Bei-
schristen aber hat Archivar lür. Ludwig
Banmann nicht frei von zahlreichen Lese-
fehlern nnd ohne Sachkenntnis geliefert.
Dieses Dvnaueschinger Wappenbuch von
1448 geht in seinen Anfängen bis 1430
zurück nnd ist selbst eine Kopie eines
älteren, vielleicht für Kaiser Karl IV.
angefcrligte», Wappcnbnches. Ans den
beigeschriebencn Namen kann man schließen,
daß sowohl die Kopie, wie das Original
von etwa 1350, von einem Böhmen
(Czcchen) herrühren, welcher der deutschen
Sprache nicht ganz mächtig war. Nicht
unwahrscheinlich ist die Vermutung, daß
ein Parzifal (Perscrvant) des Kaisers
Sigismund diests Wappcnbncb angelegl

hat mit Benützung von Ulrich Neichen-
lhalers Konstanzer Konziliums-Chronik.
Die Grabdenkmäler in Salzburg von
1235—1600, herausgegeben von Or. Mi-
chael Walz und Karl von Frey 1867,
enthalten einige Wappen ans den Jahren
1300—1320, welche mithin gleichen Alters
mit dem Manesse-Codex sind.
3) Das Wappenbnch von U>r. Stantz
1838 ist etwa 1560 von dem Perservaut
(Parzifal) der Ritterschaft vom Sl. Georgen-
Schild gemacht worden und soll die Kopie
eines Wappcnbnches deö kaiserlichen Wap-
pcnhcroldes unter Karl V. sein. Darin
werden Abbildungen von Wappen von
1473 citicrt. Vieles ist zwar falsch ge-
zeichnet und unrichtig koloriert, aber eine
ältere Quelle muß diesem Sammelwerke
doch zu Grunde liegen.
Die Dichter, Dichterlinge und Minne-
singer, deren Wappen hier Gegenstand
einer weiteren Kritik ist, werden unter den
Nummern aufgeführt, welche ihnen der
Manesse-Codex giebt.
(Fortsetzung folgt.)
Würtstsmbsi'Z'iog, auf der Ist. ist. Stu
dtoululiiicirstoti in Salzüurg.
Milgetcilt von C. A. Bnsl, Pfarrer a. D. in
Ravensburg.
Es befindet sich auf genannter Biblio-
thek eine größere Anzahl von Kollektanecn,
Abschriften und Auszüge», die sich ans
Württemberg beziehen. Wir haben davon
Einsicht genommen und teilen einen Ueber-
blick in folgendem mit:
1. „Nauuscriptn receutiorn". V. 1.
S. 68. Rechtsgutachten in Sachen Her-
zog Ulrichs von einem Ungenannten,
beginnend mit: „Uncti coutinAeutin etc.",
von der Universität Basel, 28. Septem-
ber 1549, beginnend: „Comites n VVir-
tembei'A cum nb nnticjuo etc.", sowie
andere diesbezügliche NechlSgutachte».
2. V. 1. X. 73. Großer Fvlioband.
Die erste Hälfle enthält zwei Geschichten
der Herren von Württemberg, die zweite
28 verschiedene Faszikel VVurttcmbergicn
ans dem 16. Jahrhundert.
3. V. I.L. 74/l. „E l lw anger Kon-
tra k t e mit Württemberg", Verträge,
Schirmbricfe, Sparnnge» (vgl. ObcramtS-
beschrcibnng Ellwangen S. 449, 450),
Erklärungen EllwangenS nnd Württem-
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