Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Seite: 129
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Grrl.m für Sr sch ich re, AitertumMliiidr,
lrmist und Aulttir der Siüeese Sortriwury und der aurlreiizenden Seüiete.
lseeausqcneben und icdigicrk von Amtsrichter a. D. Vcclt in Ecibeiipburg.
Beiticigc, Kv > resp vn d en z en rc., N e z en s i on S-Exemp lare, Tcmschzeitschiiften rc. wollen
stets direkt nn Amtsrichter a. D. Beck in NnvenSburg, Bestellungen und Reklamationen an
die Expedition deS „Deutschen VvlkSblatts" in Stuttgart, Uibansstiasje 94, gerichtet iverden.

Ulr. S.
-1SS6.

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44.

Schwäbische Biographieen.
11. Nnpcrt II. Neß ans W angeII i. A.,
NcichSprälat von Ott ob euren
(1070-1740)').
Von Amtsrichter a. D. Beck.
Rupert Neß, hervorragender Ncichs-
prälat und Erbauer des (in der bayerischen
Provinz Schwaben gelegenen) Benediktincr-
stifts Ottobenren, so wie dasselbe jetzt
noch steht, gcb. (Tanfnaine: Johs. Chry-
sostvinns) am 24. November 1670 zu
Wangen i. A., nicht dem geringsten ehe-
maligen obcrschwäbischen Reichs-, jetzt würt-
tembergischen Oberamtsstädtchen, welches
dem geistlichen, bezw. Ordcnsstande eine
Reihe von Würdenträgern, so St. Gallen
den berühmten „roten Nhli" und Olto-
benren allein drei Aebte, darunter den
letzten, Panlus Alt, w. gegeben, besuchte
die Ottobenrenschen Klosterschuleii, darauf
die Beiiedikliiiernniversität Salzburg und
empfing, nachdem er schon im I. 1688 zu
Ottobenren die Ordensgelübde abgelegt,
im I. 1695 die Priesterweihe, wurde dar-
nach Psarrverweser zunächst in der zum
Priorat St. Johann zu Feldkirch gehörigen
Pfarrei Tisis, später Stiftsökonom, bis er
im I. 1710 als Nachfolger des ebenfalls
ans Wangen stammenden Abtes Gordian
Scherrich und als 52. seiner Würde
unter dem Titel Rupert II. zum Prälaten
seines damals reichSnnmiltelbaren Stiftes
erwählt wurde. Als solcher hatte er nun
') Diese Biographie ist zuerst in der „All-
gemeinen d eut sch en B i vgrnp hie" XXIII.
Band, l 88k>, S. 442—44ö, erschienen nnd wird
hiermit mit Genehmigung der Verlagsbuchhand-
lung von Dnncker u. Humblot in Leipzig repro-
duziert.

nicht bloß die Oberaufsicht über das
Kloster als geistliche Anstalt, sondern auch
die weltliche Negierung über ein Gebiet von
gegen fünf Qnadratmeilcn mit ziemlich ver-
wickelten staatlichen Verhältnissen nnd etwas
über 20 000 Einwohner zu führen. Außer
vielen Erlassen nnd Verwaltnngsinaßnahmcii
znin Nutzen der Herrschaft war eine seiner
ersten Sorgen die vollständige Ablösung
deö im I. 1359 an das Hochstift Augs-
burg gekommenen höchst lästigen Schutz-
vogteirechteS um die bare Summe von
30 000 sl. Bald darauf im I. 1712
wurde dem NeichSstift durch Kaiser Karl VI.,
welchem sich der Abt das Jahr zuvor in
Füssen vorgestellt, die hohe Auszeichnung
zu teil, daß fortan nnd erstmals bei
Rupert II. in Wirkung tretend mit der
Oltobenrcnschen Prälatur die Würde eines
wirklichen kaiserlichen Rates und Erbkaplans
verbunden sein sollte. Im Sommer 1713
hatte der Prälat zu Mindelheim eine Begeg-
nung mit dem Herzog von Marlborongh, als
dieser sein dortiges, im I. 1704 ihm von
Kaiser Leopold verliehenes, an das Stifts-
gebiet angrenzendes NeichSfürstentnm be-
suchte; nnd das Jahr darauf im Herbste
zu Memmingen eine solche mit dem Prinzen
Engen. Was aber ihm zum größten und
unvergänglichen Nachrnhme gereicht, war
die im I. 1711 nach einem großartigen
— von einem eigenen Konventnalen, dem
knnsterfahrencn Stiflsarchilektcn ?. Chri-
stoph Vogt ans Dietenheim (geb. 1648,
V 1725) unter seiner Mitwirkung gefer-
tigten — Plane unternommene vollständige
Ncnerbannng nnd Erweiterung des Klo-
sters mit allen Nebengebäuden ans dem
bisherigen Platze, wozu er selbst am
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