Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 176
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Nicht minder reich a» Darstellungen
vom Tode der heiligen Jungfrau ist die
Plastik. So findet sich von derartigen,
nicht wenigen Holzskulpturen in Ober-
schwabeu im „Vorzeichen" der Pfarr-
(fruheren Kloster-) Kirche von S ch u s s e n-
ried ein (in dieser Zeitschr. IX., 1892,
S. 95 beschriebenes) spätgotisches Relief
mit der Vorstellung (außerhalb des Beiles).
In dem oben citierten Aufsätze hat Maler
Max Bach, einer der besten Kenner der
schwäbischen Malerschnle, erstmals eine
kritische Sichtung der bekanntesten unter
dem Namen ZeitblomS laufenden Ge-
mälde in öffentlichen Sammlungen
vorgenommen, deren Ausdehnung auch
ans die im Privatbesitz befindlichen an-
geblichen „Zeitblom" sehr wünschenswert
wäre. Wie sehr eine solche weitere Sich-
tung vonnöten wäre, zeigt das neuerdings
wieder zu Tage tretende Bestreben, alle mög-
lichen sogen, altdeutschen Bilder knrz-
nnd schlechtweg auf Zeitblom zu taufen,
demselben damit eine Produktionskraft bei'
znschreiben, welche an sich schon eine m
Meister, selbst die größte Leistungsfähig-
keit vorausgesetzt, gar nicht möglich wäre.
Sv soll die Burg Lichtenstein nicht
weniger denn 10 — 12, das bischöfliche
Diöcesanmusenm von N o t t e n b u r g
8 echte Zeitblom — abgesehen von
noch zahlreichen der Zeitblomscheu Schule
oder Art zngewiesenen Werken dieser bei-
den Sammlungen — bergen. Aus der
ersten Sammlung waren ans der Gemälde-
ausstellung i. I. 1877 über das Ulmer
Münsterjubiläum 6 bezw. 10 altdeutsche
Bilder, darunter bloß ein „Zeitblom"
(Christus, Maria und Johs.), zwei Schaff-
ner, sonst Stücke der Ulmer Schule, bezw.
unbekannt, aus dem letztgen. Museum gar
nichts zu sehen. Kürzlich wurden gar
im „Oberschwäbischen Anzeiger" (Nr. 221
vom 19. Anglist 1895, S. 907) vier
früher im Besitze des st Stadtpfarrers Or.
Mattes von Weingarten, nunmehr in der
Sammlung des RavenSbnrger Kunst- und
Altertnmsvereins befindliche Heiligcnge-
stalten unter Berufung ans den Ausspruch
der Herren Prof. A. BayerSdorfer
und Konservator A. Hauser an den
K- bayer. Staatsgemäldegalerien in Mün-
chen mit Bestimmtheit dem Zeitblom zuge-

schrieben. Nun haben aber diese beiden
Herren ans eine an dieselben gerichtete
diesbezügliche Anfrage diese ihnen unter-
stellte Zuschreibung ausdrücklich in Abrede
gezogen und ebenso hat Bach diesen vier
Darstellungen jede Zeitblomsche Provenienz
abgesprochen, da dieselben gar nicht die
Art dieses Meisters an sich haben !
A »frage.
Der Unterzeichnete ist von der Kommission
für Landesgeschichte mit der Sammlnng nnd
Herausgabe der historischen Lieder nnd Sprüche
von Württemberg betraut, d. h. derjenigen Lieder
nnd Sprüche, welche dnrch geschichtliche Ereig-
nisse (oder Persönlichkeiten) ans dein Gebiete des
heutigen Württemberg veranlaßt worden sind.
Solche Lieder und Sprüche, soweit sie sich ans
neuere Ereignisse (z. B. die letzten Feldzüge der
Württemberger, das Jahr 1848, die Napoleon-
scheu Kriege) beziehen, hasten etwa noch in der
mündlichen Ucberliefcrnug; Aelteres findet sich
namentlich in Chroniken (auch H ans ch ronike u)
nnd vielleicht auch in alte» Liederheften. Sollte
nun jemand aus der einen oder anderen dieser
Quellen ein Lied oder einen Sprnch genannter
Art Nachweisen können, so wäre Unterzeichneter
für kurze gütige Mitteilung sehr dankbar. (Auch
die Redaktion dieser Zeitschrist ist event. zur
Uebermittlnng an Herrn Prof. Steifs bereit).
Stuttgart. Prof. vr. Steifs,
Kernerstr. 49.
Annoncen.

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von Prof. 4>r. I. Hartmann und anderem
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„ 229—231. Schwab. Alb. Urach.
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