Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 88
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Dioriuni dagegen enthält den Eintrag: „1692
d. 19. März (Zvsephsfcst). Iln denn eben er-
richteten St. Jvsephsallar aitf der rechten Seite
der Kirche, gestiftet van dein fiirstl. ellw. Kanzler
Georg Zech, liest P. Btich. Biihler 8. ). die erste
hl. Messe, unter welcher Zech, seine Genialin
und Familie konnnnnzieren; die zweite hl. Messe
feiert der hvchw. Sebast. Heuberger >n> Auftrag
der (am Kirchenban) beschäftigten Künstler,
Schreiner, Zinnnertente und Maurer/' Dieser
genaue Bericht verdient inehr Glauben als die
Angabe i»> „Gnadcnlcinpcl", tvv Zech und Graf
v. Fiirstenberg verwechselt sind. — Die Altar-
gcntälde sind in den Rechnungen nicht erwähnt,
weil sich die „Gntthätcr" vhne Zweifel mit den
Künstlern in unmittelbare» Verkehr setzten, wie
denn auch ans de» Bildern, die nach dem Brande
ans die Altäre kamen, in der Regel das Wappen
deS Stifters angebracht ist. — Im „Gnaden-
tempcl" (I, 115) ist von zwei weiteren Scilenaltären
gesagt: „sie mußten sich nach einer anderen Ge-
legenheit und bcsvnderer Freigebigkeit getröslen."
Dies ist wieder »»genau. Denn durch Rech-
nungen ist festgcstcllt (sh. nachher unter VIII, 3
„Einnahmen vvn Privaten"), daß diese beiden
Altäre im Sepl. 1695 fertig waren. Der Ver-
fasser des „Gnadcntempel" hatte eben eine Auf-
zeichnung anS etwas früherer Zeit vvr sich. Mit
diesen 2 Altären wurden es 6 Nebenaltttre an
den Seiten des Schiffes der Kirche; nach der
Jenersbrnnst kamen nach 2 weitere hinzu. —
Auch vvn dem Maler des Bildes des hl. Igna-
tius von Lvsvla ans dem ihm gewidmeten Altar
über der Lanrelanischen Kapelle (ans der Galerie)
erfahren wir nichts („Gnadentempel" l, 117). —
Ausfallen muß es, daß die Rechnungen über die
Freskogemälde schweigen, durch welche die
Gipsverziernngen am Gewölbe nnlcrbrvchen waren
(„Gnadentempel" I 119).
Faßmaler und Vergolder fanden
natürlich in dem reich anSgcstatteten Ban
viele Arbeit. Diese wnrte besorgt durch
zwei Ellwanger Bürger, Marti» Pfitzcr
nnd Friedrich Ulm.cr, von denen der erslcre
von l685 bis 1695, der letztere von 1692
bis 95 beschäftigt war. Dem M. Pfitzcr
werden wir noch einmal begegnen.
(Fortsetzung folgt.)
Die liiechen und linnenen des
mittclntterlichen lisentlnigen.
Von Theodor Schön.
(Schluß.)
9. Spitalkirchc.
Schon 1381 werden Kapläne am Spital
nnd 1385 solche, die den Altar leihen
(Gabler I, 30), erwähnt, waS doch wohl
die Existenz einer Spitallirchc voranSsetzt.
Doch erst am 25. Juni 1-lOI (St.-A.;
Gaylcr I, 30) wird die Kirche, gelegen
neben dem Spital zu Reutlingen, am

Markt, erwähnt. In ihr befanden sich
folaende Altäre:
1. Der Altar au der linken Seite „im
Bricgel". Am 25. Juni 1401 verkaufen
Werner Hnrnbog und Volker, sein
Sohn, Bürger zu Reutlingen, an Priester
Hans den Gantner und an die erste
Pfründe zu einer ewige» Messe ans obigem
Altar 2 Pfund Heller steter, ewiger nnd
jährlich ans Martini fälliger Gült ans
6 Weingärten und der Kelter z» Hirschau
»m 26 rheinische Gulden. (St.-A.) Der
Bürgermeister nnd Rat zu Renllingen
stifteten am 25. Mai 1437 an eine ewige
Pfründe z» einer ewigen Messe einem be-
sonder» Priester an dein Altar zur linken
Seite „im Briegel" der Spitalkirche, wel-
cher St. Barbara, St. Agnes nnd St.
Margarethen geweiht ist, Gülten nnd
Gelder;» Thalhcim,Gönni»gen,Oeschingen,
Mossingen, Sondelfingen 3 Pfund Heller
ans Martini fälliger Gült anS Hnrn-
bogenS Kelter nnd Weingarten (11 Mor-
gen) zu Hirschau, 1 Pfund Heller ans
dem weißen Sonntag fälliger Gült ans
Häuser» zu Reutlingen in der neuen
Stadt, 8 Schilling Heller ans Martini
fälliger Gült ans I 'P Morgen Wein-
garten uns 2 Mannsmahd Wiesen in
NoSz nagels Hagel zu Renllingen,
5 Schilling Heller ans Georg» fälliger
Gült anS '/s Morgen Banmgarten im
Vochcnzenholz, 4 0ü Schilling Heller ans
Martini fälliger Gült ans einem Wein-
garten im Lindach, 2 Pfund Heller auf
Gevrgii fälliger Gült ans einem Hans
und Staket beim Markt in Reutlingen,
1 Pfund Heller ans Jakobi fälliger Gült
ans 1 MannSmahd Wiese im Ningelbach
nnd 2 Schilling Heller ans Martini fälliger
Gült a»S der Blaiche in Reutlingen.
(St.-A.)
2. Der Altar St. Mariae der Jnng-
sran nnd Katharinas mitten in der Kirche,
an welchem cbonrinus /ruelrens brü-
sk n n i n Geistlicher war. Derselbe stellte
am 30. Dezember 1448 dem Bürger-
meister Werner Urach, der ihn wegen
Schmähn»ge» bestraft halte, eine» Revers
anS. (K.-A.)
3. Der Altar, geweiht St. Maria, dem
heiligen Kreuz, Maria Magdalena, St.
Ottilia, St. Afra, St. Rnppert und
St. Fabian, ans welchem der Bürger-
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