Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 73
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1434 nuten in der Stadt. (A.-A.) Lan-
beiibcrger meldet 1590 in seiner Chro-
nik zn anno 1531: man nam auch die
glockhcn aus St. Peters, St. LeonhardiS
und St. Nicolaußkürchen »ndt henckbt sie
aufs die 3 thor in der statt.") Ans einer
1837 vom untern Thor genommenen
Glocke stand: Lncas ch Marcus st Ma-
theus st Johannes 1' anno Onmini st
milesimo st IVlLCd st 1.III 4 st Hans st
eger 1' von 1' ritlingen 1' gos 1' mich st
tauft st Johannes 1' riethainmer st.°st Fizion
singt 1621 in seiner Chronik (S. 63):
„Vom Spittal gleich die Gas; hinab
stell wider ein Kirch, ich dir sag,
nah bey dein llnterlhor gebauen,
haist zu 8. Niclaß, soll mir trauen,
stell ohne Glockhen und ohne Spin.
Mau braucht sie nur zum Traureu iezt
vhn gepreug und sonder zier,
zum Leichpredigcn, glaubet mir!
Ist sonst von gantz Stciuwerckh gebault,
sonst nian nichts sonders drineu schaut.
Letzteres ist lischt richtig. Noch 1840
zeigte St. Nikolaus Nischen für den Weih-
kessel. (Gayler I, 459.) Auch befindet
sich noch heute über dem westlichen Hanpt-
cingang in Tympomalerei Christus am
Kreuz, das als Lebensbanm mit ausge-
breitetcn Aesteu dargestellt ist, mit Maria
und Johannes. (Nene Oberamtsbeschr. II,
S. 41.) In, Jahre 1644 begehrte Abt
Benedikt von Wiblingen, Gcneralvikar
bei der chnrbayerischen Generalität, ihm
die Kapelle am untern Thor, so lange
das Quartier währe, zu Verrichtung des
Gottesdienstes cinznränmen. Obgleich die
Stadt ihm dies am 6. März abschlng,
fand doch der katholische Gottesdienst in
St. Nikolaus statt. Denn es heißt in
einem Aktenstück: „wenn das Hauptquar-
tier ein Ende hat und die Kapelle wieder,
wie vor Alters, gebraucht werden."")
Auch wurden am 6. Sept. 1645 zn St.
Nikolai bei katholischem NünS die zwei
Kinder des knrbayerischen Obersten Frei-
herr» Georg Rudolf von Haß lang
und seiner Gemahlin Gräfin Marie von
H o h e uz o l lern - Si gm ari n g en ge-
tauft und waren der Amtsbürgermeister
Beger und Syndikus Kurrer Paten.
(Gayler II, 93.) Beim großen Brande am 23.
und 24. September 1726 blieb die Nikolai-
kapelle verschont.") Darum wurde alljähr-
lich am sogenannten Brandfest bis ins
19. Jahrhundert hinein in ihr protestantischer

Gottesdienst abgehalten.") NachdemBrande
bis znm 26. Mai 1728 fanden die prote-
stantische» Trannngen in rer Nikolaikapelle
statt. (Gayler II, 301.) Der Stab des
französischen Emigrantencorps Viomenil.
der vom 21. September bis 19. Ott. 1785
in Ncntlingen war, durfte seinen (kätho
lischen) Gottesdienst in der St. Nikolai-
kapelle halten. (Ebenda II, 327.) Nachdem
die Kapelle einige Jahre den Nachbarn als
Magazin gedient hatte, wurde sie 1823
den Katholiken unentgeltlich zur Benützung
eingeräumt und ans Befehl der Kreisbe
Hörden mit Turm und Uhr versehen. Am
21. September 1823 hielt Stadtpfarrer
Bolz wieder den ersten katholischen Got-
tesdienst in der St- Nikolanökirchc, wie
die Kapelle nunmehr hieß.") Das Dach-
reitertürmchen wurde übrigens erst einige
Jahre nach 1823 aufgesetzt. (M. Cyffert,
Führer durch Reutlingen, Seite 20.)
Anmerkungen:
") Nentl. Geschichtsblätter, I—Ik, S. 85.
") Ruttel, Manuskript im Staatsarchiv.
"j Beger, Rnralkapitel, S. klt.
Württ. Geschichtsgnellen I, S. 460.
") Nentl. Geschichtsblätter IV, S- 24.
Q Nene Oberamlsbeschreibnng II, 41.
St.-A.
Q Am 22. Januar Iü28 waren Caspar
Maler Prädikant bei den svndersiechen Menschen
und Kaplan St. Catharinen in der Sonder-
siecheneapelle, Johann Seingr n n , Kaplan
St. Michaels und Christian Wcbcl, Kaplan
St. Nicolans Almosens in derselben Kapelle.
(Gayler I, 319.)
") Nentl. Geschichtsblätter IV, S. 28.
") So hieß St. Katharinen nach Abbruch
der Pfarrkirche St. Peter.
5°) Nene Oberamtsbeschreibnng I, 47ö : II, 38.
"st Nentl. Geschichtsblätter IV, S. 27.
5st Nene Oberamtsbeschreibnng II, S. 40.
Seinen Familiennamen erfährt man ans
der Urkunde vom 11. April 1371. lSt.-A.)
") Nentl. Geschichtsblätter IV, S. 78. Der
Turm war wahrscheinlich ein Dachreiter. (Nene
Oberamtsbeschreibnng II, S. 40.)
Gayler I, 420.
55) Gayler II, S. 90.
5') Gayler II, 29->.
5b) Nene Oberamtsbeschreibnng II, 40.
(Schluß folgt.)
Elv.iionst.i.
Von Pfarrer a. D. Bnsl in Ravensburg.
1. Das große Wappen von Ell-
w ange n.
Dieses ist zusammengesetzt I) ans dem
Kapitelswappen: in rotem Feld St. Vitus
in goldenem Kessel;
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