Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 65
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dioezarchivschwab1896/0066
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile

Grg-iu für Geschichte, Altertumskunde,
lülmft und Wultur der Diücese tiotteudurrl uud der augreuzeudeu Gebiete.
Perausgegebeu und icdigiert von dtvit-richter n. D. BccI: in riavciipliura-
Beiträge, Korrespondenzen :c., Rez e n s i o n s - Eremp lnre, Tanschzeilschriften :c. wollen
stets direkt n» Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg, Bestellnngen und Neklmncnionen on
die Expeditioti des „Deutschen BvlkSblattL" in Stuttgart, Urbansstrnße l>4, ncrichtet iverden


1S9b,

Erscheint monntlich einmal „nd ist halbjährlich durch die Post z,nn Preis von
M. l.oo ohne Bestellgebühr: durch alle B n ch ha II dl NN g eil solvie gegen Einsen-
dung des Betrages direkt von der- Expedition nm M. 2.10 (auherhalb des
dcntsch-vsterr. Postgebictes M. 2.20> zu bezieheil: einzelne Nummern 4V Pf. A„-
noucei, ec., lvctche der Richtung dieser Zeitschrist nicht znwiderlailsen. werden von K
der Expedition cntgegcngcnoinnicn „nd pro Petitzeile oder deren Rann, mit 15 Pf.,
biichhäiidlerischc Beilagen, Prosprite :c. nach Uebereinknnst berechnet.


Schwäüische Viagraphieim.
10. ?. Karl (Alois) Nack, gcwcsencr
Benediktiner auS Nercshei in,
n a ch maliger D o in k a p i t n l a r v o n
Angöbnrg (1751—1828).')
?. Karl Alois Nack, geboren zn Holzheim
bei Dillingen 11. Nov. 1751, Sohn eines
Domkapitcliscb. AngSbnrgische» Beamten.
(Nack hatte sieben Schwestern nnd eine»
alteren Brnder (Ferdinand), der als Pfarrer
zu Sonthofen im Allgäu 1794 starb.)
Frühzeitig verlor er seine rechtschaffenen
Eltern, an die er sich stets mit lebhaftestem
Danke erinnerte. Seine erste wissenschaft-
liche Bildung erhielt er bei dem Brnder
seiner verstorbene» Mutter, Franz Mayr,
damaligem Pfarrer in Druishcim. Bon
dort kam er nach Dillingen, wo er unter
den Jesuiten seine Gymnasialstndien vol-
lendete (1769) und beim Eintritt in das
philosophische Stndinm in Ncrcsheiin lim
Aufnahme bat, welche er noch im nämlichen
Jahre erhielt. Am 28. Ott. 1770 legte
er die Profeß ab. 1772 wurde er znm
Stndinm der Theologie nach Dillingc»
geschickt, wo er bis zur Auflösung des
Jesuitenordens blieb. Von dort kam er
in das Lycenni nach Frcising und nach
Vollendung seiner Studien erhielt er zn
Augsburg den 23. Scpt. 1 < 75 die Priester-
weihe. Gleich darauf gab mau ihm alle
Gelegenheit, sich in der praktischen Seel-
sorge als Katechet, Prediger »nd Beicht-
vater zu üben, ohne dadurch von der im
Kloster vorgeschriebcnen HauS- uud Chor-
ordnnng befreit zu sei», die er stets mit
') S. diese Zeilschrist, rvtvum dkereslteimense,
XIV, N. I, S. !>, Ziff. 205.

der größten Gewissenhaftigkeit beobachtete.
Bald cröfsnetc sich aber für ihn eine neue
Laufbahn, wo er seine ihm angeborenen
pädagogischen Talente verwerten konnte.
Kloster NereSheim hatte eine Lateinschule,
an der auch Poesie, Rhetorik und die
übrigen Gymnasialfächer gelehrt wurden.
Nack wurde au dieser Anstalt anfänglich
als Lehrer der Grammalik, später der
Rhetorik verwendet. Daun mußte er die
Stiftskleriker in den philosophischen und
stufenweise in den theologischen Fächern
unterweisen. Er war zugleich Novizeu-
meister und INrector clariaorum. Ebenso
wurde ihm auch die Aufsicht nnd Ein-
richtung aller Landschule» im Gebiete des
NeichsstifteS NereSheim übertragen. Vom
1. Jan. 1781 bis 14. Mai 1784 war er
auch Kustos uud Unterpfarrer uud begann
in dieser Stellung die sog. Cnsterey-Akleu
zu schreiben. (S. unten dessen Manuskp.
unter Nr. 2). In allen ihm aufgetrageneu
Aemtcrn bewies er gleichen Eifer, gleiche
Unverdrossenhcit uud gleiche unerschüt-
terliche Geduld. Im I. 1786 erhielt und
acceptierte Nack vom Herzoge Karl Engen
von Württemberg den ehrenvollen Ruf
als Hospredigcr-Vikar nach Stuttgart,
woselbst bereits seit 1784 seine Milbrüdcr
?. Beucd. Maria Werkmeister als erster
Hofprediger und 1(. Beda Pracher (in
anderer Stellung) sowie seit Frühjahr
1786 der nachmals so berüchtigte Eulo-
gius Schneider als weiterer Hospredigcr
sich befanden, mit welch' letzterem also N.
eine Zeit lang zusammenlebte nnd wirkte.
N.s Predigten in der Hofkirche gefielen
sehr wegen des einfachen, natürlichen und
ans dein Herzen kommenden Vortrages.
loading ...