Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 186
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1 Malter Hafer, auf Martinstag frei nach
Oberndorf zn liefern. (Köhler 1. o. 63.)
1519 kauft der Konvent 28 Janchert
zehntfreie Felder, hatte 2 Gültgüter, den
Zehent von 28 Janchert im Neilheiiner
Feld und etwas Frucht- und Henzehnt
im Neckarthal. In den folgenden 38 Jahren
herrscht Dunkel über die Geschichte des
Klosters, es macht keine Erwerbungen
mehr, sondern kam zurück, auch sank die
Klosterzucht (wenn Zimm. Chronik 3, 69
recht berücktet). Die Nonnen starben aus,
so daß 1557 nur noch eine Klosterfrau,
Anna von Beringen, übrig war, weshalb
das Franenkloster in ein Mannskloster
umgewandelt wurde, worüber wir später
eingehend berichten werden.
Von dem Leben und Treiben der Kloster-
frauen ist uns nichts mehr bekannt. Znm
Schluß nur noch einige Notizen über ihre
Negel, die Klosterpatrone, ihr Sigill, die
Altäre und einige Namen von Kloster-
frauen. Benning berichtet (Blatt 2): „in
einem Buch auf Pergament geschrieben
seien die LtLkutn moninlium ver-
zeichnet gewesen in 29 Kapiteln. Dieses
Buch sei am 22. Juni 1677 nach Konstanz
transportiert worden, nm ein Formular
darauf zn nehmen für die Schwestern zn
St. Katharina daselbst". Diese Regel
gab, wie er sagt, genaue Vorschriften über
das kanonische Stnndengebet, über die
Gebete und Strafen beim Kapitel, über
die Gebete für Abgestorbene, die Verpflich-
tungen der Schwestern, Reden, Kom-
munion, Silentium, Krankenpflege, lieber
Leichenbestattnng galten folgende Vor-
schriften: „darnach soln st den todin an-
legin mit den ordinis cledern (Kleidern)
und ain wis zihin über sin augin und
zwen sotin an ir fuße, und also legin auf
die bar, und ein stain unter sin hobt
(Haupt) und sollend si dan tragen mitten
in den cbor". Andere Regeln handeln
über Aufnahme von Novizinnen, Profcß-
ablegnng, Mahlzeiten, Aderlaß, Wahl und
Anktorität der Priori», Schaffnerin und
Sakristanschwester, über Fasten, Rechte
des ProvinzialS, Visitation des Klosters
und Klosterstrafen. — Nach Benning hatte
die Klosterkirche als Hanptfchutz-
patronin die allerseligste Jungfrau
Maria. Das Klostersigill kommt vor in
einer Urkunde schon 1281 2. Mai, in

der Konvention, welche zwischen dem
Pfarrer Heinrich von Lupfen zn Obern-
dorf und dem Kloster geschlossen wurde.
Dieses Sigill zeigt das Bild beatme vir-
§iiris ab 7^n§elo salutmtae; ebenso in
einem Schreiben an Anna von Nosenfeld
1458. Ein Jahrtagsbrief für Johannes
Hang von 1470 zeigt die Jungfrau
Maria ihren Sohn im Schoß haltend.
Weitere Patrone des Klosters waren
S. Nikolaus und S. Martin. In der
Kirche wird genannt Altar des hl. Er-
hard 1329, unser lieben Frau 1408, des
hl. Nikolaus 1529, in der alten Sakristei
war ein Altar des hl. Alexius. Die welt-
lichen Patrone des Klosters, als Schirm-
herr» und Kastenvögte, waren die jewei-
ligen Besitzer der Herrschaft Oberndorf.
— Benning giebt uns einige Namen
von Klosterfrauen, darunter viele
Adelige von Stain, von Linstetten, von
Gültlingen, von Beringen und Herrenberg,
meist als Priorinnen. Das nächstemal folgt
die Geschichte des Augustiner - Männer -
klvfterS von 1557—l806. (Forts.f.)
Berichtlgiin g.
S. 109, Nr. 7 dieses Blattes muß es statt
des Druckfehlers Hohen teu gen heißen: Hohen-
stadt; s. über Manser weiter: „Jpf", Nr. 17ö
n. 176 v. 1896, Art. von Psr. Schnitter.
Our .Friedrich Hchrniiim .Frnizo.
Von Max Bach.
Im Jahrg. 1894 des „Arch. f. christl.
Kunst" dir. 8 und 9 habe ich, angeregt
durch mehrere Artikel von Amtsrichter
Beck im „D.-A." 1887 und 1889 eine Studie
veröffentlicht, welche die Frage von neuem
zur Sprache brachte und zu dem Schluffe
gelangt: 1) die von Dursch mitgeteilte an-
gebliche Inschrift kann unmöglich echt sein,
2) die vorhandenen urkundlichen Aufzeich-
nungen über Schramm und Keltenofen
reichen nicht ans, um für die angegebene
Zeit (1480) ein von den genannten Künst-
lern gemeinsam gefertigten Hochaltar für
die Pfarrkirche zn Ravensburg mit Sicher-
heit annehmen zu können. Nun hat
Pfarrer Bnöl im „Arch. f. christl. Kunst"
1894 Nr. 11 und 12 unter dem Titel
„Defensives zurBildhauerSchramm-Frage"
meine Ausführungen scharf angegriffen und
sämtlich zn entkräften gesucht. Ich habe
dagegen vorläufig in einem leider sehr ver-
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