Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 113
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Organ für Orschichtr, AiterrumDundr,
Irunst und Kultur der Oiäcese Lillttenünrg und der angrenzenden Gebiete.
Ecraiisgcacboii »nd redigiert von Amtsrichter a. T>. Deck in liiavcnpburlx.

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Nr. S.
WSb.

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-14.
AatzlW.

fchur Geschichte drtz schmaNialdischeu
Aricges in Süddrurschiand.
Bon Slaatsarchivar I)r. T h. v. Liebe u n n
in Luzern,
Alö der Schmalkaldische Bund den Krieg
gegen Kaiser Karl V. eröffnetc, gab er
sich schon unter dem 7. September l545
Mühe, die evangelischen Orte der Eid-
genossenschaft für seine Sache zu gewinnen,
indem er ihnen durch den Stadtschreibcr
von Konstanz das Ansinnen znkommen
ließ, einerseits „denn päpstliche» Hansen"
den Zuzug zu verweigern und andererseits
den Protestierenden freundliche nnd christ-
liche Förderung zu erzeigen.
Die Stände Zürich, Bern nnd Basel
entsprachen dein Ansinnen. Ans der im
Oktober 1545 in Baden gehaltenen Tag-
satznng wnrde der Durchzug von Kncgs-
lenten a»S Italien nach Deutschland, wie
auch der Transport von Waffen unter-
sagt und wirklich auck eine Wagenladung
von Gewehren arrestiert- Die Berner,
welche einen großen Teil des Herzogtums
Savoyen, eines ReichslehenS, eingenommen
hatte», mußten befürchten, im Falle eines
Sieges der kaiserlichen Waffen ihrer
jüngsten Eroberungen verlustig zu gehen
und waren daher ganz geneigt, formell
die schweizerische Neutralität durch Be-
schlüsse der Tagsatznng wahren zu lassen.
Im Gesamtintercsse der Schweiz wurde
daher auch ans der Tagsatznng mit schein-
barer Einigkeit in hochpatriotischer Stim-
mung beschlossen: „Jeder Ort soll die
Seinen daheim behalten und keinem Fürsten
nm keiner Sache willen znziehcn lassen."
Allein die Schmalkalden kümmerten sich,
im Vertrauen ans die frühere Zusage der

evangelischen Stände, nichts tun die Be-
schlüsse der Tagsatznng. Sie verlangten
schon nach dem Tage in Frankfurt den
24. Januar 1546 von der eidgenössischen
Tagsatznng in Baden, sic solle den ans
Italien kommenden Truppen den Paß nach
Deutschland sperren, den Schmalkalden
aber im Notfälle Hilfe leisten.
Im Juni 1546 rückten wirklich 40
Fähnlein gegen die Schweiz heran, angeb-
lich zur Neise mach Portugal. Zürich
berief deshalb die Tagsatznng nach Baden
nnd legte hier die Gesuche der beiden
Parteien vor, welche von der Schweiz
Beachtung der Neutralität verlangten. Da
sich das Gerücht verbreitete, der Kaiser
wolle den Herzog von Savoyen in den
Besitz der ihm von den Bernern entrissenen
Länder cinsctzen, getrauten die evangelischen
Orte sich nicht, ans das HilfSbcgehren der
Schmalkalden einzntretcn. Unter der Hand
wurde freilich, nach altein Brauch oder
Mißbrauch, die Werbung gestattet. Die
katholischen Orte erklärten dem Kaiser de»
9. August 1546: sie wollen strenge Neu-
tralität halten nnd die NciSlänfer strafen;
die evangelischen Orte wollten ans letztere
Zusage nicht eintrelen.
An die Schmalkalden wnrde die Zusage
der Neutralität von neun eidgenössischen
Orten mit dem Ansuchen nm Entlassung
der schweizerischen Reisläufer begleitet.
Die Berner, zuerst den Schmalkalden
geneigt, schlossen sich, de» Feldzug Karl V.
nach Savoyen befürchtend, endlich der Er-
klärung der katholischen Orte an.
Am 3. Juli 1546 war inzwischen der
kaiserliche Oberst Christoph von Sanßnegg
in Bregenz angekommen, wo er 4000
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