Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

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damals der Priester Jorg Kol stell er
in ne. (St.-A.)
Welcher von diesen Altäre» Pfaff K ü ch-
lins Altar, den 1377 Pfaff Hans Mes-
li» besang (St.-A.), war, läßt sich nicht
sagen, ebensowenig an welche» Altären
folgende Geistliche der St. Leonhards-
kapelle wirkten.
1. Burkard Offenhuser von Nent-
lingen, Priester und ständiger Benefiziat
in der Kapelle St. Leonhardo außerhalb
Reutlingen, den Papst Urban V. am
22. August 1363 als Pfarrer in die
Oberkirche bei Nagold einzuführen befahl.")
2. Pfaff Bertolt von Dußlingen,
Kaplan in der St. Leonhardskapelle, von
dem am 23. März 1378 Cuutz Gerung-
scholtz, Bürger zu Reutlingen zu sietem
Lehen 3 Viertel Wein- und Baumgarteu
in St. Leonhardshalden, was man einst
des MndelsGut nannte, »in 10 Schil-
ling steter, ewiger, auf Martini fälliger
Gült und um fünf Pfund Heller Weg-
lösung bestand. (St.-A.)
Sonst ist von der St. Leonhardskapelle
nur noch bekannt, daß am 1. April
1376 Albrecht der Mutscheler, Bürger
zu Reutlingen zu einem Scelgeräth 1 Pfund
Heller auf Georg» fälliger Gült, von
denen 5 Schilling ewig an St. LeonhardS-
kirche „an dem buwe" dienen sollen, aus
einem Weingarten am uuwen Weg gab
(A.-A.), und daß im folgenden Jahre am
14. Mai bei St. Leonhard die Reutlinger
ihren Sieg über Graf Ulrich von Würt-
temberg erfochten.
Wo lag nun St. Leonhards Kapelle?
Nach einer Urkunde vom 1. Juli 1521
vor dem ober» Thor (St.-A.), womit
stimmt, daß am 7. April 1416 ein Bainn-
garten ob St. Lienharts Kapelle erwähnt
wird. (A.-A.)
Christoph Laubenberger sagt 1590
in seiner Chronik"): es halt auch noch ein
kürchen gehabt vor dem obernthor auff
der liuckhen handt, so man hinaußgeth
gegen der Papiermühle» herüber, zu St.
Lienhard. Weiter sagt er (S. 77): TOrno
1531 , item St. Leonhardtskürch brach
inan ab in der palmwoche», die bildcr
that man daraus) und verschlug sie.
Fizion singt 1621 in seiner Cbrouik
(S. 271):

„In der Palnuvoch ois; JorS gemellt,
Da man halt einimdtdreisztg (1531) zehlt.
Brach inan vom Grnndt wegk gniitz und gar
Die Knrch hinter St. Liertt fnrwar
Sanit Lienhartt gibt letzt Act'erfnrch."
Der Flurname „Hinterschetlient"—hinter
St. Leonhard, erinnert heute noch an die
Kapelle.")
7. Die St. Katharinen ka p e l l e.
Schon am 24. Juni 1338 gaben Hein-
rich der Glaser und seine Gattin Maeh-
tilt 2^/s Pfund 5 Schilling an den Altar,
der zu St. Katharinen im Felde am Thor
steht, zur Nutznießung des Priesters, der
ob diesem Altar Messe spricht. (A.-A.)
Am 28. Mai 1344 wird der Sieche» zu
St. Katharinen am Felde gedacht (K.-A.)
und 1346 der Siechen zu St. Katharinen
auf dem Felde (Gayler I, 31). Schott
am 24. Dezember 1316 wurde dem je-
weiligen Leutpriester der Armen am Felde
von Friedrich dem Bvudorfcr eine jähr-
lich auf Michaelis fällige Gült von 1 Pfund
Heller aus einem Gut zu Neichcueck ver-
macht. (A.-A.) Ein Leutpriester setzt doch
wohl eine Kapelle voraus, wenn auch erst
am 10. Juni 1351 des Leutpriesters zu
St. Katharinen auf dem Altar, dem 1 Schil-
ling Heller ewiger Gült aus einem Hause
zu Reutlingen werden sollen, gedacht wird.
(A.-A.) Am 15. Dezember 1391 ist je-
doch die Rede vom Acker hinter St. Pan-
taleon, da einst St. Kathariuenkapellc stano,
neben der Feldsiechen von Reutlingen und
der Klosterherren von Marchthal Aeckcr.
(St.-A.) Es existierte also damals die äl-
tere St. Katharinenkapelle nicht in ehr.
Schon am 5. Juli 1370 stifteten Ber-
told der Spiegel und Anna, seine ehe-
liche Wirtin, eine ewige Pfründe zu einer
ewigen Messe einen besonderen Priester
auf dem Altar in der Kapelle, die in
St. Peters Kirchhof auf der Gruft ge-
baut ist, geweiht St. Michael und allen
Heiligen mit 7 Pfund 5 Schilling 4 Heller
aus seiner Badstube und der Scheuer
(fällig auf Martini), 6 Pfund Heller aus
des Spitals Baumgarten auf dem Hege
(fällig auf Michaelis), 2 Pfund 16 Heller
aus der Lohmühle (fällig in der Fastnacht),
3 Pfund 7 Schilling 4 Heller minder aus
einem Haus am Markt in Reutlingen
(fällig auf Georgii) und 1 Pfund 7
Schilling 4 Heller minder ans einem
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