Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Page: 98
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Widder z» opfern (8°, unbeschrieben),
2 Bl. Caritas sind — »eich Andresen I,
S. 740 — selten.
2. Ivhan n N i (e) dinger, ans einer
Augsburger Familie stimmend, geb. 1641
rn Üln>, Vater des berühmten Joh. El. N.,
Autodidakt bezw. Dilettant in der Knpfer-
stecherknnst, lebte noch zu Anfang des 18.
Jahrhunderts, druckte n. a. auch Figuren in
niessingenen Formen (Weyermann 1, S.437;
Thienemann, Leben und Wirken des Tier-
malers I. E. Nidinger, Leipzig. 1856.)
3. Christoph Nc(ö)sch ans Ulm,
Maler, lebte und wirkte noch daselbst im
18. Jahrhundert, Lehrmeister oon Joh. El.
Ridinger.
4. Friedrich Schoen selb auö Bi-
berach, vermutlich ein Bruder oder Vetter
des berühmte» Historienmalers und Ra-
dierers Joh. Heinr. Sch. ebendaher, um
das Jahr 1645 Goldschmied, Siegel-
schneider und Medailleur in Augsburg,
schnitt — nach Stetten S. 502 — auch
Bildnisse in Stahl.
5. Leonhard Heckcnaner, geb. in
Ulm im Jahre 1627, -s- 1704 zu München,
einer der bedeutendsten Ulmer Kupfer-
stecher, nebenbei auch Maler, zuerst in
Ulm, dann lange zu Augsburg ansässig,
stach namentlich viel Porträts, u. a. von
Joach. Frz. Be ich, dem Kupferstecher
Barth. Kilian (nach Beyschlag), seinem
Vater, dem Silberarbeiter Leonh. H.,
seinem Bruder, Goldschmied Jvhs. H. und
von sich selbst. Weyermann w. II, Seite
164/165 zählt deren 32 Stück ans, zu
welchen der Verfasser dieses noch 3 wei-
tere fand, nämlich die Bildnisse des Augs-
burger Patriziers Jos. Adrian Jmhvf
nach Joh. Utr. Maier; des Pfarrers
iA. Joh. Bauer von Augsburg, nach
Fischer; des Pfarrers IVl Jerem. Beer
daselbst, nach Beyscblag; in der Enzen-
bergschen Knpferstichsammlnng befanden sich
38 von diesen, Meister, zum Teil nach dem
Ulmer Bildnismaler Sipt Kummer ge-
stochene verschiedene Porträts. Außerdem
fertigte er eine Reihe biblischer Ttücke, große
Thesis, insbesondere ein gewaltig großes
Blatt von Bcnediktincrheiligen. Einer seiner
desten Schüler war der Augsburger Kupfer-
stecher Joh. Jak. Kleins ch midt, welcher
hauptsächlich sehr viele Stücke für den
Welffschen Kunstverlag daselbst fertigte.

6. Nicht ganz ihm als Künstler gleich-
stehend, aber immerhin noch von Bedeutung
war sein Bruder Jak. Will). Hecken-
an er, weicher einige Zeit in Paris und
Berlin, woselbst er das königliche Schloß
in fünf Platten radierte, arbeitete und
dann Hofkupferstechcr in Brannschweig
wnrde, woselbst er den Grundriß des her-
zoglichen Lustschlosses Salzdahlen ans zwei
großen Medianblättern und historische
Stücke ans der dortigen Galerie herans-
gab. Dem Verfasser dieses sind von wei-
teren Arbeiten ans seiner Hand viele
Architeklnrstücke sowie die Bildnisse des
Augsburger Silberarbeiters Joh. Kilian
(Fol. nach Js. Fisches d.J.), von Barth.
Kilian, dem Pfarrer IVl. Gottfried Lanent
in Augsburg, dem preußischen Medailleur
Naim. Falt; nach D. Richter (Fol.) be-
kannt geworden. Nach Stettens „Erl."
S. 183 soll er kein besonderer Zeichner
gewesen sein. — Ein dritter Bruder,
Johs. H., war ein talentvoller Goldschmied
und hat sich außerdem durch große, zum
Teil von ihm beschriebene Reisen bcmerk-
lich gemacht.
Mehr bereits dem 18. Jahrhundert wie
dem voranögegangcnen gehören an:
7. Der um daS Jahr 1652 zu Ulm
geborene, daselbst 1729 h Maler und
Zeichner Bartholomäus Mayer d. ä.,
von dessen Arbeiten — nach Weyermann II,
S. 301 — hauptsächlich bekannt war:
„Dero Nom. Kays. Mayestet Hohe Alliierten
NeichSarmee Feldzug gegen die Franzosen
und Bayern m Schwaben, 1704. Von
Barth. Mayer, Ulm. Nebst einem Plan
von der heilige» Rom. Reichsstadt Ulm
an der Donau in Schwabe», ward 1702 den
7. September mit List von Chnrbayern ein-
genommen, 1704 den 9. September per
Xccorcl von den Hohen Alliirten wieder
erobert" — einen großen Bogen stark.
8. Elias Poreelius, geb. zu Jsny
am 3. September 1662, h 1722 in Nür»
bcrg, ein sehr geschickter Formschneider,
Schüler Jakob (alias Joh.) Endcrlins
zu Jsny, ließ sich später in Nürnberg
nieder, arbeitete ». a. an einem daselbst
im Endlerschc» Verlag hcrausgetommenen
Bibelwerk nach den Zeichnungen I. Jak.
S a n d r a r t ö.
9. Der am 15. Oktober 1665 als
Sohn des Malers Dan. Beicb zu Na-
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