Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 14.1896

Seite: 145
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Runst imd Aultur der Oiücese Gorrentnirg und der angrenzenden Gebiete.
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M. 40.
-lSSö.

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Lunstdeziehungni zwischen
Schwaben nnd Girnl Ooraeiberg.')
Neue Folge.
Bon Amtsrichter a. D. Beck.
Wie schon aus meinem Voraufsatze im
„Noch. f. chrisil. Kunst" (XI. 1893, Nr. 10,
S. 93—96; dazu meinen Artikel über Haus
Stoeiliger in dieser Zeitschrift XIII.
S. 144 nnd meine Arbeit über den „Ulmer
Meister HanS Mn lisch er" ebendas. X.
1893, S. 25—27 ?e.) zu entnehmen ist,
gehe» die Kunstbeziehungen zwischen beiden
Ländern ziemlich weit zurück. Wenn auch
die Werke bezw. Nachweise dafür aus dem
13. und 14. Jahrhundert noch verschwom-
men und nicht genügend geklärt sind, so
liegen doch aus dem 15. und 16. Jahr-
hundert ziemlich zahlreiche Belege für der-
artige Knnstbernhrungeu vor.
So birgt das Tiroler Landesmnseum F er Ki-
tt au d eum zu Innsbruck von dem im Voraufsatz
genannten, ». a. in der„ec>smo§raplria austriaca
trauciscana" (Köln 1740) erwähnten Frater
Wilhelm aus Schwaben zwei in Tempera
auf Holz gemalte Altartaseln (Nr. 61, 62 des
Kat.): der' Knabe Jesus , unter den Schrift-
gelehrten (mit der Darstellung von der Krönung
Mariens auf der Hinterseite) und Opfer der
Könige (auf der Rückseite Tod Mariens) sowie
aus dessen Schule eine Reihe von sämtlich auf
Holz gemalten Gemälden: Meister des hl. Mau-
ritius und Achatius, zwei Bollfiguren im Rit-
terkostüme (in Tempera und Oel; Nr. 63); ein
Altarfragmeut aus dem Jahre 1313 in Tempera
nnd Del (Nr. 64t: Anna und Maria mit dem Kinde,
welchem die Madonna ein Maiglöckchen reicht:
aus dem von reicher Renaissance-Ornamentik

g Es wird, zugleich unter Bezugnahme auf
die Red. Verlautbarung in dieser Zeitschrift
<IX. 1892, dir. 7, S. 28 am Schlüsse), wieder-
holt um genaue Quellenangabe bei even-
tueller Benützung dieses Aussatzes ersucht.

abgeschlossenen Goldgrund sieht Gottvater, dar-
unter der hl. Geist in Taubengestalt; zwei die
Verkündigung vorstellende Altarflügel, auf deren
jedem eine Figur angebracht ist in Tempera
(auf den Rückseiten Scenen aus dem Leben der
hl. Katharina). Dem Frater Ouilielmus
8 uevus wird von einer Seite ein in der F-ügei scheu
Vorkapelle der Pfarrkirche von Hall befindliches,
im „Kunstfreund", IX, 1893, Nr. 12, S. 92, 93
unter einem Aufsatze „über Kunst und Kunst-
gewerbe in der Landesausstellung zu Inns-
bruck" näher beschriebenes, grosses altdeutsches
Altarbild mit der Vorstellung Christi vor den
Juden weiter zugeschrieben, während andere
dasselbe einem von Wohlgemut» beeinflussten
nicht tirolischen Künstler aus Süddcutschland
zitweisen. Dasselbe Museum enthält ferner
eine Serie von Werken der Augsburger
Schule ans dem 16. Jahrhundert (Kat. 85
bis 91 zc.). Bernhard Strigel aus Mem-
mingen oder wenigstens „dessen Art" (Nr. 100
bis 102 Kat.) dürfen natürlich auch nicht fehle».
Nach den durch Schvuherr und Vvltelini heraus-
gegebenen „Ulkunden und Regesten über die
Kunstbestrebungen der tirolischen Landesfürstcn
an dem Schlich des 15. und zu Beginn des
16. Jahrhunderts" rc. IM, „ialte übrigens
„B. Strigel, Maler und Bürger zu Mem-
mingen" auch für Kaiser Maximilian nnd be-
kannte am 28. Dezember 1509 vom kgl. Zahl-
meister Dionis Braun, „für das, was er Sr.
Majestät gemalt und gemacht hat, 20 Gulden rh.
erhalten zu haben". Auf der Tiroler Lan-
desausstellung zu Innsbruck >. I. 1893 war
ein (im Besitze des Grafen Künigl in Ehren-
burg befindliches) männliches Porträt: „Gabinus
Künigl von Ehrenburg" nach Art des B. Strigel
(Nr. 540 und S. 37 des Kat. der hist. Ab-
teilung re.) zu sehen. Von dem B. Strigel sehr
nahestehenden, mit diesem oft verwechselten,
kürzlich erst neu entdeckten (Repert. f. Kunstwissen-
schaft, XVlII, 6. Heft, S. 411 ff.; diese Zeit-
schrift Nr. 5, S. 80) „Maler Hans von
Schivaz" findet sich weder im Ferdinan-
deum, noch überhaupt in Innsbruck ein
Stück. Haus Holbein werden zwei Bild-
nisse eines ältereil Mannes, angeblich eines
Ratsherrn in Basel aus dem Jahre 1536 (wel-
ches indes nach W. Schmid dem Pinsel Christoph
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