Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 16.1898

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und Bauherr, Herr M. Georg Bnrckhardt, j
Herr Jörg Aebtlen, HauSpfleger, Herr
David Brouuer, Herr Paulus Held, Bau-
schauer. Und ist der Kuabeu-Schulmeister
Bartholomäi Müller der Mägdlein aber
Euvch Schuhmacher. Gott gebe Sein gött-
lich Gnad und Secgeu dazu."
Dauu solgt noch eiu Supplemeutum
uud eiu Register vou 58 Seite».
Kuustgeschichtliches Juteresse hat der
folgende Eintrag in der III. Abteilung
S. 59 bei der Münsterbesckreibung: „Die
am Hellen Lickt stehenden 57 Fenster, so
anfangs mit künstlich gemaltem Glaswerk
eingelegt gewesen, nunmehr aber fast ver-
gangen und mit gemeinen Scheiben besetzt,
sind zum Theil von denen von Adel und
ander» guten Geschlechtern wie auch von
den Zünften gestift und bis daher» anno
1672 unterhalten worden. HR. Die
Fenster der Sakristei und 3 Kapellen sind
nicht unter den 57. Eines die Herr»
Beßerer über ihren Kapellen im Chor in
den Neben-Seiten gegen Mittag.
Eines die Kargische Stiftung dero Ver-
walter die Herren Rothe», Schade» und
Kraft nmwechslnngSwcise neben der Sa-
kristei.
Zwei die Herren Kraft gleich daran
mit ihre» Wappen.
Eines die Herren Rothen auch mit ihren
Wappen.
Eines die Schleicher ob ihrem Gestühl
gegen Mitternacht.
Eines die Herren Ströhlen (deren zwar
keiner mehr allhier).
Eines die ehrbare Kramerznnft mit ihren
Zeichen einer Kram, welches anfänglich
wie das neben stehende von E. E. Rath
bezahlte 700 Neichsthr. sollte gekostet haben.
Eines die Erbare Schmid-Zunft in
besagtem hohen Merck mit einer Schlangen,
Hammer und Zang.
Zwei die Erbare Wcberznnft daßelbsten
und an der Mittag-Seiten am hohen Werck
mit einem Schisflein.
Eines die Erbare Schneider- und Tuch-
scheerer-Zunft an der Mitternacht-Seiten
darinnen ein Engel, eine Schneider- und
eine Tuchscheerer-Scheerc, auch im hohen
Werck (d. h. im Hochschiff).
Eines die Erbar Zimmerlent-Znnft
gleich darneben darinnen Christus am Kren;
einer Zimmeraxt und Winkelmaß.

Eines die Erbar Fischer-Zunft ist mit
einem Fisch allda."
Nicht erwähnt ist hier das Fenster der
Marnerznnft H über dem Nordostportal,
worunter noch steht: „Diz glaS hand.
das Handwerk der marner, da man zalt
von Cristns Geburt Xllll hundert jar
und in dem VIII. jar.

Besuch dest letzten Fürstpeopstest von
Ellwamzen in dieser seiner Residenz
im Achrc rzx-z.
Von Professor a. D. Or. A. Vogelmann in
Ellwangen.
Es könnte sonderbar erscheinen, daß ein
Fürst in seiner Residenz Be s n ch macht.
Allein dieser Fürst KlemenS Wenzeslans
war eben nicht nur seit 1777 bezw. 1780
Propst von Ellwangen, sonder» bekleidete
schon seit 1768 (s. Marx im Kirchenlex.
1. Anfl., Bd. 11) S. 253) die Würde
eines Erzbischofs und Kurfürsten von Trier
und zugleich eines Bischofs von Augsburg.
Dem Verfasser dieses sind nur zwei frühere
Besuche bekannt. Nachdem nämlich KlemenS
WenzeSlanS im Jahre 1770 von dem
Propst Anlon Ignaz, Grafen Fugger von
Glött, znm Koadjutor ernannt worden
war, kam er am 25. August 1774 nach
Ellwangen, wo am Abend desselben Tages
und am folgenden „offene Tafel" gehalten
wurde, worauf er feine Reise nach Kob-
lenz fortsetzte. Außerdem wissen wir, daß
er im Jahre 1789 in Ellwangen die
hl. Firmung spendete. Koblenz war ge-
wöhnlich die Residenz des Erzbischofs von
Trier, dessen Bistum weit ausgedehnter
war als das jetzige. Außer seinem heutigen
Umfange, den beiden Ncgiernngsbezirtcn
Trier und Koblenz umfaßte es früher
auch noch das damalige (österreichische)
Herzogtum Luxemburg, einen bedeutende»
Strich von Lothringen und einen großen
Teil des jetzt preußischen Herzogtums
Nassau. Wegmi seiner langgestreckten Lage
war es eingeteilt in Ober- und Niekcr-
erzstifl und die meisten geistlichen wie welt-
lichen Verwaltungsbehörden waren doppelt
vorhanden, zn Trier und Koblenz. Ungeach-
tet nun Klemens W. meistens der Propstci
ferne war, that er doch viel Ersprießliches
für sie, war namentlich um Landwirtschaft
') Tuchmacher- oder Wotlemoeber.
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