Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 16.1898

Page: 17
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Schwüüisehe Bingraphieen.
Von Amtsrichter a. D. Beck.
14. Jakob Reiner, Kirchen »i u sike r
n nd Ke mp onist (von ca. 1560 —1606)?)
Jakob N., trefflicher Kircheninnsiker und
Komponist, geb. vor d. I. 1560, wahr-
scheinlich zu Altdorf, einem damaligen
kaiserlichen Reichsfleckcn nächst Weingarten
in Oberschwaben (im jetzige» württem-
bergischcn Oberamtsbezirke Ravensburg),
st am 12. August 1606 als mattster
cllori musici (rector musicorum) des
dortigen Benediktincrreicbsstiftes. Genauer
hat sieb sein Geburtsjahr wie sein Ge-
burtsort, welcher möglicherweise auch in
Tirol gelegen sein konnte, bis jetzt nicht
erheben lassen. Jedenfalls ist Weingarten
aber der Ort, wo R. mit andern begabten
Jünglingen nicht nur seine Bildung er-
hielt, sondern auch sein Leben größtenteils
zubrachte. Wie ans der in zierlichem
Latein gehaltenen Vorrede seines ersten
gedruckten, von Dreßler (1875) neuanf-
gelegten Werkes: ,,IUUer cantiomim
sucmrum csumcgue et sex vocum cguae
cum vivn voce, tum omnis Aeireris
Instrumentis IVIusicis commockissime
applicari possunk etc." (IVirmclien ex-
cuüeb-lt ^.ckum Ler§ 1579) cm den da-
maligen Abt Joh. Christoph Raitner von
Weingarten hervvrgeht, war R. noch unter
dem berühmten Prälaten Gerwig Blarer
von Konstanz (1520—1567) und dessen
Nachfolger Joh. Hablitzel (1567—1575),
ein Zögling der Klvsterscbnle Weingarten,
jener altehrwürdigen Pflanzstätte der Wissen-
^ 0 Aus der „Allg. d. Biographie", 28. Bd.
S. 2.4—2.» init Erlaubnis der Berlagshniidluna
Duucker u,ld Humblot iu Leipzig.

schäften nnd auch der Musik, und wurde
von den Ober», welche bald seine geniale
Anlage erkannt hatten, hauptsächlich in
der Musik ausgebildet und zu den kirchen-
musikalischen Aufführungen herbeigezogcn
und den besten Lehrern des Tonsatzes auf
Kosten des Stifts übergeben. Wer alles
seine Lehrer waren, ist bis jetzt nur zum
Teile bekannt. Ans dein Titelblatte seines
dritten gedruckten, Abt, Prior nnd Kon-
vent Weingarten gewidmeten originellen
Werkes: ,,Leptem Usnlmi poemtcnkiules
triüus vocibus uci smAulos musicos
tcmos m'tiüciosZ. compositioirc ccmcin-
irati et 6 mutetne" (ebendaselbst 1586)
bezeichnet sich R. erstmals öffentlich: ,,brx-
celleirkissimi iVlusici OrlemcU cii Dasso
olim Uiscipulus" ,l»d ans dem Titel
seines vierten, dem Abt Ludwig Mangold
deS PrämonstratcnserklosterS Schnssenried,
einem großen Musikfreunde deduzierten
interessanten Opus: „christliche Gesang
Deutsche Psalmen anß grnnd der Mnsic
aufs dreh Stimmen znsingen mit sonder-
lichem Fleiß Componiert und allen Lieb-
habern dieser löblichen Kunst zu christ-
lichem gefallen in Druck verfertiget n. s. w."
(Dillingen bei Johs. Mayer, 1589) steht:
„Weingartischer Kapelmeyster, vor zeit ge-
weßne» Discipnl und Junger des für-
trefslichen fürstlichen Beyrischen Musici
Orlandi di Lasso." Wann R. aber Unter-
richt bei Orlando, nächst Palestrina dem
größten Meister des Kontrapunktes, genoß
nnd ob R., wie sich übrigens nicht anders
als annehmen läßt, zu diesem Zwecke in
München war, woselbst von 1557—1595
Lasso als Kapellmeister am bayerischeil
Hofe, zunächst bei Herzog Albrecht V.,
dem Großmütigen, fungierte, hat sich bis
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