Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 16.1898

Page: 20
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(VIII, S. 287 ec.) verzeichneten Mo-
tetten, Psalmen und Messen komponiert,
welche sich durch ihre Instrumentation
auözeichnen (zu vgl. Detis: com-
bines pour cles eklets 6'une oriAinnlite
remnrczunble"). Es giebt noch mehrere
Musiker dieses Namens, von welchen nicht
seststeht, ob sie vielleicht von A. Reiner
abstammen, bezw. mir demselben verwandt
sind, so einen (in LipowSkys „b. Musik-
lexikon" erwähnten) zu Eichstädt geb. b.
Hofmusiker uud Fagottvirtnosen Felix
Reiner (1732—82), dessen Sohn gleichen
Namens und eine Tochter Euphrosyne R.,
einen bei FetiS a. a. O. (VII. S. 118)
ausgeführten, zu Warthau in Schlesien
1784 geb. Musiker Jos. Ewald Reiner ec.
Auch von AmbroS Reiner hat sich bis setzt
ein Bildnis nicht anffinden lassen (s. „Bio-
graphische Beiträge" zu A. Reiner von
Beck in „D.-A." XI. 1893, Nr. 11
S- 43/44).
Besuch des letzten.1-urschenpsied von
Elwaugen iu dieser seiner chesidenz
im Zsichrc 1793.
Von Professor a. D. vr. A. Vogelniann in
Ellwangen.
(Schlusi)
Den 23. morgens um 8 Uhr reiste der
Kurfürst mit der Königl. Hoheit Prinzeß
Kunigunde und mit der erforderlichen
Dienerschaft nach Mannheim ab, blieben
bis znm 29. dieses, fuhren dann nach
Montabaur, wo sie übernachteten. Am
31. ging es gerade nach Koblenz, wo sie
in Unserer Lieben Franen-Kirche dem Hoch-
amte anwohnten.
Auch die Frau Kurfürstin und der Prinz
Zlaver verließen Ellwangen am 23. um
die nämliche Stunde, reisten zunächst nach
Dillingen, anderen Tages nach Augsburg
und am dritten Tage nach München.
Unter den Beilagen hat eine die Ueber-
schrift Nable eleetornle und giebt ein Ver-
zeichnis der Gäste, die vom 26. September
bis zum 21. Oktober zur Tafel beigezogen
werden sollten. Es ist für jeden Tag ange-
merkt, wie viel Gedecke (10 bis 14, gewöhn-
lich 13) und wie viele Gäste (bald 3 bald 4).
Das Ganze scheint nur ein Entwurf zu
sein, da im Diarium nicht für jeden Tag
eine Tafel erwähnt, dort auch eine andere
Zahl der Gedecke angegeben ist. Von

den damaligen Domherrn sind wiederholt
anfgeführt: Fürst von Hohenlohe, Dekan,
die Grafen: Philipp von Adelmann, von
Oettingen-Wallerstein, von Küenbnrg, von
Etzdorf, von Lehrbach; die Freiherrn: von
Reischach, von Sturmfeder, von Kerpen;
außerdem Graf von Deuring (s. oben bei
Wasseralfingen), Graf Klemens von Adel-
mann, Oberjägermeister von Knöringen,
Degenseld pere et tils, Durchlaucht Hohen-
lohe von Kirchberg, von Knöringen jun.
-— lauter Herren von Adel. — Ans einem
anderen Blatte stehen folgende 6 Damen
verzeichnet, die aber (s. Diarium) nicht
zur Tafel geladen wurden, wahrscheinlich
aber an den Spielabenden erschienen: Frau
Hofmarschallin von Schwarzach, Frau Ob-
rist Jägermeisterin von Knöringen, Frau
von Beroldingen, Frau von Reichlin,
Frau von Biberach, Gräfin Maria Anna
von Adelmann. —
Den größten Raum der Beilagen nehmen
die Rechnungen ein. Die Ausgaben
betrugen 4058 fl. 16 kr., unterzeichnet
vom Rechner Ehrm,siein (Oekonomie-
schreiber), vUt. Grnnefeld, Freiherr von
Dnminique (Minister). Es war diese
Summe, die innerhalb nicht ganz vier
Wochen znm größten Teil den Ellwanger
Gewerbslenten zu gute kam, eine recht an-
sehnliche, da der damalige Geldwert unge-
fähr dreimal so hoch stand als gegen-
wärtig, somit jene Summe heute über
20 000 M. ausmachen würde. Es mögen
hier die damaligen Preise für einige Lebens-
bedürfnisse angegeben werden, wobei übri-
gens zu bemerken ist, daß manche Artikel
infolge der Trockenheit des Sommers 1793
im Preise gestiegen waren: Ochsensleisch
1 Pfund 8 Kr. (— 23 Neupfennige),
Kalbfleisch 9 Kr., Hammelfleisch 7 Kr.,
Schweinefleisch 9 Kr., 1 Gans 48 Kr.,
1 welscher Hahn 1 fl. 20 Kr., hundert
Eier 40 Kr., 1 Pfund Schwarzwildbret
(von Heidenheim nach Wasseralfingen ge-
liefert), „weil es gegenwärtig rar ist",
12 Kr-, Karpfen 10 Kr., Hecht 16, Fo-
rellen 36, kleine Krebse 16, große 18,
Schmalz 21, Butter 18 Kr., je 1 Pfund.
— Manches war nun auch wegen der
weniger vollkommenen Verkehrsmittel nicht
so wohlfeil wie jetzt oder wenigstens nicht
wohlfeiler, so im allgemeinen Südfrüchte,
z. B. 1 Pfund süße Mandeln 32 Kr.
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