Beck, Paul [Hrsg.]; Hofele, Engelbert [Hrsg.]; Diözese Rottenburg [Hrsg.]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 16.1898

Seite: 97
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Organ für Geschichte, MtertlimMmide,
Kunst und Kultur der Diärese Gotteuluirg und der angrenzenden Gebiete.
Herausgegcben und redigiert r>cm Auitsrichter a. D. Berti in KadeiiAüurci.
Beiträge, Korrespondenzen re., Rezensions-Exemplare, Tauschzeitschiiften re. wollen
stets direkt an Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg, Bestellungen nnd Neklamationen an
die Expedition des „Deutschen Vvlksblatts" in Stuttgart, ttrbnnsstrnße 94, gerichtet werden.



Nr. r.
1S9S.

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Erneuerung der AbcumemeutF-Eiuladnug in Or. 6!

Die Künstlerfaniilie Dinglinger anä
Bibcrach a. G.
(Joh. Melch. D., mit dessen Bildnis;
Gg. Fried. D.; Gg. Christoph D. >i. s. w.)')
Bou Amtsrichter a. D. Veck.
Daö Haupt dieser rühmlich bekannten
Künstlerfamilie ist der am 26. Dez. 1664
in den, damaligen oberschwäbischcn Reichs-
städtchen Biberach a. R. als Sohn des
am 26. Angnst 1634 geb. Messerschmieds
Konrad Dinglinger und der Anna Mar-
garete, geb. Schoppcr, Tochter des Gold-
schmieds Gg. Fried. Scbopper das. (als
das zweite von im ganzen sechs Ge-
schwister») geborene, am 6. März 1731
in Dresden ch Goldschmid, Ziseleur und
Hvsjnwelicr Johann Mel cl> ior Ding-
linger. Die Familie Dinglinger
stammt ursprünglich aus Tuttlingen,
von wo ans Messerschmied HansDi n g-
linger sich am 15. Mai 1595 nach
Biberach mit einer Metzgerstochter Bar-
bara Zell verehelicht hatte. Ans dieser
Ehe ging n. a. der den 5. April 1604
zu Biberach geb., nachmals mit Maria
geb. Wern verheiratete Messerschmied
M e l ch i o r D i n g li n ge r hervor;und
letzterer ist der Vater deS obgenannten
Ko n r ad D i n g l in g e r. Weiter läßt sich
in Tuttlingen der Dinglingersche Stamm-
baum nicht zurück verfolgen, da die meisten
älteren Kirchenbücher bei dem dortigen
großen Brande i. I. 1803 zu Grunde ge-
0 Der „schwäbische» Biographien" 18." bis
20." Stück.

gangen sind. Leider scheint Dinglinger keine
umständlichen Nachrichten über sein Leben
nnd Wirken nnd seine Ausbildung als Künst-
ler hintcrlassen zu baben, welche ja sehr in-
teressant sein müßten. Und — ebenso-
wenig hat der „deutsche Benvennto Cellini",
wie er zuweilen genannt wird, gleich seinein
italienischen Knnstgenvssen bis jetzt seinen
Biographen gefunden. So beschränkt sich
das, waS über ihn gesagt werde» kann,
ans allerhand von verschiedenen Seiten zn-
sammengetragenes Material,') welche Zu-
sammenstellung wenigstens, wie wir hoffen,
einem in Schwaben längst gefühlten Be-
dürfnis entsprechen nnd vielleicht auch zur
Ergänzung und Vervollständigung Anlaß
geben wird. Daß er schon von der Natur
die Weihe zur Kunst erhalten, wird ihm
niemand absprcchen, der nur einen Teil
seiner Arbeiten, sei eS in Gold und Silber,
sei es in Schmelz und Edelsteinen, mit
Aufmerksamkeit und ohne Vorurteil be-
trachtet. Seine Lehrzeit wird D. wohl in

') Außer den im Texte gen. Quellen wurden
hauptsächlich der treffliche (größere) Katalog über
das grüne Gewölbe der Or. Jul. und Alb. Erb-
stein, Direktoren des gr. Gewölbes (Dresden,
1884 bei Wilh. Bausch), A. B. v. Landsbcrgs
Schrift, sowie viele handschriftliche Notizen benützt;
insbesondere ist der Vers, dem in Dresden
lebenden HE. Architekten a. D. I. Na eh er für
seine vielen Bemühungen und Nachforschungen
an Ort nnd Stelle zu Dank verbunden. Von
dein im „Daheim" XlV. 1878 No. IN S. 207,258
erschienenen Artikel Hiltls über D. erhielt ich erst
während der Drucklegung dieses Kenntnis; der-
selbe enthält übrigens verschiedene Unrichtigkeiten
in den Datas.
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