Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 16.1898

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Thal bei Doruha» um 53 Pfd. Heller
an die St. Jörgs-Kaplanei zu Neuneck,
welche sie vormals von Brun von Lichten-
fels verkauft hat. (Nach Manuskript-
Akten, und Urkunden bei Köhler S. 23.)
— 1495 17. August Vergleich mit der
Stadt wegen des Röhrenbrunnens gegen
8 Schilling Heller Bezahlung jährlich an
die Stadt. — Im 30jährigen Krieg und
Ende des vorigen Jahrhunderts wurde
das Kloster öfters gebrandschatzt. — 1658,
1668, 1671 fanden Vergleiche statt mit
der Stadt wegen Stenern. Am 6. De-
zember 1671 wird das Gärtchen vor dem
Schmidthor um 10 NeichSthaler an die
Stadt verkauft. 1681 besaß das Kloster
an steuerbaren Gütern: 3^4 Mannsmad
Wiese», die Hvfstadt Himmelreich und den
Anlendorfer Garten. 1719 3. November
starb Priorin Franziska Baier, welche
das Kloster ganz neu hatte aufbauen lassen,
zur Priori» wurde jetzt erwählt Josepha
Hofer von Oberndorf. — 1731 13. Ok-
tober wurden eiugekleidet Uein Fräuleinsvon
Rottenstein und mehrere Jungfrauen von
Villingen.— 1727 war ein Vergleich mit
Trichtingen wegen des Waldes Banberg.
— 1727 22. Januar verkaufen Joseph
Sigismund Augustin von eMöher, ton-
stanzischer Hof- und Regierungsrat, und
Rechtskonsulent zu Augsburg und seine
Gattin eine geborene von Brandenburg
die von seinem Vater Johann Joachim
Möher ererbten eigentümlichen Güter m
der Herrschaft Oberndorf an das Domini-
kanerfranenkloster, nämlich einen Platz,
worauf eine Mühle und Scheune gestan-
den, samt ein Mannsmad Wiesen dabei,
etwa 20 Jauchert Waldung hinter Aichen,
den sogenannten von bösen Leuten „ver-
brannten Wald", 39 Jauchert ehehaft Feld
in Buchwiesen genannt, nnd von 85 Jau-
chert, meist Lehensfeldern, österreichischen
Unterthanen gehörend, den großen und
kleinen Zehnden, Alles aller Beschwerden
frei, nm 650 Gulden rheinisch, wovon
des Verkäufers Schwester Marie Bene-
dikta Möher, Klosterfrau in Oberndorf,
noch 100 Gulden als Aussteuer zu fordern
hatte, wofür ihr der Wald Enzenhard ver-
schrieben war, den aber Möher kürzlich
an die Kommune Beffendorf verlauft hatte.
Dies sogenannte Anlendorfsche Gut rührte
her von den Grafen von Zimmern, welches

Graf Franz Maximilian von Königsegg-
Nothenfels, Freiherr zu Antendorf, 26. Juli
1700 an seinen Verwalter Joh. Joachim
Möher nm 500 Gulden verkauft hatte,
nnd auf der Markung von Altoberndorf
unterhalb der Brücke und in Beffendorf
lag. (Ilrkunden-Negesten ans dem gräflich
Königseggschen Archiv zu Aulendorf, dazu
vergl. Köhler a. a. O. S. 25.) — 1731
verkaufte das Kloster dieses Kvnigseck-Anlen-
dorfer Freigut wiederum an die Stadt nm
900 Gulden. — Laut Archiv w. Königseck,
von 1700. 26. Juli sebenkte Graf Franz
Max von Königseck dem Kloster seinen
Garten beim Klösterle, wofür sie eine hl.
Messe lese» lassen und Gebete verrichten
sollen. — 1759 20. Januar er-
kaufte es den sogenannten Präsenzgarten
beim Schlachthaus nm 170 Gnlden. —
1799 erfolgte ein Anfhebungsdekret des
Klosters. 1780 wurden das Kloster und
seine Kirche in der Schreckensnacht vom
21./22. Juni durch Brand zerstört. Nur
die Scheune wurde gerettet durch die HilfS-
mannschaft von Sulz unter der Leitung
ihres energischen, berühmte» Oberamtmanns
Georg Jakob Schaffer (vergl. über Schäffer,
Württ. Neujahrshefte 1897 von Ober-
justizrat Eggert). Die Klosterfrauen flüch-
teten in benachbarte Klöster, bis sie durch
milde Beisteuern ihr Kloster wieder anf-
bauen konnten. Von 1781 an besorgten
die Klosterfrauen nach Besuch eines Nor-
mallehrkurses in Freiburg den Schul-
unterricht bei der weiblichen Jugend nn-
entgeldlich, vorher hatte Oberndorf keine
Mädchenschulen gehabt. 1794 werden zwei
Klosterfrauen gerühmt als sehr geschickte
Lehrerinnen der Mädchen: Cäcilia Engel-
hard, geboren in Günzburg 31. Januar
1754, seit 1769 Klosterfrau zu Obern-
dorf, nnd Josepha Socher, geb. 14. Mai
1750 zu Burken, im Bistum Augsburg,
Klosterfrau in Oberndorf seit 1770. Die
Klosterfrauen sträubten sich anfangs da-
gegen, die Schule zu übernehmen, die
österreichische Regierung aber drohte mit
Landesverweisung. 1790 12. November
legte Profeß ab Dominika Weber, 1792
wurde ausgenommen Theresia Weber,
24 Jahre alte Bürgerstochter von Obern-
dorf, 1797 28. September Agatha Hermann
aus Horb, und Afra Müller von Offen-
burg. Agata brachte 1500 Gnlden, Afra
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