Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 19.1901

Page: 32
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und Alter der Grafen von Habsburg in "Arbeit
habe, zum neuen Jahre 200 fl. und künftig diese
Summe jedes Jahr bis zur Vollendung des
Werkes zu bezahlen, welche er auch schon am
10. erhielt (Jahrbuch der Kunstsammlungen des
a. h. Kaiserhauses rc., XVI>. I I Quellen p. 33 ff.l.
Laut einer Zuschrift dess. Erzherzogs an die
oberösterreichische Regierung und Kammer vom
18. Okt. 1606 (ebendas, p. 57) kamen G. und
Jos. Lang, Professoren der Geschichte und Poesie
in Freiburg i. B. bei Kaiser Rudolf 11. um Auf-
besserung ihres Soldes und Ausfertigung
eines Patentes auf alle Klöster in Schwaben,
Elsaß und Breisgau lautend, ein, um alle Bib-
liotheken durchsuchen und in die alten Dokumente
Einsicht nehmen zu können, damit über das Haus
Habsburg um so gründlicher geschrieben werden
könne. G. habe auch um Ersetzung der für die
Habsburgsche Geschichte verausgabten 180 sl.
gebeten. Nachdem nun G. nicht bloß diese Ge-
schichte herausgegeben und jetzt gemehrt und
gebessert wiederum drucken laße, sondern auch
noch a. mehr fürnemen Sachen zu traktiren be-
absichtige, auch der Lang eine sürneme gelerte
Person sei und man die beiden bei der Universität,
welche durch sie nit wenig berümbt würde, zu
erhalten trachten müße, sei bezüglich der 180 sl.
das Weitere zu veranlaßen, ferner über den Ge-
halt der beiden Professoren und über das, was
zu ihrer Zufriedenstellung gethan werden könnte,
endlich darüber, was bez. des angesuchten Patentes
mit Rücksicht darauf, daß G. ein Schweizer sei,
zu bewilligen wäre, Bericht und Gutachten zu er-
statten. Unter dein 8. Okt. 1612 <l. 6. Prag, ersuchte
Erzherzog Maximilian Kaiser Matthias um Be-
stätigung der Privilegien G's. „Was fürprivile§ia
und sreihaiten der jüngstverstorbenen kais. maj.
und uniers ganzen löblichen Haus rath und hpstori-
schreiber G. noch vor disem aus mein beschehenes
anlangen erlangt und anjetzo von eur kais. maj.
zu confirmirn und etwas wenigs zu amplisiciern
underthenigist bittet, das haben eur kais. maj. aus
seinen hie heiligenden mir gehorsamst überraichten
Eopeien ohndeschwert gnedigist zu ersehen. Und
sintemalen sein Gnilimani history so er nunmer
bis aufs trucken verfertigt, zu unseres Haus merk-
licher reputation auch clekension dessen aller
orten habenden recht und gerechtigkaiten sonderlich
bei disen Ziten mit sürnemen nuzen gerichtet ist,
dannen hero billich' das alle befürderung darzu
erthailt werden solle, auch die andern sein G's
arbeiten gewißlich also beschaffen, das sie anderst
nit als zu der catholischen religion aufnemen,
des hl. Römischen reichs, unsers löblichen hauß
und gueter künsten hochait und zuenemen gedeihen
als ersueche nur kais. maj. und liebden ich ge-
horsamb bruederlich, die geruehen ir gnedigst nit
zuwider sein zu laßen, solche bede ü^plom-rta
allerdings, wie obgemelte hienebenligende copien
in sich halten, ausfertigen zu laßen." (A. a. O.
XX p. 8,1 In Lieser Sache ging es indes nicht
so rasch voran. Ter Entscheid des Neichshofrats
über dieses erzherzogliche Gesuch eines Jm-
pressarnnns und Privilegs rc. vom 1. März 1613
lautere dahin (a. a. O. XX, Ziffer 17 141):
„Ureseriübus Domino Ä Lkraleirclorf, Do 1'etei

a Uscll (geheimer Rat und Superintendent der
Militarjustiz), Benthaim re., Hofrath habe wider
die bücher und Visitation der clöster für sich kain
bedenken, aber das Privileg all Perpetuum zu
geben, obwohl der G. ain gar gelert und geschich-
teter Mann, so habe man's doch nie im brauch
gehabt; wan man aber je etwas mehrers prus-
clucis thun wollte, möchte man im's all zo annc>8
uti Dipsio Qrutero geschehen zu laßen. Uations
consiliurii et llislorio^rnplii stehe bei irer Maj.,
ob man iine den titul alle^ato moclo nomine totius
ÜOMU8 ^u8triLcae geben wolle (diesem volum
liegt der Entwurf eines Diploms Kaisers Ma'-
thias bei, wodurch Franz G. zu unfern und unser
löblichen Hauses Oesterreich rath und llimnrio-
Arnpkio gewürdiget und angenommen und ihm
Erlaubnis; gegeben wird, sämtliche Gottes-
häuser und Klöster im Reiche und in
den Er blanden zu besuchen, die das. vor-
handenen Bibliotheken, alte monnmentu u. a.
briefliche llocumeutu erseheix und, waz ime zu
seinem vorhabenden historiwerk dienstlich, ab-
schreiben, glaubwürdige copm8 davon nemen und
sich derselben seiner Nothdurst und Gelegenheit
nach gebrauchen mögen und den Vorständen
solcher Anstalten aufgetragen wird,
ihm die Bibliotheken zu eröffnen, darin
nichts gefehrlicher weis vorenthalten oder under-
schlagen".) — Von G's Forschungen kam indes
nur eine Vorarbeit: »Dranc. duillimLmü Dad8-
1>ur§iLc3, 8ive vera et antigua. ori^ins clomu8
^U8triacae et XIscliolLni i6oZ-c zum Abdruck;
das Hauptwerk nicht, ohne daß man den
Verbleib des Manuskriptes wüßte. G's viel-
jähriger, vertrautester Freund und Mitarbeiter
0. LllriLtoplloru8 im Benediktinerstift Einsiedeln
starb im Jahre 1621 daselbst. 0. Deell.
Zu Elsbeth v. Königs egg rc. geb. Ar-
gon (Egen) im „D.-A,", XV Jahrg., Nr. 7, S. 102 :
Dieselbe, Witwe des Hans von K. muß noch
lange nach d. I. 1421 gelebt haben, sofern die-
selbe i. I. 1436 eine (15.) Zelle in die Karthause
nach Burheim stiftete. („Allg Gesch.-Freund",
IX. Jahrg. 1896, S. 114.) -M.
Curiosa aus Schwaben.
1529
wird der saure We-n zu Mergentheim wegen
der Belagerung Wiens durch die Türken der
„Türk" genannt.
1671
zeigt der herzogl. Vizekapellmeister Joh. Friederich
Magg den: Herzog Eberhard von Württemberg
an, daß ein Seiler zu Urach einen Sohn habe,
der „mit einer lieblichen und hohen Stimme
begabt, dazu ein Castrat sei". Sollte man den-
selben zum Probesingen nicht nach Stuttgart
kommen lassen! (W. „St.-A.")

Gesu ch
folgender Nummern des „Diöces.-Arch.": Nr. 12
v. 1884; Nr. 2 4 von 1890; Nr. 11 v. 1891;
Nr. 15 v. 1894; Nr. 1 v. 1 895 und Nr. 2
v. 1896 entweder gegen bar oder in Tausch.
Die Redaktion.

Stuttgnrt, Buchdruckers der Akt.-Tes. „Deutsches Volksblatt".
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