Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 19.1901

Page: 129
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die Expedition des „Deutschen Volksblatts" in Stuttgart, Urbanstrasse 94, gerichtet werden.

Ar. S.
-160-1.

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-16.
atzW.

Deubwürdirii.'^ miF der Geschichte
des Meisters. Wiblingen.
Von Pfarrer Saupp in Wiblingen.
(Fortsetzung.)
Sein N.ffe Meine cid Ha mb erg er
wurde cnn 16. Januar 1730 zu seinem
Nachfolger erwählt, geboren in Branden-
burg bei Negglisweiler. Er hatte in Prag
Philosophie und in Dillingen Theologie
studiert und ii» Kloster eine Zeit lang beide
Facher docieit. Als Abt zeichnete er sich ans
durch Frömmigkeit und besondeis dnrch
Wohlihatigkeit gegen die Armen wie dnrch
Eifer in der Pflege der Wissenschaften,
wobei er sich mit anderen Slndienaiistalten
nnd Klösürn in Verbindung setzte, nament
lieh mit Fülstabt Anselm von Kempien.
Auch sandte cr Unterstützungen für das
damals ganz herabge kommene Kloster Cassi n o
und nach Salzburg. Er halte eine ruhige
Negierung lind war säst von Abgaben frei,
gewann auch diu ch Bemühung seines Priors
Noman Doll den erneuten Prozeß mil
Biberach wegen des Dorfes Bühl. Bald
nach Antritt seiner Negierung legte er den
Grund zum eigentlichen neuen Klosterban,
den er, außer der Kirche, in zwei Perioden
vollendete bis zn seinem fetzigen Bestand.
Der Baumeister des Klosters, der auch den
Plan entwarf, war Meister Wiedemann
von Elchingen, vor dessen Kenntnis nnd
Talent man Respekt haben muß, wenn
man die bei aller Einfachheit so gefälligen
Formen des äußeren Baues und die
praktische Anordnung im Innern, nament-
lich auch den prächtigen Bibliotheksaal in
Betracht zieht. Ebenso wurde unter Abt
Meinrad der schöne nnd große Meierhos

Fi schbach gebaut, jetzt Staatsdomäne. —
Unter seiner Negierung habe in Bihlafingen
i. I. 1750 die Wallfahrt zum gegeißelten
Heiland angefangen (clr. die Erzählung in
Braigs Geschichte der Abtei Wiblingen,
S. 292). Nach dem Tode des Abtes
Meinrad i. I. 1762, unter seinem Nach-
folger Modest II., Kaufmann, herrschte
Stillstand im Kloster bau, da dieser Abt
sehr fromm, aber in Geschäftsangelegenheiten
wenig erfahren war. Unter ihm wurde
i. 1.1765 durch die Jesuitei patres: Gregor
Niedermayer, Superior, Joseph Hiermayer
nnd Franz Gnndersteiner in Wiblingen
eine achttägige Mission gehalten. Am
21. Juni wurden die Missionäre durch
den Pfarrer ?. Dominikus Seiz bei der
N kolanskapelle feierlich empfangen nnd in
Prozession in die Klosterkirche geleitet. Am
23. Juni begannen die Missionspredigten,
denen meistens auch der ganze Klosterkonvent
an wohnte. Modest II. regierte bloß bis 1768.
Die letzten 50 Jahre des Klosters
stellen noch eine glänzende Periode in der
i Geschichte desselben dar. Große Ereignisse
nnd große Männer begegnen uns darin.
! Die Mrhrzahl der Konventnalen zeichnete
sich ans durch Charakter, Gelehrsamkeit
nnd Frömmigkeit. Einer der bedeutendsten
wurde am 7. März 1760 ins Noviziat
aufgenommen: Johann Nepomuk
Storr, Sohn des Johann Georg Storr,
eines hohen Beamten aus Ulm, geboren
am 16. Oktober 1743, der später so be-
rühmte Prior Amandus Storr. I. I.
,1764 legte er Profeß ab mit Othmar
Hemmerle von Obernheim und Cölestin
Weber von Villingen, Benedikt Weber
von Deggingen nnd Jldephons Schlichting
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