Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 19.1901

Page: 191
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Fuhrwerken nach Kempten, Memmingen,
Leutkirch requiriert und doch setzt man
dieses Amt auch für Lindau auf den Konto
Weingartens.
Am 1. Febr. kommt die Reparation der
Geldkontribution aufs neue an, worin das
Konnte sagt, daß der Chef des General-
stabs die Summe auf 500 000 Francs
angegeben hätte, allein der Obergeneral
Moreau setze diese Summe in einem
Schreiben vom 4. Jan. aus 900 000 Francs
und fordere selbe noch dazu bis 20. Febr.
per 2 700 000 Francs für die drei ver-
flossenen Monate; alle Vorstellungen hätten
nicht mehr bewirkt, als daß die Summe der
drei Monate aus 2 100 000 Francs gestellt
wurde, welcher Nachlaß von Moreau selbst
gewissen Ständen zu gut geschrieben worden
sei. Weingarten soll für die Monate
Lnrrmuire, IQimuire und iQvose bis
20. Febr. erlegt haben 40 203 Francs
und wirklich ist schon wieder beinahe ein
halber Monat INrivios verflossen.
Am 2. Febr. absolviert uns das Konnte
iir einem Schreiben von der Forderung des
Fleckens Altdorf über 1027 fl.
Am 2. und 3. wird an das Konnte, an
H. Frings und an die Liquidationsdireklion
sehr vieles wegen der Requisitionen ge-
schrieben. Die Sache besteht darin: Wenn
man an der jetzigen Requisition etwas solle
abrechnen dürfen, so muß der Stand be-
weisen, daß er die zwei vorhergehenden
Requisitionen erfüllt habe. Es werden
daher an H. Frings die nötigen Aktenstücke
überschickt, woraus erhellt, daß Weingarten
in allen Stücken weit überliefert habe.
Dabei ist nichts von dem enthalten, wofür
wir keine Quittung erhalten haben, was
beim Gotteshaus sowohl wie bei den Unter-
thanen sich auf eine ungeheure Summe
belauft. Nun arbeitet unsere Kanzlei an
einem Ueberschlag über die Erlittenheilen
wegen der Spitäler; wenn man uns diese
Auslagen an der Geldkontribution abziehen
ließe, was wir versuchen werden, so würde
man uns an den angesetzten 40 203 Francs
noch vieles heraus schuldig verbleiben —
allein die Franzosen wollen Geld und
Früchte zum verkaufen, nicht aber solche
Abrechnungen.
Am 6. Febr. erhalten wir vom Koinite

ans ein Schreiben von uns die Antwort,
daß Blumenegg sowohl bei der Geldkontri-
bntion als auch bei der Requisition vom
11. Nivose mit begriffen sei, Weingarten
soll ihnen die Repartition selbst machen;
man schickt also eilends dorthin.
(Fortsetzung folgt.)

Hchlosz .Htraszüerg im Fchmicha-
thale,
die Sommerfrische des bochwür-
digsten Bischofs von Rottenburg,
ist schon i. I. 1624 Gegenstand eines
bischöflichen Handschreibens, das uns im
Originale vorliegt. Dasselbe lautet: Dem
Vesten Unserem Hoffmaister Rath und
lieben getreuen Jörg Wolfs Spelten von
Zwiefalten. Johan Christoph von Gottes
genaden, Bischofs zue Eystett rc.
Unseren grueß zuvor, Bester lieber ge-
treuer. Demnach wir berichtet worden,
daß Erzherzog Leopold zue Oesterreich w.
Unserem Vetter Georg Dietrich von Wester-
stetten sein guett Slraßberg umb deßwillen
cke ickcto eingenommen, ob'ollte Er die
Underthanen zue Lauttlingen unbefuegter
Weiß zur Laistung der scharwach ange-
halten haben und dir dann wissend, daß
über diß guet Straßberg auch unseres
brneders selig hinterlassenen Döchtern die
Regalien wegen deß Bluetbanns an Kays.
Hoff ertheilt, die lehen auch vorher ge-
melter Unser brueder von der frauw
Aebbtissin zu Buechhaw empfangen, aber
weder Jme noch seinen Döchtern, so in-
mittelst nmb die lehenempfengnns auch an-
gesuecht, uneracht anderen Weibs-Personen
davon geliehen worden, davon geliehen
werden wöllen, Alß ist hiemiit unser Be-
velch, sintemalen aufs St. George Tag
obgedachter Erzherzog Leopoldt rc. nacher
Heyligenberg khomen und Jme einen sohn
uß der Heyligen Tauff heben solle, du
wölkest dich uff solche Zeit daselbsthin ver-
siegen, und Jro Dl. neben Übergebung
dises beygeschlossenen kreditlos und anmel-
dung unserer frdwilligen Diensten zu er-
nennen geben, wie sich die Sachen diß-
fals in einem und anderem verhalten,
mit bitt, mit obbesagter Aebbtissin unbe-
schwerter dahin tractiren und handlen zue
lassen, daß unser Vetter wider recht nitt
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