Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 21.1903

Page: 49
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Hl. Sclkün. Beziehungen Wnrttein
bergs znin Deutschen Orden in
Vrcufzen.
(Fortsetzutig.)
Anhang znin ersten Abschnitt
>12 2 9 — 1393).
Anch die Chronisten des dentschen
Ordenslandes Preußen berichten gar
mancherlei von den schwäbischen und fränki-
schen Edelleuten, die dorthin zogen.
So enthalten die jüngere Hochmeister-
chronik (scripkores rer. pruss. V. 76—77)
und Harlmanns v. Heldrnngen Bericht
(ebenda V. 170—171) Neues über den
Bruder Ludwig v. O e t t iuge n, dem fol-
gendes entnommen sei. Ende 1235 reiste
der Hochmeister des Deutschen Ordens,
Hermann v. Salza, über die Alpen znm
Kaiser Friedrich II. und Papst Gregor IX.
und ernannte für die Zeit seiner Abwesen-
heit Bender Ludwig v. Oettingeu zu seinein
Statthalter. Diesem befahl er, daß er,
falls die Brüder des Schwertbrüderordeus
ans Lievland kämen und einen Endbeschluß
wegen der Vereinigung dieses Ordens mit
dem Deutschen Orden brächten, alles, was
ihm Gott wies, mit der Brüder Nat
thäte. Da kamen die Boten des Schwert-
brüderordeus (Raymund, Komtur von
Wenden, und Johann v. Mechtenb 0 r ch)
nud die vom Hochmeister nach Lievland
gesandten Ernfryt v. Meerb 0 rch, Komtur
zu Altenburg, und Arnold v. Dolff,
Komtur zu Nagelstädt, nach Marburg, und
hatte dort Bruder Ludwig v. Oettingeu
um sich über 70 Brüder versammelt, und
der Komtur von Nagelstädt und der Komtur
von Altenbnrg legten den Brüdern vor,

wie sie der Meister nach Lievland gesanct
hätte und wie sie das Land also beschaut
hätten und warum sie über Winter da ge-
blieben wären. Es war aber den Boten
des Schwertbrüderordens leid, daß sie nach
ihrer Ankunst aus Lievland den Meister
nicht gefunden hätten. Da wurden sie
inne, daß der Meister befohlen hätte, daß
das, was Bruder Ludwig v. Oettingeu
an seiner Statt mit ihnen thäte, ihnen
wohl genügte. Nachdem Bruder Ludwig
v. Oettingeu ihre Botschaft gehört
hätte und anch die der zwei nach Lievland
gesandten Deutschordensbrüder, versammelte
er alle die Brüder, die er dazu haben
konnte, und legte ihnen diese Dinge vor
und frug zum Ersten die zwei nach Liev-
land gesandten Komture, was ihnen gut
dünke. Der Komtur von Altenburg sprach,
„daß ihm das Leben der Schwertbrüder
nicht gefiele, darum, daß ihm däuchte, sie
wären muthwillige Leute und hielten ihren
Orden nicht recht und etliche der Schwert-
brüder hätten Briefe (Urkunden) verlangt
und begehrt, daß man sie nicht bei ihren
Lebzeiten ans Lievland, es wäre denn mit
ihrem Willen, senden sollte. Die zwei
Gesandten des Schwertbrüderordeus und
andere mehr wollten ihren Mulhwillen
haben." Hiergegen erwiderte der Komtur
von Nagelstädt: „Das ist war, was
Bruder Erufried sagt; aber sie wollen
darum »nsern Orden empfangen, damit
sie ihr Leben bessern wollen, und ich hoffe,
daß sie lassen sein, was wider Gott und
ihre Seele ist, wenn sie das ehrsame
Leben unserer Brüder gewahr werden und
deren gute Exempel, und sich darnach
richten sollen, Beichte Ihun und von Briefen
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