Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 21.1903

Page: 158
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des Papstes sowie der Kardinale oder der
Kurfürsten und anderer Fürsten unter-
werfen wollte. Da jedoch die Gesandten
dieses Anerbieten nicht annehmen wollten,
schieden sie ohne Erfolg von dannen.')
Durch diese Gesandtschaft wurden offenbar
die persönlichen Beziehungen des HanseS
Oettinge» znm Deutschen Orden erneuert.
Am 4. Juli 1429 schrieb von Oettingen
ans Graf Ludwig v. Oettingen, Hof-
meister des römischen Königs, an Hoch-
meister Paul v. Rußdorf um Falken,
ebenso 15. September 1432 von Oettingen
ans Graf Ludwig und Johann v. Oet-
tingen betreffs Falken, und 26. Juli
1435 „in unserm Sloß Alerheim" Graf
Ludwig v. Oettingen, Hofmeister des
römischen Königs, an den Treßler zu
Marienburg betreffs Falken und 6. 6.
Alerheim 1. August 1435 an Hoch-
meister Paul v. Nußdorf in gleicher
Angelegenheit. Am 28. September 1452
baten Graf Ulrich und Wilhelm v. Oet-
tingen den Hochmeister um Falken. In
einem von Graz 28. Juli 1453 datierten
Schreiben des Komturs von Elbing an
den Hochmeister wird Graf Hans von
Not ingen (Oettingen) und Stephan
v. Emeröhofen erwähnt.
Im Jahre 1455 schrieb Graf Ludwig
v. Oettingen, des römischen Kaisers
Hofmeister, an den Hochmeister: wir sein
in dem vergangenen Jare an Federspil
(— Falken) vast (— sehr) abkomen und
ist uns gar sere mißlungen, uff das wir
üch als unfern gueten Herrn und Gönner
anruffen, uns zu der Waidenheit wider
zu stüren mit etlichen Stück Balken und
zu der rechten Hand greifst». (Voigt,
Geschichte der Marienburg S. 334.)
Noch am 8. August 1501 erinnerten Graf
Wolfgang und Joachim v. Oettingen
an ein altes Herckommen um Falken?)
Im Jahre 1420 kam, wie der römische
König Sigmund dem König von Polen
von der Burg Prag ans mitteilte, als Be-
vollmächtigter des römischen Königs sein
Rat und Kämmerer Konrad v. Weins-
berg in Preußen an, beauftragt, alle
Mißhelligkeilen und Irrungen, die den
Frieden der drei Fürsten (Hochmeister,
0 Gesch. v. Preußen. 7. S. 349—350.
2) Kgl. preuß. Staatsarchiv in Königsberg,
Dentschordensbriefarchiv.

König von Polen, Großfürst von Lithauen)
noch behinderten, völlig zu beseitigen.
(Fortsetzung folgt.)
Leck. Literarisches.
Mitteilungen deswürttcmbergischenKunst-
gewerbevereins Stuttgart.!. Jahrg.1902/03.
6 Hefte unter der Schriftleitnng von Or.
Karl Fra n ck-Oberaspach , Privatdozent
am Polytechnikum daselbst. Preis 12 M.
Druck von Münz n. Geiger.
Der im 1.1876 ins Leben gerufene, in neuester
Zeit mit dein „Verein für dekorative Kunst
und Knnstgewerbe" vereinigte württembergische
Kunstgewerbeverein gibt nnninehr, dem Beispiel
von Nachbarvereinen, wie dem bayerische» Kunst-
gewerbeverein München, folgend, ein eigenes Organ
heraus, dessen erster Jahrgang in sechs Heften
vor uns liegt. Nach seinem Programm will der
Verein in dieser Zeitschrift seinen Mitgliedern das
Beste zeigen, was die Kunst in Württemberg
hervorbringt, sie mit hervorragenden Erzeugnissen
anderer, inländischer und ausländischer Kunst-
stätten bekannt machen und erzieherisch durch freie,
offene Kritik wirken und dabei namentlich den
auswärtigen Mitgliedern, welche durch größere
Entfernung vom Vereinssitz Stuttgart nicht in
der Lage sind, die Vereinsveranstnltungen, wie
Vorträge, Ausstellungen rc. regelmäßig zu be-
suchen, eine Art Ersatz bieten. Des näheren ver-
weisen wir auf das auch separat»» erschienene
Programm, nach welchem die moderne künstlerische
Bewegung nur dann durchgreifenden Erfolg haben
wird, wo sie sich nicht auf wenige Künstler und
Gewerbetreibende, sondern auf die breite Masse
des Volkes stützt. Mit voller Ueberzeugung
stellt sich daher das Unternehmen auf seiten der
Kunstpädagogen: will bei den Arbeiten für die
Erziehung des Geschmacks, des Verständnisses für
rationelle Technik wie künstlerische Form alter
und neuer Kunst, kurz, es will mithelfen, das
künstlerische Bedürfnis weiter Volksschichten zu
mehren. Die „Mitteilungen re." werden zu diesem
Zweck über die staatliche und private Pflege des
Kunst- und Zeichenunterrichts, über die Vereine
für Kunstfertigkeit im Hause und in den Schulen
berichten und glauben besonders darauf bedacht
sein zu sollen, daß die vielen Schätze alter Ge-
werbekunst, dis in den zahlreichen größeren und
kleinere'» Museen, Vereins- und Privatsammlungen
des Landes beinahe »»gekannt verborgen liegen,
der Kenntnis des Kunstliebhabers und des Laien
erschlossen werden. Aus dem bis jetzt erschienenen
ersten Jahrgange, welcher unter der Redaktion
des De. K. Franck, eines schon von früheren
Arbeiten, namentlich im „Christlichen Kunstblatt"
im 43. Jahrg. (1901) Nr. 6—10 „eine fränkische
Bildhauerschule vor dem Eindringen der gotischen
Kunst" bestens bekannten Kunstgelehrten steht,
und sich ähnlichen Zeitschriften würdig anreiht,
mögen insbesondere die Studie „über die Grenzen
der Naturnachahmung in der Malerei" von Pro-
fessor K. Lange, und über „Aesthetik und Mode"
von K. Weitbrecht u. s. w. hervorgehoben wer-
den. Die äußere Ausstattung, insbesondere die
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