Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 21.1903

Page: 129
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stercmsgcarbe» und redigiert von Amtsrichter ei. D. Bccst in KalicilAIlnrg.
Beiträge, K v rr e sp v 11 d e»z e ir rc., N ez en s iv u s-E re mp lare, Taitschzeitschristcn re. wallen
stets direkt cm Amtsrichter a. D. Beck in Ravensburg, B e stel l nn g en und Neklainativnen an
die Expeditivn des „Deutschen Vvlksblatts" in Stuttgart, Urbanstraße 84, gerichtet werden.

9.

1SE.

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2-1.

Nitier Rudolf v. Ehingen mit Gunst

vl. Beiträge zur älteren Geschichte
von Schwenningen a. M.
(Schluß statt Fortsetzung.)
Nachdem der Zähringcr Besitz durch
Anssterben der jüngeren') Linie (nicht
der älteren, wie eS in der Chronik
S. 29 f. fälschlicherweise heisst) dem Hans
Urach-Fürstenberg zngefallen war, befand
sich Heinrich I. v. Fnrstenberg noch im
alleinigen Besitz der schwäbischen Teile
der Bar. Wenn nun der Verfasser meint,
dieser habe sich nach der Teilung von
ca. 1245 „fortan Graf von Faistenberg,
zugleich Landgraf in der Bar" genannt,
so ist diese Behauptung in Bezug ans de»
Titel „Landgraf" mindestens schief. Bis
1283 verwalteten die Grafen von Sulz
die Landgrafschaft Bar, und nun gab Her-
mann v. Sulz im genannten Jahr die
Landgrafschaft Bar zu Gunsten Heinrichs I.
an Kaiser Rudolf von Habsbnrg zurück;
erst jetzt, also im Jahr vor seinem Tode
(1284) fügte er zu seinem bisherigen Titel
den eines Landgrafen in der Bar hinzu").
Heinrichs Besitz wurde unter seinen beiden
Söhnen Egon und Friedrich geteilt,
wobei crsterem unser Schwenningen zn-
fiel; seit 1286 findet sich diese Teilung
durchgefnhrtb).
Egon besaß auch die Vogte! über die
Güter des Klosters St. Georgen zu
Schwenningen, und zwar noch 1301');
denn am 14. Ang. gen. I. gab Egon dem
') §>eyck a. a. O. S. 99; Kalchschmid a a. O.
S. 163.
2) Bnumann a. a. O. S. 160 f.; Niezler a. a. O.
S. 212.
st Niezler a. a. O. S. 223.
st Frcmck a. a. O. S. 77.

und Willen deö Konrad Metz von Nott-
weil für treue Dienste 6 Mark Silbers
Nottweiler Gewäges ans der Vogtei des
oberen Hofs zu Schwenningen, der dem
Kloster St. Georgen gehörte').
1303 waren bereits Johann v. Kir » eck
und Konrad Bletz z» Nottweil im Besitz
des Dorfes Schwenningen, des Knchen-
satzeS, der Leute und Güter, und Graf
Ego» samt seinem Sohn Heinrich sicherten
ihnen am 29. Juli diesen Besitz zu. Es
handelte sich um einen förmlichen Vetkanf,
nickt bloß um ein Lehen, wie der Ver-
fasser meint. Niezler ^) bemerkt z» diesem
Verkauf: „Schwer wog der Verlust des
großen Dorfes Schwenningen, das Egon
samt dem Kirchensatz 1303 an dun Ritter
Johann von Kürnegg und den Rvttweiler
Bürger Konrad Bletz z»:n Elefanten ver-
kaufte. Doch war hier entweder Wiederkanf
Vorbehalten und ansgesührt oder doch die
LehenSherrlichkcit für die Grafen gewahrt;
denn 1349 konnten Egons Enkel, die Grafen
Heinrich und Hng, den Früheren Erkinger
Aigel von Falkenstein, dessen Söhne und
den Ritter Johann von Kürnegg mit Dorf,
Burg, Kirchensatz und dem niederen Keln-
hof zu Schwenningen belehnen."
Damit hören freilich die Beziehungen
Fürstenbergs zu Schwenningen nicht ans.
Graf HeinrichV. s-s 1441) v.Fürsten-
berg ließ 1409 ff. rin Verzeichnis der von
ihm vergebenen sowohl bäuerlichen als
ritterlichen Lehen anlegen. Daraus ei-

st Fürst. Urk. II, S. 4, Nr. 5; Rottw. Urk.
S. 25.
st A. a. O. S. 232.
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