Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 21.1903

Page: 180
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scmipt küssen vmbligendcn Orten"; mitten:
„Fnvtenbcichische Neißbeschreibnng von
Venedig biß zu dem Berg Sinai". Unter
dem Bilde des Sinaiberges bezw. Klo-
sters sind 13 heilige Orte mit fort-
laufenden Nummern aufgezählt. Darnnte;
steht: »Lereniss. et eelsisg. U. ?. Ist.
Urideriei /o. Uricl. U. et O LIniLe
^XuAU8tne U., Wirtemb. et
3?eccii ne Lrunov. et Uuneb. clueum
nuspiciis teliciss. omni beneUictioirum
Zenere eoelitus eoroiranUis lrne monti-;
Liirni icorre Votum sune pietntis eon-
ferrs voluit mat. Idsmkolcl Lnloo-
§raplrus LtutZartensis A..L. iVIOLDlll.
Ueir 17. /dpri.« Der genannte Kupfer-
stecher Matthäus Neinbold war als
solcher um das Jahr 1635 zu Ulm tätig;
außer vielen Bildnissen uud anderen Dar-
stellungen fertigte er die architektonische!
Stücke in Jos. Furtenbachs (aus Ulm)
Buch von der Baukunst: ^rcUitecturn
privata, lol. Augspnrg 1641", auf dessen
Veranlassung er wohl auch das Sinaibild
herausgegebeu hat. Von Ulm scheint er
nach Stuttgart gekommen zu sein; er iß
nicht zu verwechseln mit einem fast gleich-
zeitig, um 1650 in Ravensburg auftauchen
den Kupferstecher und „Kunstführer" (—
Kunsthändler) Lukaö Nembold von
Augsburg. Daun folgt die „Reiß Be
schreibung" in gebundener Rede, wie folgt:
Man findet in Schrifsten zu lesen
Das; allezeit sind Leut gewesen,
Von hoch vnd nidrigem Stand,
So besuchten das heilig Land,.
Auch den Berg Sinay zu sehen,
So figürlich allhie thut stehen.
Auch dessen umbligenden Orten,
Die mit Fleiß sind verzeichnet worden.
Vnter andern so thut auch der
Wol-Edel vnd Gestrenge Herr
Von Feldkirch David Furtenbach,
Sich vnderwenden dieser Sach;
War sin Obrister lange Zeit
Noch berühmet in Dapfferkeit,
Vnd als er nun nach vielen Jahren
Sich drs Krigswesens wol erfahren
Hatt er endlich deßen Verdruß
Vnd machet dran ein Beschluß,
Daß er dasselbig gantz quittiert,
Vnd mit Reputat resignirt,
Zog anheims, vnd rüst sich mit Fleiß
Zu der Wallfahrt nach Bilgrams weiß.
Kam erstlich nach Venedig dar
Allda saß er Schiff zu fürwahr,
Vnd schiffet fort nacher Grana
Nicht gar weit von Aquilia,
Nach Parenza er auch hinkam
Vnd nach Ravena lobesam:

Welche dann beyde Stadt zugegen
In Romania seynd gelegen:
Sclavoniam es auch erreicht
Vnd weiter auf den; Meer fortstreicht
Nach Nagusa der Stadt zu Hand,
Dort in der Macedonier Land;
Buglia auch fürschiffet er,
Corfu, Alzante vnd noch mehr.
Die Insel Cataloniam
Auch Sapicntzia vnd kam
Weiter nach Moria der Stadt
Candiam auch erlanget hat.
Vnd kam weiter in Cypern fort
Nach Limis einem Flecken dort.
Kam auch nach Gazara zu Hand
Ein Stadt in der Philister Land,
Allda Simson der starke Riß
Nach laut heiliger Schrift gewiß.
Sich selbs vnd seine Feind darnebn
Gar jämmerlich bracht um das Leben.
Da es den Pallast stark vnd vest
Vmbriß, daß Vögel vnd das Nest
Thät über einen Haussen fallen
Mit sehr großen; Krachen vnd Knallen;
Von Gazara oben berührt,
Furtenbach noch weiter laviert,
Vnd kam auch in die Stadt Jaffa,
Darnach kam es auch gen Naina,
Zu Land über das Gebiirg groß
Welches Jerusalem umbschloß,
Aber das Gebiirg er auch kam
Nach Jerusalem lobesam,
Vnd besuchet das heilig Grab
Mit Andacht, darnach sich begab
Weiter nach Jerusalem fort
Vnd reist gegen der Wüstin dort,
Kam zu Land nach Bethanien,
Da denn die Wüstin thät angehn,
Vnd reifete die gantze Nacht,
Die Ungeheuren er nicht acht
Kam Morgens zu Jericho an.
Reist darnach über den Jordan
Vber ein Bruck, daß er bereit
Auch macht sehen die Gegend weit,
Wo Sodoma vnd Gomorrha
In Grund versunken sind, allda
Er auch das todte Meer gesehen.
Wo die beyde Stadt thäten stehen!
Kam wiederumb zurück also
Aufs bemeldte Stadt Jericho!
Darnach reiset er vhn Verdruß
Der Wüsten zu, worinn Christus
Gefastet hat vierzig Tag und Nacht,
Auß eigner Göttlicher Allmacht,
Vnd vom Satan versuchet ward.
Als jhn thäte hungern hart,
Vnd wie nun David Furtenbach
Auß führlich schreibt von dieser Sach,
Daß die Hölin, wo Christus rein,
Hab gehalten die Fasten seyn
Gar weit in den Berg hinein geh
Vnd der Ort überaus hoch steh,
Wo der böse Geist gantz verflucht
Christum zum andernmal versucht,
Da er ihm alle Schätz der Welt
Hat gezeuget, als die Schrifft meldt.
Also daß es vnmüglich wär
Hinauf) zu kommen, meldet er.
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