Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 22.1904

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Gryan für Geschichte, Altertumskunde,

Kunst und Kultur der Viözese Kottendurg und der ainirenzenden Geviete.

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1S04.

latztW.

S. Lur Geschichte van Gemeinde und
Pfarrei Mühlhausen, GA. Butt-
lumen.

z u m

1. B e s i tz v e r h ä l t u i s s e bis
17. Jahrhundert.

Bis tief ins 12. Jahrhundert hinein
liegt die Geschichte vo» Mühlhansen im
dunkeln. Der Ort lag nach Baumann (Gau-
grafschasten S. 169) in der verklein er-
teil Bertoltsbar, gehörte als» zum
Amtsbezirk der Gasen Adalhart 763/775;
Chrodhar 786; Ralolf 789, 797; Rochar
(Hrnadhai) 786, 802, 817; Tiso 818,
821, 825; Ato 831/57; Kaiser Karl III,
beziehnugsweise dessen Stellvertreters Ruad-
pert 882/89; Burghard, Adalberts Sohu,
889; Hiltibalv 994/1007. Als dann diese
Grasschait im 11. Jahrhnndert in drei
andere Bezirke sich auslöste, gehörte Mnhl-
hauseu zur Grafschaft Aseuheim oder
Land gra ss ch a st Bar, wo bis ins
13. Jahrhundert hinein die Grafen von
Snlz des Grafenamts Walteren, bis im
Jahre 1283 Graf Heinrich I, von Fürsten-
berg die Landgrafschaft Bar erhielt. Wirk'
lich beanspruchte Fürstenberg noch im
18. Jahrhundert die hohe Gerichtsbarkeit
über Mühlhausen.

Ueber die ältesten B e sitz v erh ä lt-
nisse sind wir zunächst ans Vermntnngen
angewiesen. Da Graf Heinrich von
Freibnrg, Enkel Eginos V. v. Urach
nnd Neffe Heinrichs I. v. Fürstenberg,
1293 hier begütert war, so kann man
ehemalig zähriugisches Gut zu Mühl-
hausen vermuten; in diesem Falle läge der
Uebergaug von Zähringer Besitz daselbst
an das Kloster St. Georgen sehr nahe.

Dieses 1084 gegründete Benediktiner-
kloster war sicher seit der Zwesten Hälfte
des 12. JlhrhnndeUs in Mühlhansin be-
gütert. Zwar weis; die Urkunde von 1139
nnd die bis 1155 reichende tun-

äationis von St. Georgen noch nichts von
Bisitz dieser Abtei an unserem Ort, aber
am 26. März 1179 bestätigte Papst Ale-
xander III. Mühlhanser Güter samt der
Kirche daselbst als Besitz von St.Georgen;
in diesem Jahr wird auck der Name
Mnlehusen zum erstenmal sicher erwäbnt.
1297 war Heinrich, genannt Hagelstain,
'Laner zu Mnhlhansen, Eigenmann des
Klosters St. Georgen; er heiiatete die
Tochter des H. Widemer von Haidenhofen,
Irmengard, eine Uutertanin des Johan-
niterhauses zu Villiugeu. Bei Erteilung
des Heiratskonsenses wird verlangt, daß
die Kmder beiderlei Geschlechts, die aus
dieser Ehe stammen, gleichmäßig nuler dem
Johanniterhans und dem Kloster Sankt
Georgen geteilt werden (Fürst. Urkdb. V
S. 145). Nack dem Güterbuch von Sankt
Georgen 6e anno 1536 war dieses Kloster
damals noch i» Mühlhauseu begütert (ein
Gut mit ca. 18 Jauchert).

Von St. Georgen gingen Mühlhanser
Güter dnrch Kauf an das 1102 gegründete
nnd unter der Patriuität der dortigen Aebte
stehende Benediktinerinnenkloster Amteu-
hauseu über. Wauu der Kauf geschehen,
ist unbekannt; sicher aber befand sich dieses
Kloster schou 1320 im Besitz oo» Mühl-
hanser Gut. Ueber dessen Umfang eihalteu
wir nähere Auskunft aus dem Zinsrodel
dieses Klosters vom Jabr 1329. Wir
führen die Namen der Inhaber und die
von ihuen zu leistenden Zinse au: der
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