Beck, Paul [Editor]; Hofele, Engelbert [Editor]; Diözese Rottenburg [Editor]
Diözesan-Archiv von Schwaben: Organ für Geschichte, Altertumskunde, Kunst und Kultur der Diözese Rottenburg und der angrenzenden Gebiete — 24.1906

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Wappen. „Ouelplro III. clux Luriutlriuc,
cqui Iroc moiin3terium ex iXIkclorl Iruc
in inontem IrLnsuIit et ^VeinKurteu
vocuvib. Norikur 10ZZ kic 8epulbu3."
Die analogen Abbildungen bei Bncelin
entsprechen dieser Beschreibung; Welf III.
hält das Modell einer doppeltürmigen
Kirche, im Wappen erscheinen die drei
hohenstaufischen Löwen.
Links auf der Galerie sind noch sieben
Welfenbilder gemalt. Welf IV., mit
blauem Harnisch und Mantel, grünes
Barett, in der Rechten eine Fahne hal-
tend, welche weit über ihn hinslattert, von
grüner und gelber Farbe. Auf dem Wappen
ein Löwe.
In der entsprechenden Abbildung bei
Bncelin trägt derselbe einen langen Waffen-
rock und Kragen von Ninggeslecht (Brünne),
keinen Mantel. Ans der Fahne ist der
sächsische Nautenkranz. Die Inschrift lautet:
„Ouelplro IV. clux l>loricorum, Illiu3
7^oni3, IVIurclrio lx8t6U8i3 in Itnl.
I'unclutioneiu u lVIujoribu3 et n 36
Inctnin dini3 likkeri8 1090 conürmnvit.
moritnr uuiro 1091 Iric 3epultu3." Reben
ihm steht Judith, gekrönt mit der Reliquie
des heiligen Blutes in der Rechten, links
eine Kirche haltend, unten das Wappen mit
einem blau gemalten Löwen. Dabei steht
geschrieben: „)uclitlru. 6ueIplroiri8 IV.
uxor, 6liu Lulcluini lAunci. com. etc.
Occiik lruic monu3terio 3s. 8unZuinenr
Okri8ti et uliu5 relic;uiu3. morikur
nun. 1094 Iric 5epulku." Bei Bncelin
hat die entsprechende Figur zu Füßen ein
gestänkertes Wappen mit leerem Herz-
schild.
Es folgt Welf V., in grünem Barett, in
Herzogsmantel, berührt er mit der Rechten
seine schwere goldene Kette, die über den Hals
bis zur Brust herabhängt; in der Linken
das Schwert, unten das bayerische Wappen.
„OuelplroV. clux l^loricorum. p03tc-
rior rnuritu3 Nutlrilcii8 celeberr. illi.
in Itul. k'oemin. moritnr 1118 lric
3ep>ultu3." Ganz analog ist der Kupfer-
stich bei Bucelin, nur trägt er keinen
Herzogsmantel, sondern einen Hermelin-
kragen und weite, gezackte Hängeärmel.
Daneben Heinrich der Schwarze, mit
rotem Mantel und Barett, mit der Linken
hält er das Schwert und auf seiner Rechten
steht ein Falke; im Baldachin ist das

bayerische Wappen angebracht. „Heuricu8
Ouelplroir. IV. 6Iiu8, cüctu.3 l^i^er,
clux l>loricorum, ueclivicavit cle ircvo
mor>L8terium tuctu3 Iric mouuclru3.
moritur 1127." Ans dem Bild bei
Bncelin hält der Herzog einen Falken in
der Rechten, während die Linke an das
Lchwert greift.
Welf VI., barhäuptig mit einem kleinen
Büschel Haare in der Mitte, ähnlich den
Abbildungen des hl. Petrus. Er ist mit
einem vorn und hinten geschlossenen Mantel
bekleidet, oben mit Hermelin; die Linke
geht durch den Mantel heraus und erhebt
sich bis zur Brust mit geschlossenen
Fingern, außer dem Zeigefinger, den er
bedenklich ausstreckt. Mit der Rechten hält
er das Schwert und Lvwenwappen. Die
Inschrift fehlt bei Gutermann ; sie lautet:
„Ouelplro VI., lrut. Ilenri. 5up6rlri
murclrio. Vu3ciu6 6kc., tuirclubor mo-
nu3t6rii ZtmnH-uclcir. Norit. anno —
Ndl (1191)."
Den Schluß der ganzen Reihe bilden
die beiden Frauengestalten Wilphildis mit
dem sächsischen Wappen und Sophie mit
einem Falken. Die Legenden lauten:
„Wilp>!ulcli3, Ilenrici, uxor trliu lVlu-
Zmoni3 Zuxoniue cluci8." und „Lopirin,
6lin Ilenrici, primo Lerclrtlrolcio
2n6riir§6U8i 6uci, clein I^eopolclo
Lk^riue Nurclrio irupkn, Iric 36pulkn."
Auch diese beiden Figuren finden wir
bei Bncelin, nur wird hier Wilphild als
die Gemahlin des Grafen Rudolf von
Bregenz bezeichnet. Sophie erscheint mit
eigentümlicher Mütze, den Falken in der
Linken.
Es unterliegt nun keinem Zweifel, daß
diese Bilder einem alten Geschlechterbuch
entnommen sind, welches sich einst in der
Bibliothek des Klosters befand. Busl in
seiner Beschreibung des Klosters sagt
hierüber S. 87 : „Eine kostbare Perga-
menthandschrist mit 34 Bildnissen von
Welfen von der sagenhaften Stamm-
mutter Catilina bis Welf VII. und
Leopold, Markgraf von Oesterreich, be-
wahrt jetzt die K. Bibliothek im Haag;
von den 53 Blättern in Kleinfolio ge-
hören 42 der Geschichte der Welfen an.
Sie hat den Titel: „Diß nachgemelte
sind die Stifter des hl. Römischen Reichs
Gotzhaus Wingarten." Erst eine neuere
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