Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

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Abhandclndc Slrtifcl: Studien zur Charakteristik bedeutender
Künstler der Gegenwart. XLIV. August Kiß. (Nekrolog.)

_ Thorwaldsen und sein Museum in Kopenhagen. (Forts.)

Korrcsponbenzcn: J Passau. (Die Franciskanerkirche.) —

L Breslau, Ende März. (Hainmacher; die permanente
Ausstellung von Karfunkel.) — X Wien, Ende März.
(Nachtrag zum Bericht über die Märzausstellung des österr.
Kunstvereins). — A Mailand, Ende Febr. (Die archi-

a l t:

tektonische Konkurrenz für Florenz; die Akademien Italiens.)
Kunstltironik: Lokalnachrichtcn aus Berlin, Hamburg, Paris.
Knnstliteratnr n. Album: Kostümkunde von Weiß. — Kritische
Forschungen im Gebiet der Malerei w. von Ungcr. —
Bibliographische Ucbersicht.

Kunstiustiiulc u. Kunstvcrcinc: Wissenschaftlicher Knnstverein in
Berlin. — Kunstwissenschaftliche Vorträge. — König!. Aka-
demie der Künste in Berlin. — Ansstcllniigkkalcndcr.

Studien jur Charakteristik bedeutender Künstler der Gegcmvart.

XLIV. August Kiß.

(Nekrolog.)

ugust Kiß, der uns so plötzlich
in voller Kraft des Schaffens
entrissen wurde, ist am 11. Oc-
tobcr 1802 auf dem Hüttenwerk
Paprotran bei Pleß in Ober-
schlesien geboren, woselbst sein
Vater Berg- und Hütten-In-
spektor im fürstlichen plessischen
Dienst war. Nach zurllckgeleg-
ten Schuljahren wurde er 1817
in der königlichen Eisengießerei
zu Gleiwitz in die Modellwerk-
statt aufgenominen, wo er bis zum Jahr 1822 mit Ar-
beiten in Wachs, Thon, Metall u. dgl. m. beschäftigt
wurde. Er erhielt in diesem Jahr durch das schlesische


Oberbergamt als Anerkennung seiner Arbeiten eine Unter-
stützung, um seine weitere Ausbildung in Berlin zu ver-
folgen. Hier besuchte er die Akademie, und seine Studien
im Aktsaal veranlassen Rauch und Tiek, ihn in ihre
Ateliers aufzunehmcn. Im Jahre 1827 lernte er Schinkel
und Beuth kennen, welche Männer, besonders Schinkel,
ihn viel beschäftigten. So hatte er für das Gewerbe-
Institut viele kleine Gruppen in Bronze auszuführen,
namentlich 8 Gruppen als Bekrönung einer Schale, für
einen Springbrunnen bestimmt, welcher später in den Be-
sitz Sr. Majestät Friedrich Wilhelm IV. überging und in
Charlottenhoff aufgestellt ist. Neben diesen vielen Ar-
beiten im kleinern Maaßstabe hatte er von Schinkel den
Auftrag erhalten, das Haut-Relief im Tympanon des
neuen Pockhofgebändes auszuführen. Diese seine erste
Arbeit im große» Maaßstabe zog mehrere Bestellungen
der Art nach sich, die des Reliefs an der Sternwarte,
des über dem Porticns der Nicolaikirche in Potsdam, des
am neuen Museum zu Berlin, mehrere kolossale Gruppen
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