Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

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Inb

Abhandelndc Artikel : Studien zur Charakteristik bedeutender
Künstler der Gegenwart. XLII. A. v. Klöbcr (Nekrolog).
Korrespondenzen: K Stuttgart, den 8. Fcbr. (Ausstellung
im Kunstverein. Permanente Ausstellung.) Z Wien, Auf.
Februar. (Roch einmal die JanuarauSstcllung.)
Kunstchronik: Lokaluachrichten ans Breslau, Dresden, Köln, Tü-
bingen, Weimar, Bamberg, Iusbruck, München, Nürnberg,

alt:

Paris, Florenz, Bombay, Philadelphia.

Kuilstgcichillite u. Antiguitatcii. Der Briefmaler Hans Hennen-
berger. Forts.

Kmlstlikcratnr n. Albunii I. Kunstliteratur: Herm. Weiß,
Kostümkumde. — Karl Andrer, Globus. :c. re. (Forts.)
Kunstinstikute und Knnstvcreine: Kgl. Akademie der Künste.
Ausstcllungskalcudcr. — Briefkasten.

Studien zur Lharabteristilr bedeutender Künstler der Gegenwart.

XLII. A. v. Klöbcr.
(Nekrolog).

r i e d ri ch A u g u st v. K l ö b e r nimmt
in der Geschichte der neueren Zeit
eine besondere Stellung ein. Er
hat, wenn auch zahlreiche Schüler,
doch keine Schule gebildet. Seine
Richtung, auf die wir unten naher
eingchen werden, war eine cigen-
thümliche, streng nach allen Seiten
hin begrenzte, und blieb vielleicht
deshalb, vielleicht auch ihrer etwas
abstrakten Tendenz halber ziemlich
isolirt und ohne Nachahmer.

A. v. Klöbcr ist der Sohn des
Kammerdirektors Ludwig v. Klober,
welcher als ein vielseitig gebildeter
Mann geschildert wird, und wurde am 21. August 1798

zu Breslau geboren. Bei dem Tode seines Vaters war
der junge Klober noch ein Kind. Seine Mutter, auS der
gräflichen Familie von Pfeil, verheirathete sich nach eini-
gen Jahren abermals, und zwar mit dem Kammerherrn
von Ponikau in Dessau, wurde jedoch in kurze Zeit aber-
mals Wittwe und kehrte nach Breslau zurück.

Wie eS bei entschiedenen Künstlernaturen gewöhnlich
geschieht — wir erinnern nur an Rictschel —, zeigte sich
die Lust an der graphischen Reproduction des Gesehenen
früh in den Knaben. Es haben sich Briefe in der Familie
erhalten, welche dafür Zeugnisse ablegen, daß er schon im
fünften Jahre mit Geschick und Freude zeichnete. In-
dessen hielt man dies um so mehr für eine talentvolle
Spielerei, als Klöbcr adlig war und damals, im Anfang
dcS Jahrhunderts, die Künstler eine zu untergeordnete Stel-
lung einnahmen, als daß die Familie ernstlich daran dachte,
sein angeborenes Talent zum Lebensberuf auszubilden.
Er wurde im 12. Jahre auf die Kadcttenschule nach Berlin
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