Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

Page: 197
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Deutsche Kunst-Zeitung.

HsuMMn btx Deutschen Kunfluereine.

i Zehnter Jahrgang.


Hkrllvsgrgeben und redigirt

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M 23.

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Dr. Max Schasler.


1 1863.

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Inh

Abhandclndcr Artikel: Liegen in der religiösen Kunst die Keime
eines höheren Aufschwungs und einer originalen Fortbildung
der Kunst überhaupt? von M. Sr. 3. (Schluß.)

Korrespondenzen: X. Wien am 23. Mai. (Akademische Preis-
vertheilung; Maiausstellnng des Oesterr. Kunstvereins; Aus-
stellung des älteren Kunstvereins). — — Karlsruhe, den
24. Mai 1864. (Permanente Ausstellung im Porphhrsaale
des Gr. Wintergartens. Forts.) — chp Düsseldorf, den

alt:

28. Mai. (Die Konkurrenz für Ausmalung des Elberfelder
Gerichtssaals.) — K. Paris, den 23. Mai. (Salon. Einleit.)
Kunst-(5hronik:Lokalnachrichten aus Berlin, Düsseldorf, Nürn-
berg, Meissen, Kiel, Kopenhagen, London, Rom.
Kunst-Kritik: Berliner Kunstschau.

Kunstinstitute u. Kunstvercine: Pariser Kunstansstellungen i. d.

I. 1865. 1866. 1867-
Ausstellungskalcndcr.

3.

Liegen in der religiösen Kunst die Keime eines höheren Aufschwungs und einer originalen Aortbildung

der Kunst überhaupt? von M. Sr. (Schluß.)

wenn nicht für plastische Reliefdarstellung, so doch gewiß
mehr für Ausführung von Grau in Grau eignen als für
malerische Darstellung, so zurückhaltend und so wenig kolo-
ristisch diese auch gedacht werden mag.

Wenn daher Her man Grimm in seinem „Leben
Michelangelo's" Cornelius einen „Maler im höchsten
Sinne" nennt, so widerspricht er selbst diesem Ausdruck
später durch die Bemerkung: „Ich sehe darin für Cor-
nelius einen Trost, daß ihm, obgleich seine Cartons nicht
ausgeführt werden, doch mit deren Beendigung die Arbeit
gethan zu sein scheint. Sein eigentlicher Trieb ist

ir nannten die Cornelius's che
: Richtung eine „nur cartonfähige".
'Wir sind weit davon entfernt, hier-
. ^,mit ein Bedenken oder gar einen
Vorwurf gegen dieselbe erheben zu
.wollen; vielmehr soll dadurch nur
konstatirt werden, daß sie nicht m a-
isch ist, daß die Motive, welche der
große Meister — namentlich in seinen
großartigen und im eminenten Sinne
des Worts originalen Kompositionen zum
Camposanto — behandelt, sich durch ihren Inhalt der ma-
lerischen Behandlung entziehen. In der That, wenn man
von den für diese Frage unwesentlichen dimensionalen Ver-
hältnisien abstrahirt und nur die Eigenartigkeit der Kom-
positionen in's Auge faßt, so erkennt man, daß sie sich,

zu zeichnen. Die Wände in München, die er malte und
malen ließ, sind geringer für mich als seine Car-
tons" u. s. f. Nun also; dies ist in andern Worten das-
selbe, als wenn wir die Cornelius'sche Richtung als
„nur cartonfähig" bezeichnen. Wenn Dem aber so ist, so
darf man nicht vergessen, daß die Zeichnung und insbe-
sondere die Cartonzeichnung der Plastik (dem Relief) viel
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