Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

Page: 415
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Zehnter Jahrgang. J

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Dr. Mar Schasler.

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der Dioskuren" an: Deioostor-sg.

Redactionsbiireau Victoriastrasse Nro. 16.

Inhalt:

Abhandclndc Artikel: Ein Vorschlag, betreffend die Veröffent-
lichung der mit Preise gekrönten architekt. Konkurrenzarbeiten.

Korrespondenzen: O Düsseldorf. Mitte December. (Perma-
nente Ansstellung von Schulte). — A Düsseldorf, am
7. Decbr. (Die Allgemeine permanente Kunstausstellung von
Bismeyer u. Kraus.

Kunst-(Sl)nniif: Notizen aus Berlin, Köln, München, Wien.

Kunstgcsidichte und Antiquitäten: Die Komposition für Pracht-
rüstungen französischer Könige. — Historische Notiznn.
Knnstlitcrlttur u. Album: ck. A. Crove et G.: B. Caval-
caselle, les anciens peintres flamands, leur vie et
leurs oeuvres. (Forts.) — II. Album. Dr. Hugo v. Ritzen
Fünfzig Photographien nach Handzeichnnngen älterer Meister
AusstcUunggkalendcr.

Ln 'Vorschlag, betreffend die ^ieröffenttichung der mit Preise gekrönten
architektonischen Konkurrenzarbeiteu.

s ist wohl nicht nöthig, einzeln die Bor-
^'theile namhaft zu machen, welche Behör-
(den und Gemeinden daraus erwachsen,
daß sie durch Ausschreibung von Kon-
KC kurrenzen bei vorzunehmenden größeren
Bauten die Leistungen tüchtiger Künstler
hcranziehen und aus diesem Wege, je
v* nachdem die einlaufenden Areiten den
7) vielfältigen Bedingungen des Prcgrammes
^volle Befriedigung gewähren oder nur
theilwcise denselben entsprechen, entweder die
endgültige Lösung der Aufgabe oder doch
verschiedenartige, wohl überdachte Verkörperungen der bis
dahin nur im Gebiete der Phantasie und Hoffnung schwe-
benden Durchführung erhalten.

Sind die Konkurrenzentwürfe genau genommen nur
als Vorarbeiten oder als Vorschläge in Antwort auf die
Wünsche des Programmes zu betrachten, so sind sie doch

in solcher Weise zu Papier gebracht, daß sie als realisir-
bare (also auch konstruktiv mögliche) Leistungen erscheinen,
die zugleich die Grenzen der Erfüllbarkeit der nur durch
Worte ausgedrückten, und für die Praxis in mancher Hin-
sicht fraglichen Wünsche des Programmes zeigen.

Sind die Konkurrenzgeber durch Auszahlung der ver-
sprochenen Preise (deren Verweigerung an die besten Ent-
würfe nie zuzulassen ist) in den Besitz der vorzüglichsten unter
den eingegangenen Arbeiten getreten, (von denen zwar selten
eine direkt, ohne Modifikation in einzelnen Stücken, für
die Ausführung zu gebrauchen ist, aber auch nur deshalb,
weil während der Konkurrenzzeit die Anforderungen sich
zu ändern pflegen, das aufgestellte Programm also eine
Wandlung erleidet, — das einzige Bedenken, das übrigens
gegen die erwachsenden Vortheile nicht in Anschlag zu
bringen ist, —) so haben die wenigen siegenden Konkur-
renten außer dem ihre Leistungen nicht genügend honori-
rendcn Preise und der Publikation ihres Namens, weiter
keine Genugthuung, während alle anderen Konkurrenten
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