Die Dioskuren: deutsche Kunstzeitung ; Hauptorgan d. dt. Kunstvereine — 10.1865

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Deutsche Kunst-Zeitung.

HmWtSMn der Deutschm K«stVereiRt.

Zehnter Jahrgang.

1

Hkrllllsgrgeben und redigirt

c

i 21. Mai

( m 2i. ;

^ -


Dr. Max Schasler.

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1 1863.

Abonncmentsbedingungen.

„Die Dioskurcn" erscheinen wöchentlich (SonnlagS) in 1—iz Bogen 4w j l. Für Deutschland sammtliche poftanjlallkn, Luch- und Aunllhandlnngen

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der Dioslluren" an: ^ I.eiee8isr-8q.

Bedactionsbureau Victoria strasse INTi-o. 16.

Inhalt:

Abhandclndcr Artikel: Studien zur Charakteristik bedeutender
Künstler der Gegenwart. XI»VII. Wilhelm Achtern,auu.
Korrespondenzen: ll. Köln am 15. Mai. (Wandmalereien im
städt. Museum und in Gürzenich). — LI. Potsdam am
13. Mai. (Das neue Reiterstandbild Friedrich des Großen).
— — Karlsruhe, den 15. Mai. (Perm. Ausstellung im
Pophyrsaalc des Gr. Wintergartens). — /^Weimar im Mai.
(Alt-und Jung-Weimar; die „Ruhmeshalle" von Wislicenus).

Kunst-Chronik: Lokalnachrichteu aus Berlin, München, Chemnitz,
Weil, Brauuschweig, Prag, Wien, Kopenhagen, Paris.

Kunstgcslbilbte u. Antiquitäten: Eine Fahrt nach Belgien. -
Adler: lieber die Entwicklungsgeschichte Berlins re. (Forts.).

Knnstlitcratur u. Album: Nagler: Münchener Kunstanzeiger
für Kunstfreunde:c. — Bibliographische Uebersicht.

Kunstinstitute u. Kunstucrcinc: Die Kunstschule zn Karlsruhe,
ihre Anfänge und weitere Entwickelung. (Schluß.)

Studien )ur Charakteristik bedeutenLer Künstler der Gegenwart.

XLVII. Wilhelm Achtermaiin.

ilhelm Achtermann, dessen wir
in nnserm letzten Hauptartikel er-
wähnten, und von welchem wir heute
ein Portrait (Büste) mitthcilen, ist
zu Ende des vorigen Jahrhunderts
Münster in Westfalen geboren,
kam, nachdeni er bis zum 30. Jahre
Pfluge nackgegangen war und nur
ufixc geschnitzt hatte, nach Berlin.
Hier wurde er durch die Fürbitte Rietschel's von Rauch
als Schüler ausgenommen, und eben so wurde ihm,
dem schüchteren Landmann, durch die Fürsprache seines
Freundes und Gönners Rietsckel, der Eintritt in die

damals unter Schadow stehende Akademie der bilden-
den Künste gewährt. Später ging er nach Rom, wo
ihn Ritschet wieder antraf. Bezeichnend aber für die
Richtung, welche Achtermann dort nahm, ist die folgende
sehr milde Bemerkung Rietschel's (von Oppermann aus
dem „Tagebuch Rietschels" mitgetheilt): „Achtermann, den
ich hier (in Rom) wieder getroffen, kam als ein überaus
einfacher, wahrhaft demüthiger, frommer Mensch nach Ber-
lin, und er wird dies in seinem Innern gewiß jetzt
noch sein. Nur hat er leider gesehen, daß diese Fröm-
migkeit und Demulh ihm sehr nützlich geworden
ist, und so ward das, was ihm erst unbewußt innewohnte
und Theilnahme und Interesse erregte, leider mehr zum
Bewußtsein, so daß es benierkbar hervortritt." Diese
Beobachtung findet mehr oder weniger auf alle unsre heu-
tigen Nazarener Anwendung, besonders auf die Nazarener
in der Malerei. Achtermann gehört zu den Bildhauern,
welche unermüdlich und immer von Neuem dem Ziele zu-
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