Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Häuslingshaus Nr. la erwähnenswert. Es liegt
inmitten eines baumbestandenen Gartengrund-
stücks, das von einer langen Zuwegung von
Südwesten vom eigentlichen Hof getrennt er-
schlossen ist. Das kräftige Unterrähmgefüge
von 1832 ist zu Wohnzwecken umgebaut wor-
den und mit einer Eingangsveranda sowie ei-
nem vergrößerten Wintergartenanbau versehen.

ist. Die nächste Siedlung Ostenholz liegt jenseits
einer Senke ebenfalls an der Landesstraße 191,
die beide Orte im Westen an Hodenhagen an-
bindet. Westenholz gehört erst seit der Grün-
dung (1711) dem Kirchspiel Ostenholz an, nach-
dem beide zuvor nach Düshorn eingepfarrt wa-
ren und ist nach der Umsiedelung der übrigen
Dorflagen heute die letzte Gemeinde des Kirch-
spiels.

WALSRODE-WESTENHOLZ

Das seit 1237 urkundlich erwähnte „Westenhol-
te“ liegt an einem bewaldeten Südhang der
Geest mit vorgelagerten Äckern und Wiesen, die
insbesondere nach Westen und Süden von
weiten, feuchten Bruchlandflächen (Westenhol-
zer Bruch) umgeben sind. Sie lassen die ohne-
hin abgelegene Dorflage, die jenseits der Auto-
bahnen weit im Südosten der Kernstadt Walsro-
de am Rande des Gemeindefreien Gebiets
Osterheide mit dem seit 1936 eingerichteten
Truppenübungsplatz liegt, noch isolierter er-
scheinen, obwohl Westenholz an eine nahe,
gleichnamige Autobahnauffahrt angeschlossen

Bereits 1438 bestand Westenholz in der Vogtei
Fallingbostel aus acht Hofstellen, die sich
zumeist entlang der beiden von Norden nach
Süden fließenden (heute teilweise verrohrten)
Wasseradern angesiedelt hatten. Diese wurden
innerhalb von ca. 200 Jahren durch neun
Kothöfe ergänzt, so dass es 1667 vier Vollhöfe,
zwei Halbhöfe, neun Kothöfe und einen Brinksit-
zer gab. Nach der Ansiedlung weiterer Brinksit-
zer (1770 18 Feuerstellen) wurden im 19.Jh.
einige An-/Abbauern von den großen Hofgrund-
stücken abgeteilt. Heute sind es neue Wohn-
hausparzellen, die auch hier allmählich den
Siedlungscharakter des Dorfes verändern,
indem sie die locker um einen offenen mittleren

Westenholz, Westenholz 1, Hofanlage


Bereich gruppierten, meist bewaldeten und in-
nerhalb der bewegten Landschaft von zahlrei-
chen verstreut liegenden Wohn- und Wirt-
schaftsgebäuden bestandenen großen Hofanla-
gen immer mehr bedrängen. Die heutige Ein-
wohnerzahl von 235 war bereits 1821 mit 251
überschritten, bevor viele Dorfbewohner sich zur
Auswanderung entschlossen.
In einiger Entfernung vom Dorf steht in idylli-
scher Lage am Rande der südlichen Westenhol-
zer Bruchflächen die Westenholzer Mühle (2a).
Es ist eine noch heute funktionstüchtige Was-
sermühle, die hier im wasserreichen Quellenge-
biet 1448 auf Anordnung des damaligen Lan-
desherrn errichtet wurde und sich seitdem über
Generationen im Besitz der Hofstelle Nr. 2 befin-
det, die Mühle ihrerseits aber verpachtet hat.
Aufgrund ihrer großen Bedeutung für die Bauern
der Umgebung ist 1815/16 im Zusammenhang
mit der notwendigen Mühlteicherweiterung auch
eine Erneuerung des Mühlengebäudes durchge-
führt worden, bei der der heutige niedrige und
langgestreckte Fachwerkbau in kräftigem Gefü-
ge entstanden ist. Auch die zwischen Gebäude
und oberschlächtigem Wasserrad (mit eisernem
Antriebsrad seit 1960) errichtete Giebelmauer
aus großen Sandsteinquadern soll zu diesem
Zeitpunkt aufgebaut worden sein. Das schmale,
aus Ziegeln gemauerte Wehr mit zwei Wasser-
läufen für ursprünglich zwei Wasserräder staut
kurz davor den langgestreckten Teich auf. Die
mit je einem Mahl- und Schrotgang ausgestatte-
te Mühle wird seit der Einstellung des Betriebes
heute noch zu Schauzwecken genutzt. Das
wohl 1844 parallel als Wohnwirtschaftsgebäude
in Vierständerbauweise errichtete Müllerwohn-
haus ist Teil einer feldsteingepflasterten Hofanla-
ge mit Nebengebäuden wie Stall, Backhaus,
Remise.
Die Dorflage selbst, die von der Landesstraße
im Süden nur tangiert wird, zeigt insgesamt
noch viel von ihrem ursprünglichen Haufendorf-
charakter. So entsprechen die alten ehemaligen
Vollhöfe (Nrn. 1-4) sowie die geteilten Halbhöfe
(Nr. 5 und 6) noch heute dem Aufbau einer typi-
schen niedersächsischen Hofanlage, einschließ-
lich Hofpflasterung und reichem Eichenbestand;


Westenholz, Westenholz 3, Hofanlage

Westenholz, Westenholz 1, Pumpbrunnen

376
 
Annotationen