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Gesellschaft für Vervielfältigende Kunst [Editor]
Die Graphischen Künste — N.F. 2.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.6337#0157

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LUDWIG MÜNZ / MAES, AERT DE GELDER, BARENT FABRITIUS

UND REMBRANDT1

III. Maes und Fabritius

Daß man bei der mehrfachen Funktion, die Skizzen in der Lehre der Rembrandtschule
um 1650 hatten — zunächst Übung in der Inventione (Erfindung), dann direkte Vor-
bereitung für ein Bild —, mit der Benützung solcher Dokumente für die Bestimmung vor-
sichtig sein muß, darüber mag das Folgende, dessen Ausgangspunkt wieder eine Skizze von
Maes ist, Auskunft geben.

Valentiner, der die früher besprochenen Zeichnungen von Maes in seinem Buch über Maes
publiziert hat, hat eine dieser Zeichnungen, die das Thema „Christus segnet die Kinder"
(Abb. 16) behandelt, dazu benützt, um, auf ihr fußend, das in der National Gallery (Abb. 19)
in London befindliche Gemälde des gleichen Themas Maes zuzuweisen.2 Es ist ein Bild, das
im Laufe der Zeiten zunächst Rembrandt zugewiesen war, dann Eeckhoudt, Carel Fabritius,
und schließlich durch eine Bemerkung im Katalog der National Gallery in die nächste Nähe
von Barent Fabritius gerückt erscheint, wofür, das sei gleich gesagt, die farbige Gestaltung
spricht. Im allgemeinen, wenn man nicht genauer wüßte, welche Funktion das Zeichnen für
Maes in seiner Jugendzeit hatte, vor allem als Übung im Komponieren, wäre ein solcher Schluß
von einer Zeichnung aus, bei der ein Thema in ungefähr verwandter Art behandelt ist —
hier wie dort sitzt Christus und segnet die Kinder —, wohl zureichend, während gerade bei
Maes der erwähnte Zusammenhang seiner Skizzen mit einem Bilde von Eeckhoudt vor solcher
Betrachtungsweise warnen muß. (Natürlich bleibt nachher immer noch zu überprüfen,
ob ein solches, auf Grund verwandter Komposition bestimmtes Bild sich auch als farbige
Gestaltung dem Werk des Künstlers einfügt.) Zunächst sei entgegen Valentiners Behauptung
festgestellt, daß dieses Thema nicht so selten innerhalb der holländischen Kunst behandelt
worden ist. Im Rembrandtkreis selbst, und zwar gerade in der Zeit um 1650, sind mir fünf
Kompositionen des gleichen Themas bekannt: erstens die schon erwähnte Skizze von Maes,
zweitens eine weitere Kompositionsskizze, die Maes zugeschrieben wurde und die wohl von
Victors stammt,3 drittens eine Zeichnung Hoogstratens (Abb. 17) in Hamburg, viertens eine
Skizze (Abb. 18), die sich unter dem Namen Rembrandts in Goethes Sammlung in Weimar
befindet, und fünftens eine in einer fälschlich Renesse zugeschriebenen Radierung4 erhaltene
Komposition. Es mag wohl, das gilt besonders für die Zeichnungen eins bis vier, so sein, daß
es sich hier um eine den Schülern von Rembrandt gestellte Aufgabe, das gleiche Thema zu in-
ventieren, handelt, etwa aus der Zeit, da Rembrandt selbst das Hundertguldenblatt schuf, wobei
es merkwürdig ist, daß sich die Schüler bei ihrer Gestaltung größtenteils dem herrschenden Typus
dieser Darstellung anschließen, wie er etwa durch das Bild von C. Moyaert in Karlsruhe ge-
geben ist. Dort bildet gleichfalls Christus, sitzend und die Kinder segnend, das Zentrum der
Komposition, umgeben von Frauen und Männern, die ergriffen zuschauen.

Hat man sich die im ersten Teil dieses Aufsatzes erfolgten Feststellungen, die beweisen, wie
weit damals das Bestreben nach besonderer Individualisierung der Gebärde geht, zu eigen ge-
macht, so wird man verstehen, daß, da bei dem Vergleich von Skizze und Bild nicht die gemein-

1 Schluß des Artikels auf S. 95 ff.

2 W. R. Valentiner, Early Drawings by Nicolaes Maes, The Burlington Magazine, Bd. 43.

3 Die Zeichnung ist als Maes abgebildet in einem Katalog der Firma R. W. P. de Vries, Amsterdam, „Dessins
de maitres anciens et modernes II.", S. 69, jedoch spricht ihre nähere Verwandtschaft mit der Victors zugewiesenen
Zeichnungsgruppe dafür, daß auch sie von Victors stammt.

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4 Rovinski, Les eleves de Rembrandt, B. 59bis

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