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Hyrtl, Joseph
Onomatologia anatomica: Geschichte und Kritik der anatomischen Sprache der Gegenwart ; mit besonderer Berücksichtigung ihrer Barbarismen, Widersinnigkeiten, Tropen, und grammatikalischen Fehler — Wien, 1880

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https://doi.org/10.11588/diglit.14858#0269
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168. Glutaei. — 169. Gomphosis.

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168, Glutaei.

Glutaei (nicht Qlutei) heissen die Gesässmuskeln. Faoutcc
im Homer, ist Hinterbacke1). Hippocrates braucht aber
y^ouToq für rundliche Knochenfortsätze und Gelenksköpfe. So
nennt er den grossen Trochanter und den Kopf des Schenkel-
beins: --(Xouibc. Im Hesyehius wird yACJTÖc = G^aipto^a gesetzt,
als rundliche Erhabenheit, und im Suidas bedeutet ykovtöv:
to csat'pwtj.a rqq v.ov'jkr^, den runden Kopf in der Pfanne. Ein
volles und derbes Gesäss, konnte, seiner Rundung wegen, wohl
Anspruch auf ■;'/.-. j-.i: machen, wie denn auch die rundlichen
Sehhügel, im Galen als tot yXouTia aufgeführt werden. Wenn
nun yäoütoi; die ältere Benennung für Trochanter major ist, zu-
gleich aber auch auf Gelenkskopf passt, wird es uns ver-
ständlich , wieso bei den Patres der Anatomie, zuweilen dem
Schenkelbein, drei Trochanter es zugeschrieben werden konnten,
deren einer der Schenkelkopf ist. Noch im 17. Jahrhundert,
finden wir den Schenkelkopf als Trochanter erwähnt. Nicht
widersinnig, aber sonderbar, muss uns diese Benennung vor-
kommen. Der Schenkelkopf dreht sich ja, und kann somit
immerhin einen Namen tragen, welcher von tpoyßq stammt.
Trochanter für Schenkelkopf ist jedenfalls besser, als das Verte-
brum des Zerbis. Vergleiche den Artikel: Trochanter.

169, Gomphosis,

Galen definirt seine Gomphosis, als eine Art von Synar-
throsis (Knochenverbindung), ubi os ossi clavi ad instar infigitur2).
T6[K(foq ist Nagel, clavus. Da die Zähne durch Gomphosis in den
Kiefern haften, wie der Nagel in der Wand, heissen auch die

') Was, V, 66—68, und XIII, 651 und 652.
2) De ossibus ad tirones, in prooemio.
 
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